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  |  09.07.2012

Auf dem Schulhof ein Feigling, im Internet ein Draufgänger

Microsoft veröffentlicht Ergebnisse einer aktuellen Cybermobbing-Studie unter Kindern und Jugendlichen.
Trugen Kinder früher Hänseleien und Beschimpfungen auf dem Schulhof aus, so ist heute das Internet die Plattform für Verunglimpfungen und Streitigkeiten. Für Betroffene kann das verhängnisvolle Folgen haben: Während der Pausenzoff meist schnell vergessen ist, sind im Internet veröffentlichte Beiträge, Bilder oder Videos nicht einfach zu löschen. In Deutschland haben bereits 39 Prozent der Kinder und Jugendlichen einschlägige Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. Das ergab eine weltweite Studie von Microsoft unter Kindern und Jugendlichen im Alter von 8-17 Jahren. Zum Vergleich: Der Durchschnitt in den 25 teilnehmenden Ländern lag bei 37 Prozent. Im internationalen Ranking landet Deutschland damit im Mittelfeld – auf Platz elf.

Der Begriff des Cyber- beziehungsweise Online-Mobbings ist nicht klar definiert. Für die Studie wurde deshalb nach negativen Erfahrungen im Internet gefragt. 26 Prozent der Kinder mit Mobbing-Erfahrung gaben an, Opfer kleiner Gemeinheiten und unfreundlicher Handlungen gewesen zu sein, bei 20 Prozent wurde der Name verunglimpft und weitere 18 Prozent wurden gehänselt oder lächerlich gemacht. Nicht überraschend ist, dass die Gefahr des Cybermobbings mit dem Grad der PC- und Internetnutzung steigt. So lag die Mobbing-Rate bei Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren mit 49 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, während es sich bei Jüngeren beim „Mobbing” eher um ein Problem der Offline-Welt handelt. Mädchen mobben online mehr als Jungen (19 Prozent vs. 12 Prozent). „Für Kinder und Jugendliche gibt es meist keine Trennung von digitaler und realer Welt, sie sind über Smartphone, Handy und PC durchgehend online. Oft geben sie unbedacht Privates und Persönliches preis und machen sich dadurch angreifbar. Diese Verletzlichkeit im Streitfall auszunutzen ist für viele auch ein Buhlen um Anerkennung. Ist man auf dem Schulhof ein Feigling, kann man im Internet leicht den Draufgänger geben”, sagt Thomas Schmidt, Medienpädagoge in Berlin. „Und wenn man als Schule das Thema aktiv angehen will, findet man gutes Material auf www.sicherheit-macht-schule.de.”

Problembewusstsein ist gestiegen

Das Verhalten der Erwachsenen unterstreicht das mittlerweile vorhandene Problembewusstsein in den Familien. So gaben 62 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen an, dass sie im Internet strenger kontrolliert werden und die Online-Zeit reglementiert ist. Bei Jugendlichen setzen Eltern hingegen auf Gespräche, wobei Mädchen eher danach gefragt werden, ob sie online gemobbt werden. Deutlich schlechter schneiden die Schulen ab. Hier ergab die Studie, dass nur 28 Prozent der Bildungseinrichtungen aktiv über die Gefahren des Cybermobbings informieren. Offizielle Richtlinien gegen Online-Mobbing gab es sogar nur bei 18 Prozent der Schulen.

Jeder kann Cybermobbing bekämpfen

Auch wenn die Bemühungen in die richtige Richtung gehen, bleibt viel zu tun. „Kinder vor Cybermobbing zu schützen, liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung. Eltern, Lehrer, Schulleiter, der Gesetzgeber und die Softwareindustrie – wir alle spielen dabei eine wichtige Rolle”, unterstreicht Severin Löffler, Assistant General Counsel und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Microsoft Deutschland GmbH. Um Eltern und Lehrer besser zu unterstützen, stellt Microsoft Informationsmaterial und innovative Werkzeuge zur Verfügung. Hierzu gehört zum Beispiel ein neues Online-Quiz (http://www.microsoft.com/security/default.aspx), das Erwachsene für das Thema sensibilisiert.


Eine Zusammenfassung der aktuellen Microsoft-Studie zum Thema Cybermobbing ist unter http://download.microsoft.com/download/C/E/6/CE6CB774-083B-4234-98A8-B62C60 Ergebnisse_Deutschland.pdf verfügbar.

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