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Wachstumsmotor Onlinehandel – Versandhandelsbranche entwickelt sich mit ungeheurer Dynamik

Multi-Channel-Versender dominieren den Markt / Über 51 Millionen Deutsche bestellen im Versand / bvh-Studie: Frauen sind die besten Versandkunden

Frankfurt am Main, 10.07.2006 Der Versandhandelsmarkt in Deutschland ist wesentlich umsatzst&auml;rker als bisher angenommen. In diesem Jahr werden im Versandhandel 26,3 Milliarden Euro umgesetzt, rund 30 Prozent mehr als bislang bekannt. Pro Kopf gibt jeder Deutsche im Schnitt 318 Euro im Jahr im Versandhandel aus. Der Versandhandel erreicht damit einen Rekordanteil am gesamten deutschen Einzelhandel von 6,8 Prozent. Diese Zahlen stellte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) auf seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main vor. Sie sind Ergebnisse der repr&auml;sentativen Studie „Versandhandel in Deutschland“ des Forschungsinstituts TNS Infratest, Bielefeld, die der bvh in Auftrag gegeben hatte. In einer umfassenden, zweimonatigen Untersuchung wurden hier die deutschen Verbraucher nach ihrem Ausgabeverhalten im Versandhandel befragt.

Wachstumsmotor E-Commerce – Versandhandelsbranche entwickelt sich mit ungeheurer Dynamik
„Neue Bestellwege und neue Versandhandelsformen haben in den letzten zehn Jahren eine ungeheure Wachstumsdynamik im Markt ausgel&ouml;st. Motor war dabei eindeutig der Onlinehandel. Das hat die Ums&auml;tze des Vertriebskanals noch weit h&ouml;her als uns bisher bekannt war steigen lassen“, so der Pr&auml;sident des Verbandes, Rolf Sch&auml;fer, in Frankfurt. Um die vielen neuen Formen des Versandhandels auch vom Umsatz her quantifizieren zu k&ouml;nnen, hatte der Verband die breit angelegte Studie in Auftrag gegeben. Der Verband selbst war bislang nur von einem Marktvolumen in H&ouml;he von rund 20 Milliarden ausgegangen. Das tats&auml;chliche Marktvolumen liegt inzwischen bei 26,3 Milliarden Euro.

Seit den Anf&auml;ngen der kommerziellen Nutzung des Internet Mitte der 90er Jahre konnten die klassischen Katalogversender ihre Ums&auml;tze durch das Internet zus&auml;tzlich ausweiten. Dar&uuml;ber hinaus sind im Markt neue, h&ouml;chst dynamische Versandhandelsformen entstanden. Neben den aus den klassischen Katalogversendern hervorgegangenen Multi-Channel-Versendern per Katalog und Internet wird der Versandmarkt inzwischen erg&auml;nzt durch reine Internetversender, Ebay-Powerseller, Teleshoppingversender und den Apothekenversand. Hinzu kommen auch Station&auml;rh&auml;ndler und Hersteller, vor allem im Textilbereich, die inzwischen ihre Waren &uuml;ber das Internet auch direkt an den Endkunden verkaufen. Alle Versandhandelsformen gemeinsam werden in diesem Jahr einen Rekordanteil von 6,8 Prozent am gesamten deutschen Einzelhandelsumsatz von derzeit etwa 389 Milliarden Euro erreichen. Im Jahr 1996 lag der Marktanteil der Versender am gesamten deutschen Einzelhandel noch bei 5,8 Prozent.

Multi-Channel-Versender dominieren den Markt
Die Multi-Channel-Versender, also die Versender mit Angebot sowohl per Katalog als auch per Internet, haben im Markt mit Abstand das gr&ouml;&szlig;te Gewicht. Mit einem Umsatz von 17,5 Milliarden Euro bestimmen sie das Marktgeschehen. Und mit einem Onlinevolumen von &uuml;ber 4 Milliarden setzen die Multi-Channel-Versender mehr im Internet um als jede andere Versandform, weit mehr auch als die reinen Internetversender, die hier ein Umsatzvolumen in H&ouml;he von fast 3 Milliarden Euro erreichen.

Ebay-Powerseller erzielen inzwischen fast 2 Milliarden Euro Umsatz, Teleshoppingversender liegen bei knapp1,3 Milliarden Euro. Die Versender, die klassischerweise aus dem Station&auml;rhandel kommen, setzen immerhin eine halbe Milliarde Euro um. Der erst seit dem Jahr 2000 bestehende Apothekenversand kommt inzwischen auf ein Gesamtvolumen von mehr als einer Viertel Milliarde Euro.

&Uuml;ber 51 Millionen Deutsche bestellen im Versand
Frauen sind die besten Versandkunden
Inzwischen sind 51,8 Millionen Menschen in Deutschland Versandhausk&auml;ufer, davon 27 Millionen Frauen und knapp 25 Millionen M&auml;nner. Frauen sind die besten Versandkunden, sie bestellen f&uuml;r 16 Milliarden Euro im Jahr Waren per Versand, M&auml;nner f&uuml;r 10,3 Milliarden Euro. Deutlich vorn liegen Frauen auch, wenn es um Bestellungen bei Versendern mit gemeinsamem Katalog- und Internetangebot geht sowie beim Teleshopping. M&auml;nner hingegen f&uuml;hren bei Bestellungen bei reinen Internetversendern und Ebay-Powersellern.

