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  |  23.05.2012

Facebook-Aktie nichts für Kurzfrist-Spekulanten

Aktionäre sollten auf die langfristigen Strategien des kalifornischen Konzerns setzen.
Alle Welt lacht über den Börsengang von Facebook. Selbst die Bild-Zeitung spricht vom Platzen einer Blase. So wird sich wohl auch der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert freudig zurücklehnen, weil seine kritischen Prophezeiungen weitaus früher eintreten als er es selbst für möglich gehalten hat. Er hält die Aktie des kalifornischen Konzerns für überbewertet und rechnet sogar mit einem Zusammenbruch des Facebook-Geschäftsmodells wegen Kollisionen mit dem Datenschutz in Deutschland und Europa.

Geschäftsstrategien für Social TV und F-Commerce

Zu den weniger pessimistischen Zeitgenossen zählt Karl-Heinz Land von Microstrategy, der direkt zum Börsenstart gegenüber dem Wall Street Journal in New York sagte, dass er nicht damit rechne, dass der Aktienkurs sofort durch die Decke gehen würde. Nach seiner Rückkehr in Deutschland sprach NeueNachricht mit Land über seine Einschätzung zum Kursverlauf der Facebook-Aktie: „Ich bin ein überzeugter Langfrist-Anleger und gehe nicht davon aus, innerhalb von drei Tagen mit einer Verdopplung des Börsenwertes zu rechnen. Gegenüber dem Wall Street Journal habe ich ausgeführt, dass ich froh bin, wenn Facebook den Wert halbwegs halten kann. Es ist vor der Einführung der Aktie in der Öffentlichkeit ein gigantischer Hype produziert worden. Die Bewertung mit 100 Milliarden ist schon eine besondere Leistung. Bislang ist das trotz aller Unkenrufe für Facebook gut gelaufen. Man hat mit rund 16 Milliarden Dollar viel Geld in die Kasse bekommen und kann das jetzt in neue Geschäftsmodelle investieren. Ich sehe in der Tendenz sogar eine erhebliche Unterbewertung. Und da stehe ich nicht alleine. Zu einem ähnlichen Urteil kommt Scott Galloway von der New York Stern University. Heute stehe nur das Geschäftsmodell mit Marketing und Werbung im Vordergrund. Damit macht Facebook rund vier Milliarden Dollar Umsatz. Wenn man diese Zahl für die Börsenbewertung zugrundlegt, gelange ich nicht zu einem Wert von 100 Milliarden“, so Land. Bei Facebook stünden aber noch ganz andere Märkte auf der Agenda. Etwa der so genannte F-Commerce oder Social Commerce. Wo hier die Reise langgeht, werde auf dem iCommerce Summit von Microstrategy im Juli in Amsterdam thematisiert.

Es gebe Analysten, die davon ausgehen, dass Facebook in fünf bis sechs Jahren mehr als 50 Milliarden Dollar Umsatz mit Commerce als Händler machen wird. Auch der Markt für Werbung werde weiter wachsen. Da liege Facebook in den nächsten Jahren jährlich bei 10 bis 15 Milliarden Dollar. „Zudem bewegt sich der Zuckerberg-Konzern gerade in Richtung Fernsehen und Social TV, um diesen Werbemarkt zu erschließen, der insgesamt 200 Milliarden Dollar jährlich abwirft. Wenn sich Facebook aus diesem Markt nur 10 bis 20 Prozent holt, dann machen sie hier auch noch einmal 20 bis 40 Milliarden Dollar Umsatz. Dann kommt man in Zukunft auf einen Jahresumsatz von 90 bis 100 Milliarden Dollar. Genau hier liegt der Grund für die hohe Bewertung von Facebook“, erläutert Marketingexperte Land.

