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Profil: Melanie Tamblé, Grevenbroich
  |  23.04.2012

Sind Social Media das Ende der Pressemitteilung?!

Die Printmedien befinden sich im stetigen Sinkflug. Auch der Einfluss von TV und Radio schwindet gegenüber der wachsenden Bedeutung des Internets.
Vor allem die Social Media entwickeln sich in exponentiellen Wachstumsraten und verändern das Informations- und Kommunikationsverhalten der gesamten Gesellschaft. Der Umbruch hat auch Auswirkungen auf die Unternehmenskommunikation. Online PR und Social Media werden in den nächsten Jahren zu den wichtigsten PR-Instrumenten. Doch ist damit auch das Ende der Pressemitteilung eingeläutet?

Klassische Pressearbeit: Exklusive Nachrichten für die Redaktionen
Die klassische Pressemitteilung ist ein exklusives Informationsinstrument für Journalisten und Redakteure. Sie dient den Redaktionen als Arbeitsvorlage für eine Meldung oder einen Bericht. Das Format und die Inhalte der Pressemitteilung sind daher auf die Bedürfnisse der Medienmittler ausgerichtet. Die Inhalte der tatsächlichen Berichterstattung werden allein durch die Redaktionen bestimmt. Um in der Flut der Meldungen überhaupt bis zum Schreibtisch eines Redakteurs durchzudringen, braucht die klassische Pressemitteilung einen deutlichen Nachrichtenwert. Nur große Neuigkeiten, namhafte Persönlichkeiten oder bahnbrechende Ereignisse liefern den Redakteuren einen ausreichenden Grund, um einer Pressemitteilung nähere Beachtung zu schenken. Die Redaktionen fungieren als Multiplikatoren gegenüber der Öffentlichkeit, sind aber auch die Gatekeeper, denn veröffentlichen die Redaktionen die Pressemitteilung nicht, erfährt auch die Öffentlichkeit nichts davon.

Umbruch der Medienwelt
Das Web 2.0 macht Schluss mit der Allmacht der klassischen Medien. Vorbei sind die Zeiten, in denen Nachrichten, Informationen und Unterhaltungsinhalte ausschließlich von den klassischen Medienhäusern produziert und publiziert wurden. Im Mitmach-Web hat jeder die Möglichkeit, unterhaltende und informative Inhalte zu erstellen und zu veröffentlichen (User Generated Content). Dies bietet auch für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, PR-Informationen in Form von Text-, Bild- oder Videodaten selbst zu entwickeln und im Internet zu verbreiten. Die Web 2.0 Medien ermöglichen den direkten Zugang zu den Zielgruppen, ohne den Umweg über die klassischen Medienmittler. Unternehmen können somit die Steuerung der Informationen selbst in die Hand nehmen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Form und Funktion der Pressemitteilung. Während die klassische Pressemitteilung ein exklusives Informationsmedium für die Presse ist, erreichen Online Pressemitteilung auch potentielle Kunden direkt.

Online-PR: Über Presseportale und Social Media direkt zum Kunden
Mit den Web 2.0-Medien sind viele neue Möglichkeiten entstanden, Pressemitteilungen direkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Auf Presseportalen, Blogs und über Social Media Anwendungen können Unternehmen ihre PR-Texte selbst veröffentlichen. Die Online Pressemitteilung erreicht nicht nur Journalisten und Redakteure, sondern auch Kunden und Interessenten direkt, sie ist daher ein fertiges Leseformat für die Öffentlichkeit. Die Unternehmen bestimmen den Meldungsinhalt selbst und können so Informationen gezielter steuern und ein aktives Reputationsmanagement im Internet betreiben. Die Online-Pressemitteilung kann beliebige interessante Informationen kommunizieren, auch solche, die von den klassischen Medien normalerweise nicht beachtet würden. Bei den Inhalten von Online Pressemitteilungen geht es einzig und allein um die Relevanz für den potentiellen Leser. Zusätzlich können die Online Pressemitteilungen nicht nur Text, sondern auch multimediale Elemente wie Bilder, Graphiken oder Videos enthalten und mit Web 2.0-Anwendungen verknüpft werden. Hyperlinks in den Pressetexten führen interessierte Leser gezielt auf weiterführende Informationen und machen die Online-Pressemiteilung daher auch als Marketing- und Vertriebsinstrument interessant.