Jedes f&uuml;nfte Kleidungsst&uuml;ck wird im Versandhandel gekauft
Die beliebteste Warengruppe im Versandhandel ist die Bekleidung. Hier werden 12,1 Milliarden Euro, also fast jeder zweite Euro im Versandhandel, umgesetzt. Gemessen am gesamten deutschen Textileinzelhandel hat der Versandhandel sogar einen Marktanteil in H&ouml;he von 21 Prozent. Jedes f&uuml;nfte Kleidungsst&uuml;ck in Deutschland wird inzwischen im Versandhandel gekauft.

Die mit deutlichem Abstand zweitst&auml;rkste Warengruppe im Versand ist der Bereich B&uuml;cher, Bild- und Tontr&auml;ger mit 16,4 Prozent aller Bestellungen. Unterhaltungselektronik und -technik folgt mit 7 Prozent, Haushaltsger&auml;te und –waren mit 6,7 Prozent. Auch f&uuml;r Hobby, Freizeit und Sammeln geben die Deutschen im Versandhandel gerne Geld aus, unter den beliebtesten Warengruppen rangiert dieses Sortiment auf Platz 5 mit 5,8 Prozent aller bestellten Waren. 5,6 Prozent aller per Versand verkauften Artikel sind M&ouml;bel oder Dekorationsartikel, 5 Prozent entfallen auf Medikamente und Drogerieartikel.

Um welche Produkte es sich auch immer handelt, eines ist sicher: Sie werden zunehmend im Internet bestellt. Das Umsatzvolumen der im Internet bestellten Waren wird 2006 auf einen Wert in H&ouml;he von 10 Milliarden Euro steigen. &Uuml;ber 44 Prozent aller Bestellungen im Versandhandel gehen bereits elektronisch ein.

Dennoch gilt: Der Katalog ist ein unverzichtbares Medium in der Kundenansprache, ohne ihn g&auml;be es die hohe Zahl der Internetbestellungen gar nicht. Beinahe drei Viertel aller Internetbesteller haben vor dem Onlinekauf den gedruckten Katalog des Versenders in die Hand genommen, so die Studie.

Die Untersuchung hat auch ergeben, dass zwei Dinge f&uuml;r eine Kaufentscheidung im Versandhandel immer wieder entscheidend sind: Die Lieferung bis an die Haust&uuml;r und die Tatsache, dass man im Versandhandel Dinge bestellen kann, die in Gesch&auml;ften nur schwer, unter enorm viel Zeitaufwand oder gar nicht zu finden sind.

bvh: Mehrwertsteuererh&ouml;hung 2007 wird nicht voll weitergegeben
Die Versandhandelsbranche rechnet in diesem Jahr noch mit vorgezogenen K&auml;ufen der Konsumenten im Zuge der Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer ab 2007. F&uuml;r 2007 hingegen geht die Branche davon aus, dass die Ausgabefreudigkeit der letzten Monaten dieses Jahres nicht anhalten wird. Zumindest dann, wenn es um langlebige Konsumg&uuml;ter geht. „Welche Auswirkungen das f&uuml;r den Versandhandel haben wird, h&auml;ngt im hohen Ma&szlig;e vom weiteren Verlauf der Konjunktur hierzulande ab“, so Sch&auml;fer.

Einen erheblichen Teil der steigenden Mehrwertsteuer wird die Branche nicht an den Konsumenten weitergeben k&ouml;nnen, so die Einsch&auml;tzung ihres Pr&auml;sidenten. Sowohl die Transparenz und Vergleichbarkeit der Kataloge als auch ihre zum Teil langen Laufzeiten &uuml;ber den Jahreswechsel 2007 hinweg werden in vielen F&auml;llen eine &Auml;nderung der Preise verbieten. „Dies ist auf der einen Seite eine Belastung f&uuml;r die Versandunternehmen, die die zus&auml;tzlichen Prozentpunkte der Mehrwertsteuer selbst zu tragen haben. Wir sehen hier aber auch eine erhebliche Chance gegen&uuml;ber dem Kunden“, so Sch&auml;fer. Wie schon bei der Euroumstellung kann der Verbraucher den gedruckten Katalog f&uuml;r Preisvergleiche „vorher - nachher“ und gegen&uuml;ber dem Station&auml;rhandel heranziehen. Der Verband setzt darauf, dass die Kunden die hohe Preistransparenz und das gute Preisniveau honorieren wird.



Zur Studie: Die Untersuchung wurde von TNS Infratest, Bielefeld, im Auftrag des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels vom 30. M&auml;rz bis 27. Mai 2006 durchgef&uuml;hrt. Deutschlandweit wurden in diesem Zeitraum 24.075 Menschen &uuml;ber 14 Jahren nach ihrem Ausgabeverhalten im Versandhandel befragt. Die Befragung der Verbraucher fand in Form telefonischer Interviews mittels einheitlichem Fragebogen statt. Die Studie steht unter www.versandhandel.org im Pressebereich zum Download bereit.



Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Branchenorganisation f&uuml;r deutsche Versandhandelsunternehmen. Der Verband vertritt seit 1947 die Interessen der Branche. Derzeit sind 210 Unternehmen im Verband organisiert.