> Das Dienstleisterverzeichnis für Marketing <        
print logo

Texte, die Ihren Verkauf ankurbeln

Texte
Gerhard J Ernest | 08.08.2005

Schreiben Sie gew&uuml;rfelten K&auml;se oder trifft wirklich jedes Ihrer Worte den Nagel auf den Kopf?

Texte, die Ihren Verkauf ankurbeln

Sagen Sie nicht &quot;Diesen Artikel sollte ich vielleicht einmal lesen&quot;, sondern &quot;Ja, ich lese diesen wichtigen Artikel jetzt sofort.&quot; Setzen Sie jetzt gleich die &quot;richtigen&quot; Worte. Lesen Sie sofort, wie Ihr Text den richtigen Bi&szlig; erh&auml;lt...

&quot;Am Anfang war das Wort&quot;, so bedeutungsschwanger steht es schon der Bibel geschrieben. Um jetzt gleich Mi&szlig;verst&auml;ndnissen vorzubeugen: Texten ist eine andere Welt als Schreiben. Vollblut-Texter wie icht h&ouml;ren oft, dass werbliche/verkaufsorienteirte Texte als Vergewaltigung der deutschen Sprachkultur gesehen werden. So erkl&auml;rte 1997 der Mannheimer Marketing- Professort Erwin Dichtl: &quot;Ich habe wenig Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, wenn Sch&uuml;ler mit Friedrich Schiller und Thomas Mann vollgepumpt werden, aber keinen ordentlichen Brief schreiben k&ouml;nnen.

Der Mann spricht mir aus der Seele! Auch mir treibt es t&auml;glich die Schamr&ouml;te ins Gesicht, wenn ich die kreativen Erg&uuml;sse der Kommunikationszunft betrachte.

Zusammenfassend: Sie— und ich— leben im hardselling-Zeitalter. Konkret: malochen, verkaufen, anbieten— und pr&auml;sentieren auf Teufel komm raus. Sind Sie erfolgsgierig? Ja, dann legen Sie ab sofort jedes Wort auf die Goldwaage.

Warum kommt Sie Textm&uuml;ll teuer?
Ihr geschriebenes, gedrucktes oder gesprochenes Wort ist die Voraussetzung zur Umsetzung Ihrer Marketingziele: von der zielgerichteten Erstinformation &uuml;ber die Stammkundenpflege bis zur Schaffung von Impulsen zum Wieder- oder Nachkauf. So wirkt &quot;ganzheitliche oder vernetzte&quot; Marketing-Kommunikation.

Gegen wen und was k&auml;mpfen Ihre Worte?
&gt; Ihre Zielgruppe leidet an der Medienflut. Sie k&auml;mpfen mit Ihrem Text/Werbebotschaft gegen 93 Prozent Informations&uuml;berlastung.
&gt; 1975 mu&szlig;te Ihre Zielgruppe t&auml;glich ca. 300 Werbebotschaften wie ein Schwamm aufsaugen.
&gt; 1997 erstickte man t&auml;glich bereits in ca. 3000 Werbeimpulsen.
&gt; Heute: Jeder von uns erstickt in ca. 7.000 t&auml;glichen Impulsen. Tendenz: steigend!
&gt; Audiovisuelle und multimediale Medien zwingen Ihre Zielgruppe zu v&ouml;llig neuem Seh-, Denk-, Lese- und Erinnerungsverhalten.
&gt; Fazit: 95 Prozent Ihrer Zielgruppe erinnert sich bereits nach ca. einer Stunde nicht mehr an Ihren Text/Werbebotschaft.

Welches Textr&uuml;stzeug macht Sie erfolgreich?
&gt; Treffsichere Verkaufsargumente &gt; Kriminilastischer Sp&uuml;rsinn beim Recherchieren &gt; Orthographische, grammatische und syntaktische Genauigkeit &gt; Kenntnis im neuesten Wettbewerbsrecht &gt; Abh&auml;ngig von Produkt/Dienstleistung: technisches Verst&auml;ndnis &gt; Disziplin &gt; Kreativit&auml;t &gt; Vernetztes, ganzheitliches Marketingdenken, -Wissen und Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen &gt; Sehr gute Allgemeinbildung &gt; Neugier &gt; W&uuml;nschenswert: werbliche Ausbildung &gt; Logik &gt; Zitatenbuch etc.

Herrschel G. Lewis, einer der besten Texter aus den USA, antwortete auf die Frage, was seinen Erfolg beim Texten ausmacht: &quot;Ich kenne die Psychologie der Menschen, die das Produkt kaufen sollen. Ich wei&szlig; aber nicht, wie diese Dinge technisch funktionieren. Beispiel: ich habe noch nie im Leben gestickt. K&uuml;rzlich habe ich einen Werbebrief geschrieben, um Sticknadeln zu verkaufen. Der Brief war erfolgreich, weil ich wei&szlig;, wie man verkauft. Und das ist viel mehr wert als jedes Kommunikationstalent&quot;.