Wandel der Pressemitteilung: Bereits über 73 Prozent der online verbreiteten Pressemitteilungen sind nicht mehr ‚klassisch’

Gemäß einer Studie des PR-Verteilerdientes PR-Gateway (www.pr-gateway.de) haben bereits mehr als 73 Prozent der über Presseportale veröffentlichten Pressemitteilung den Wandel zum eigenständigen Online-Kommunikationsinstrument bereits vollzogen. 73,3 Prozent der rund 20.164 untersuchten Pressemitteilungen entsprachen nicht mehr den strengen Form- und Inhaltskriterien der klassischen Pressemitteilung. 63,3 Prozent waren in einer Beitragsform verfasst. 23,2 Prozent der Pressemitteilungen waren keywordoptimiert und 71,9 Prozent der Pressemitteilungen enthielten Hyperlinks, davon 29,7 Prozent sogar mit suchmaschinenoptimierten Ankertexten.

Die vollständige Online-PR Studie zum Wandel der Pressemitteilung:
http://www.pr-gateway.de/white-papers/online-pr-studie

Von der Pressemitteilung zur Social Media News
Die Pressemitteilung ist also bei weitem nicht tot, aber sie erhält durch die Online-PR eine neue Funktion und Gestalt. Die Online Pressemitteilung ist mehr als die digitale Form der klassischen Pressemitteilung. Sie entwickelt sich vielmehr zu einem ganz eigenständigen Kommunikationsinstrument mit neuen Inhalten und Formaten, aber auch mit neuen Anforderungen und Herausforderungen für die Unternehmenskommunikation. Die direkte Adressierung von Kunden und Interessenten ändert die inhaltliche Ausrichtung der Online-Pressemitteilung. Statt medienorientierter Produkt– und Unternehmensmeldungen sind kundenorientierte Inhalte gefragt. Kunden erwarten ehrliche, vertrauenswürdige und auf sie zugeschnittene Informationen, die ihre Fragen beantworten und ihre Probleme lösen. Die Online-Pressemitteilung kann beliebige interessante Informationen kommunizieren und auch Inhalte aus anderen PR-Medien mehrfach verwerten. So können Inhalte aus Fachbeiträgen, Whitepapers, Präsentationen oder Videos in Online-Pressemitteilungen zusammengefasst und separat veröffentlicht werden.

Durch Suchmaschinen zum Kunden
Bei der Entwicklung von Online-Pressemitteilungen zählt nicht die ausgeklügelte redaktionelle Arbeit allein, sondern vielmehr auch das Wissen um Keywords-Relevanz und Link-Building. Grundlegende Kenntnisse der Suchmaschinenoptimierung sind besonders wichtig in der Online-PR, denn sowohl Journalisten als auch potentielle Kunden starten ihre Recherchen fast immer in einer Suchmaschine. Durch die Einbindung von wichtigen Keywords und Hyperlinks erzielt die Pressemitteilung mehr Treffer in den Ergebnislisten der Suchmaschinen und erreicht mehr potenzielle Leser.
Presseportale, News-Dienste und Blogs bringen die Pressemitteilungen in die Suchmaschinen und von dort zu interessierten Lesern. Als Social Media News bietet die Online-Pressemitteilung auch ein ideales Instrument für die Information und den Dialog mit Fans und Followern. Um den manuellen Aufwand für die Mehrfacherfassung auf den einzelnen Portalen zu sparen, unterstützt der Web-Dienst PR-Gateway (www.pr-gateway.de) Unternehmen und Agenturen bei der Distribution von Pressemitteilungen im Internet und bietet einen zentralen Zugang zu Presseportalen, News-Diensten und Social Media.

Die Pressemitteilung verschwindet nicht aus der PR-Arbeit, im Gegenteil. Mit den Online-Medien erlebt sie eine Evolution und einen neuen Aufschwung als zentrales Informations- und Nachrichtenmedium der Online-PR. Die Kombination aus PR- und Marketingwissen in Verbindung mit grundlegenden SEO Techniken macht die Online-Pressemitteilung zu einem wirkungsvollen Kommunikationsinstrument im Web 2.0. Durch die vielfältigen und weitreichenden Verbreitungsmöglichkeiten im Internet, können Online-Pressemitteilungen einen wichtigen Beitrag leisten, um die Sichtbarkeit und Reichweite in den Suchmaschinen zu verbessern und den Weg zu neuen Kunden zu ebnen.


7 Tipps für erfolgreiche Online-Pressemitteilungen

1. Relevante Inhalte bieten einen Mehrwert für den Leser (keine Werbung)

2. Struktur und Gliederung mit Titel, Absätzen und Zwischenüberschriften schafft Übersicht

3. Verwendung von relevanten Schlagworten (Keywords) aus der Alltagssprache verbessert die Auffindbarkeit

4. Hyperlinks schaffen eine direkte Verbindung vom Text zum Unternehmen

5. Bilder und Videos erhöhen die Aufmerksamkeit und Lebendigkeit

6. Eine regelmäßige Veröffentlichung sorgt für mehr Aktualität

7. Eine Veröffentlichung der Meldung über viele Portale erhöht die Reichweite

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