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Klassisches Teambuilding? Nein danke!

Ich kann es einfach nicht mehr hören: Teambuilding. Wer hat denn wirklich noch Lust auf ein klassisches Teambuilding?
Holger Bartl | 25.04.2012

Rafting. Super Idee. 10 nasse Katzen in einem schwankenden Boot. Blaue Flecken, frierende Gestalten. Klasse.

Oder Klettergarten mit Abseilen. Erklären Sie einmal einem Mensch mit Höhenangst, was daran toll sein soll.

Canyoning. Haben Sie das Wort schon mal richtig ausgesprochen? Wird Ihnen auch nicht gelingen. Und den Teilnehmer sowieso nicht, denn denen schlottern vor Angst die Knie. Sie geben es nur nicht zu.

Geocaching. Ich werde nie verstehen, was daran toll sein soll, wenn unzählige erwachsene Menschen durch Wälder und Städte streunen, um kleine Caching-Punkte zu finden. Robinson Crusoe lässt grüßen.

Ich vergaß einen Klassiker: Bogenschießen. Toll, toll, toll. Vielleicht noch ein Jodel- und Wett-Melkdiplom gefällig?

Es ist mir einfach unbegreiflich, wie viele Gruppen heute noch völlig unsinnige Spielchen machen und dies als Teambuilding deklarieren. Zugegebenermaßen gibt es einige Klassiker, die man veredeln und immer wieder neu entdecken kann. Wie z. B. das Kochen. Aber muss es immer in einer Kochschule sein? Zum tausendsten Mal? Quatsch. Natürlich nicht. Ein cooles BBQ am Rhein, eine Trüffelsuche mit Bodo, dem Trüffelhund, ein Iglu bauen in Schwedisch Lappland oder mit den Krabbenfischern raus aufs Meer und pulen, bis der Arzt kommt. Es sind manchmal nur kleine kreative Ansätze, die dem klassischen Teambuilding eine völlig neue und erfrischende Richtung geben.

Das hat auch nicht immer etwas mit Luxus zu tun. Nein, heute geht es eher wieder in Richtung: back to basics. Man muss nicht in einem 5-Sterne-Luxushotel leben und mit dem Chauffeur zum Teamevent gebracht werden. Bier aus der Flasche, Wein aus Wassergläsern, einfaches, aber gutes Essen, nette Atmosphäre, coole Location, einsame Insel …

Natürlich gehört oft etwas Recherche und Mut dazu, solche Ideen zu finden und sie auch unternehmensintern durchzusetzen. Aber es lohnt sich. Oder glauben Sie wirklich, dass Ihr Chef nicht begeistert sein wird, wenn er zusammen mit Ihnen zum „Erntehelfer“ wird, Olivenbäume beschneidet, Steinmauern zieht, Oliven erntet, Tropföl auffängt und ein paar Monate später das erste unternehmenseigene Olivenöl in den Händen hält?

Euer Holger Bartl