Was bewirken Ihre starken Worte?
&gt; Sie werben um Auftr&auml;ge, z.B. &quot;... ich setze alles daran, termingerecht zu liefern...&quot;
&gt; Sie manipulieren Kaufentscheidungen, z. B. &quot;K&ouml;nnen Sie es sich wirklich leisten, auf diesen Preisvorteil zu verzichten?
&gt; Sie schaffen Alleinstellungsmerkmale, z. B. &quot;Meine Neuentwicklung, der XY-Turbo ist weltweit der leiseste...&quot;
&gt; Sie beleidigen, z.B. &quot;Frau Kollegin, der neue Hosenanzug steht Ihnen ausgezeichnet. Gibt es den auch in Ihrer Gr&ouml;&szlig;e?&quot;

Wie stil- und wortsicher sind Sie?
&quot;Einen&quot; guten Ton gibt es nicht. Hemds&auml;rmelig ausgedr&uuml;ckt: Jede Ihrer Zielgruppen hat eine eigene Sprache. Sie sprechen den H&auml;uptling im Finanzamt anders an als Ihren Vertriebs-Mitarbeiter. Ziel: machen Sie k&uuml;nftig keine gro&szlig;en Worte mehr, sondern treffende. Texten, schreiben und sprechen Sie Klar-Text.

Achtung: Ihre vier gef&auml;hrlichsten Text-Killer!

1. Negative Sprache
George Walther, Unternehmensberater gro&szlig;er amerikanischer Firmen, schrieb den Bestseller: Sag, was du meinst, und du bekommst, was du willst.

Sie steigern Ihre Erfolge durch positives Denken. Warum nicht auch durch eine positive Sprache? bei uns im Deutschen wimmelt es nur so von halbherzigen &quot;Wir sollten vielleicht&quot;, &quot;Ich versuche es&quot;. Schreiben und sagen Sie ab sofort nie mehr &quot;Das habe ich noch nie so gemacht&quot;, sondern: &quot;Ja, endlich mal eine neue Erfolgschance!&quot;

Beispiele: Sagen Sie anstatt: Ich m&uuml;&szlig;te den Bericht bis zum 15. geschafft haben— Ich habe den Bericht 100-prozentig schon vor dem 17. fertig.

Sagen Sie nie: &quot;Das ist Ihr Problem&quot;, sondern &quot;Wir haben jetzt eine gemeinsame Herausforderung&quot;.


2. Logik

Zitat: &quot;Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. Ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist, so kommen keine guten Werke zustande. Kommen keine guten Werke zustande, so gedeihen Kunst und Moral nicht, trifft die Justiz nicht, so wei&szlig; das Volk nicht, wohin Hand und Fu&szlig; setzen. Also dulde keine Willk&uuml;rlichkeit in den Worten.Das ist es, worauf es ankommt. (Konfuzius)

Beispiel: &quot;Unser Ausstellungsraum wird immer leerer&quot;. Merke: Was lerr ist, kann nicht noch leerer werden! Oder: Schauen Sie die erste Folge unseres neuen Firmenvideos an&quot;. Frage: Worauf soll eine erste Folge folgen?

3. Stilbl&uuml;ten/Phrasen

&quot;Alle Mann sofort zum Chef!&quot; hei&szlig;t nicht: &quot;Die im Keller der Hauptverwaltung befindlichen Personen haben sich unverz&uuml;glich im B&uuml;ro des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers einzufinden. Oder: &quot;F&uuml;r Computer und Software sidn wir der Partner zur Betreuung Ihrer Probleme&quot;. Das kann ja heiter werden, wenn die meine Probleme nicht l&ouml;sen, sondern sogar noch betreuen... &quot;Im Mittelpunkt meines Unternehmens steht der Mensch&quot;. Das haben die Neandertaler auch schon an die H&ouml;hlenwand geschmiert! Zitat: Es gen&uuml;gt nicht, keinen Gedanken zu haben, man mu&szlig; auch unf&auml;hig sein, ihn auszudr&uuml;cken. (Karl Kraus)

4. Zeitgeist/Slang

Ja, frische, neue Umgangssprache macht Ihren Text lebendig, interessant und lesefreundlich. Achtung: verf&uuml;gen Sie &uuml;ber das richtige Fingerspitzengef&uuml;hl? Klar, Sie texten &uuml;ber Produkte oder Dienstleistungen f&uuml;rs Jahr 2010. Das schreit nach Zeitgeistsprache. Ich liebe das mit 200 Sachen heranjagende Wort &quot;brettern&quot;. Trotzdem w&uuml;rde ich dieses turbogeile, kraftvolle Wort und folgende Slang-Beispiele nie in einem Gesch&auml;ftsbrief an Sie einsetzen!
&gt; Sie machen Ihren sch&auml;rfsten Konkurrenten platt.
&gt; Sie fahren Ihre Fixkosten runter. Texte, sprachlich unten im lispelnden Proll-Millieu.
&gt; Boah ey, mu&szlig;te reinbrezeln, Alter. Voll stark ey— meine neue Preisliste auf DVD.


Gerhard J. Ernest