Warum Spekulanten auf die Nase fallen

Der Börsengang werde von Kritikern mit Spott und Häme bedacht, die schon vorher mit dem weltweit größten Social Network auf Kriegsfuß standen, wie der Datenschützer Weichert. Kurz vor dem Niedergang der New Economy vor 12 Jahren schrieb die Bild-Zeitung noch, dass man Aktien kaufen solle. „Wenn die eine ‚Kaufempfehlung‘ abgeben, sollte man das Gegenteil tun. Jetzt publiziert das Boulevardblatt das Gegenteil und wertet den Börsengang bereits als Flop. Das ist natürlich Unsinn. Genau das Gegenteil ist der Fall. Facebook konnte die Kassen füllen, was auch für die Aktionäre gut ist. Jetzt kann der Konzern nachhaltig seine Geschäftsstrategie entwickeln. Mark Zuckerberg hat von Anfang an gesagt, dass er den Börsengang umsetzen wolle, um die Weiterentwicklung seines Unternehmens als soziales Netzwerk sicherzustellen. Deshalb sind auch die eingereichten Aktionärsklagen wegen des Kursrückganges in den vergangenen Tagen nicht sachgemäß. Zuckerberg hat selbst vor dem Hype gewarnt und noch Tage vor dem Börsenstart klar auf die langfristige Ausrichtung seines Konzerns hingewiesen. Die Kurzfrist-Spekulanten fallen jetzt auf die Nase. Wer für die Aktie für 40 Dollar gekauft hat, erlebt ein böses Erwachen. Facebook ist kein Zockerpapier für schnelle Gewinne. Der Kursverlust ist eine gute Option, um Aktien zu kaufen für eine langfristige Perspektive“, sagt Land. Ähnliches konnte man auch beim Börsenstart von Google beobachten. Auch da hätten die Analysten von einem Kauf abgeraten und vor dem Google-Gaga-Effekt gewarnt. Mittlerweile habe sich der Wert der Google-Aktie verfünffacht. Das sei auch nicht über Nacht entstanden und brauchte seine Zeit.

Markenunternehmen setzen auf das Ökosystem von Facebook

Facebook könnte nach Ansicht von Scott Galloway zu einer der wertvollsten Marken der Welt werden. Er begründet es mit der Zeit, die Nutzer heute schon bei Facebook verbringen. Vom gesamten Zeitbudget für soziale Netzwerke werden 90 Prozent für Facebook verwendet. Die anderen Netzwerke teilen sich die übrig gebliebenen 10 Prozent. „Facebook hat vor zwei Wochen einen eigenen App-Store gestartet. Firmen wie Coca Cola, Mercedes, Nike oder Adidas und alle weiteren großen Marken dieser Welt fangen an, Apps für das Ökosystem Facebook zu entwickeln. Es gibt Unternehmen wie die Metro, die haben vor zehn oder 15 Jahren kurz mit dem Internet gespielt und ihre Aktivitäten wieder eingestellt. Heute sehen das viele Firmen als Fehler, weil die Verbraucher immer weniger in den stationären Handel gehen. Dieses Brot-und-Butter-Geschäft bricht weg. Die gleichen Fehler machen Organisationen in sozialen Netzwerken. Wer nicht auf Facebook präsent ist, gerät in ein stürmisches Fahrwasser“, meint Land.

Ein loyaler Facebook-Kunde beglücke die Unternehmen mit einem sehr viel höheren Umsatz als es normal Kunden tun. Teile liege der Umsatz bei Facebook-Fans doppelt so hoch. Zudem ändere sich das Paradigma im Netz. „Früher stand die Suche im Vordergrund. Mit Facebook ändert sich das Paradigma auf die Personalisierung von Diensten. Ich weiß was Du magst, kenne Deine Präferenzen und bediene Dich als Kunden wie früher der Tante Emma-Laden. Facebook entwickelt sich zur größten Präferenz-Datenbank und ermöglicht Services, wie sie ein Concierge im Hotel leistet“, resümiert Land. Er geht davon aus, dass sich der Facebook-Aktienkurs bei 25 bis 30 Dollar stabilisieren wird. Bei diesem Niveau sei ein Einstieg lukrativ mit einer langfristigen Perspektive.



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