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55 Prozent mehr Umsatz mit Internet-Wetten

Bundesländer wollen private Angebote verbieten / Staatliches Monopol hilft ausländischer Konkurrenz / Gerichte kritisieren politische Praxis

Berlin, 20. Oktober 2006
Die Anbieter von Internet-Wetten k&ouml;nnen ihren Umsatz in Deutschland dieses Jahr um 55 Prozent steigern. „Der noch junge Markt w&auml;chst auf 1,7 Milliarden Euro“, erkl&auml;rt Bernhard Rohleder, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Das sind rund 600 Millionen Euro mehr als 2005. Grundlage der Angaben ist eine exklusive Studie des Marktforschungsinstituts Goldmedia. Abh&auml;ngig von den politischen Rahmenbedingungen rechnen die Experten mit einem moderaten bis starken Plus in den kommenden Jahren. Wenn ab 2007 neue private Anbieter an dem Gesch&auml;ft mit Online-Wetten teilnehmen d&uuml;rfen, k&ouml;nnte sich der Umsatz bis 2010 sogar vervierfachen.

Die Bundesl&auml;nder indes wollen private Unternehmen so weit wie m&ouml;glich von dem Markt fernhalten. Trotz Kritik aus der Wirtschaft haben sie sich gestern darauf verst&auml;ndigt, das staatliche Gl&uuml;cksspiel-Monopol zu erhalten. Ein Entwurf f&uuml;r den neuen Lotteriestaatsvertrag untersagt privaten Firmen, Gl&uuml;cksspiele im Internet oder Sportwetten per SMS anzubieten – eine Regelung nach dem Geschmack der staatlichen Wett-Anbieter. „Damit wird ein verstaubtes Monopol aus der Vorkriegszeit zementiert“, kritisiert Rohleder. „Wir sollten uns davon verabschieden und daf&uuml;r sorgen, dass sich junge Internet-Unternehmen in Deutschland ansiedeln.“ Ansonsten w&uuml;rde das Gesch&auml;ft eben im Ausland gemacht. „Der n&auml;chste Anbieter ist im Netz nur einen Mausklick entfernt.“

Das Bundesverfassungsgericht hat das bisherige staatliche Wettmonopol bereits im Fr&uuml;hjahr f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt; bis Ende 2007 haben die Politiker Zeit f&uuml;r eine Neuregelung. „Es ist besonders &auml;rgerlich, dass die Bundesl&auml;nder auf einer so unsicheren Grundlage den freien Wettbewerb behindern“, kommentiert der BITKOM-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer. So habe im August Sachsen dem Sportwetten-Anbieter Bwin rechtswidrig den Gesch&auml;ftsbetrieb untersagt. Das Verwaltungsgericht Dresden kassierte das Gewerbeverbot am Dienstag. Bwin kann sich auf eine g&uuml;ltige Wett-Lizenz aus DDR-Zeiten berufen – eine der wenigen aktuellen Ausnahmen vom staatlichen Monopol.

Ansprechpartner
Christian Spahr
Pressesprecher Telekommunikation &amp; Recht
+49. 30. 27576-112
Fax +49. 30. 27576-400
c.spahr@bitkom.org

Dr. Volker Kitz
Bereichsleiter Telekommunikations- und Medienpolitik
+49. 30. 27576-221
Fax +49. 30. 27576-222
v.kitz@bitkom.org

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. vertritt mehr als 1.000 Unternehmen, davon 800 Direktmitglieder mit etwa 120 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Besch&auml;ftigten. Hierzu z&auml;hlen Ger&auml;tehersteller, Anbieter von Software, IT-Services, Telekommunikationsdiensten und Content. Der BITKOM setzt sich insbesondere f&uuml;r bessere ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik ein.