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Teurer Rohstoff vergammelt auf Halde
Weitgehend ist in Deutschland das Abwasserkanalsystem marode und viele Städte betreiben einen fortwährenden
Kreislauf des Löcherstopfens.
von Rudolf F. Thomas
Aber-Millionen Tonnen Altreifen lagern irgendwo im Land verteilt auf Halden. Windige Geschäftemacher haben für einen Apfel und ein Ei, Gewerbeflächen angemietet um dort Altreifen zu lagern. Sie kassierten pro Altreifen Gebühren, sammelten so Millionen Euro und verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Zurück blieben Kommunen die in ihren Gewerbegebieten auf Bergen von Altreifen sitzen. Nach EG-Richtlinien sollen Altreifen einer Wiederverwertung zugeführt werden. Die Abschaffung der Deponierung oder Verbrennung ohne Energiegewinnung ist erklärter Wille.
Altreifen verrotten zu unserer Lebenszeit nicht. Vielleicht, so Experten, in 2000 Jahren. In jedem Altreifen, egal ob er vom Fahrrad, Motorrad oder LKW stammt, steckt der Rohstoff Kautschuk. Dieser kann durch entsprechende technische Verfahren als Granulat und Gummimehl gewonnen werden um neue, ökologisch sinnvolle Produkte herzustellen.
Weitgehend ist in Deutschland das Abwasserkanalsystem marode und viele Städte betreiben einen fortwährenden
Kreislauf des Löcherstopfens. Klassisch sind Abwasser-kanalrohre aus Steinzeug oder Kunststoff. In ihnen bilden sich im Lauf der Zeit Verwurzelungen, die sich regelrecht durchfressen. Abwässer dringen dadurch ins Grundwasser ein. Steinzeugrohre zur Abwasserkanalisierung nutzen ab, werden teilweise so dünn wie Zeitungspapier. Den Rest besorgen Erschütterungen durch enorme Belastungen, vor allem durch den LKW-Verkehr mit seinen hohen Tonnagen.
office@thomas-consultant.de
Die ständige Flickschusterrei belastet den Haushalt der Städte und Gemeinden. Darüber machen sich Dr. Joachim Bürger und Rudolf F. Thomas seit Jahren Gedanken. Innerhalb des Reifen-handels genießt Bürger den Ruf als „Herr der Ringe“. Seit fast 30 Jahren ist der Kommunikationsmanager für Konzerne der Reifenindustrie beratend tätig. Die ökologisch sinnvolle Verwertung von Altreifen sieht Bürger in deren Recycling, sprich Gewinnung des Rohstoffs Kautschuk zur Produktion von Abwasserkanalrohren. Seine Argumente sind allemal vernünftig, finden aber bisher nur geringes Interesse.
Kautschuk bricht nicht, dämmt hervorragend und nutzt nicht ab, es hält allen, auch chemischen Abwässern stand. Rohrbrüche sind ausgeschlossen. Rudolf F. Thomas hat Einsparungen von etwa 40 Prozent für die Abwasserkanalsanierung errechnen lassen. Einziger Nachteil von Abwasserkanalrohren aus Kautschuk ist ihr Gewicht. Gummi ist deutlich schwerer als Kunststoff. Dennoch spricht alles für Bürgers und Thomas Innovation für die sie sich seit zehn Jahren stark machen. „Politiker“, so ihre übereinstimmende Erfahrung, „zeigen sich zwar interessiert aber nicht wirklich engagiert“.
Die Industrie produziert und verkauft angesichts des Folgegeschäfts lieber Kunststoff- und Steinzeugrohre. Tiefbau-unternehmen müssen den öffentlichen Ausschreibungen entsprechen. Bisher steht in keiner Ausschreibung etwas von Rohren aus Kautschuk. So werden weiterhin die ohnehin klammen Haushalte der Kommunen für die Flickschusterei an Abwasserkanalrohren zur Kasse gebeten.
Weitere Informationen: THOMAS CONSULTANT im alten Zollhaus, Frankfurter Straße 120, 97082 Würzburg