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Ein kreativer Briefträger ist mühsam

Markus Hofmann bringt Sie einen Schritt weiter, indem er Ordnung in Ihr Gehirn schafft.
Markus Hofmann | 10.12.2012

Bevor wir loslegen habe ich noch eine Frage an Sie. Warum finden Sie zu Hause Ihre Post? "Ganz einfach", werden Sie sagen, "weil sie immer in meinem Briefkasten liegt." Angenommen Sie hätten einen kreativen Briefträger, der Ihre Post einmal in die Mikrowelle, dann in die Waschmaschine und am nächsten Tag in die Mülltonne legen würde. Das wäre die ersten Tage vielleicht noch amüsant. Spätestens nach einer Woche würden Sie ihn jedoch bitten, die Post wieder, wie gewohnt, in den Briefkasten zu legen.

Genauso verhält es sich mit den zahlreichen Informationen, die wir behalten wollen. Wir verhalten uns genauso wie der kreative Briefträger. Wenn wir Zahlen, Daten und Fakten abspeichern möchten, legen wir diese irgendwo im Gedächtnis ab, ohne zu überlegen, wie und wo wir sie wieder finden können.

Die Körperliste

Um jedoch die im Gedächtnis abgelegten Informationen jederzeit wieder auffinden zu können, richten wir jetzt virtuelle Briefkästen im Gedächtnis ein. Dafür nehmen wir den Körper zur Hilfe. Gemeinsam werden wir nun einzelne Briefkästen festlegen. Bitte stehen Sie auf. Mit Ihren Händen berühren Sie die im Folgenden genannten Körperteile. Sie lernen ganzheitlich, indem Sie nicht nur lesen, sondern das Körperteil auch tatsächlich berühren. Je mehr Reize Sie beim Lernen einsetzen, z.B. lautes Vorsprechen, umso leichter werden Sie diese virtuellen Briefkästen abspeichern.

Stehen Sie schon? Prima! Dann berühren Sie bitte nacheinander Ihre
1) Füße oder Zehen
2) Knie
3) Oberschenkel
4) Gesäß
5) Taille oder Bauch
6) Brust
7) Schulter
8) Hals
9) Gesicht
10) Haare oder Schädeldecke

Sie haben bestimmt bemerkt, dass dies eine logische Liste von unten nach oben ist. Deswegen ist es auch relativ einfach, die Punkte in der richtigen Reihenfolge zu beherrschen. Schließen Sie bitte jetzt die Augen und versuchen Sie, die gerade gelernten Begriffe der Reihe nach aufzusagen. Von unten nach oben und umgekehrt. Berühren Sie auch dabei die Stellen mit Ihren Händen. Los geht’s!

Glückwunsch! Nun ordnen wir die Zahlen 1 – 10 den einzelnen Begriffen zu. Nehmen Sie bitte Ihre Hand und legen Sie diese seitlich an Ihre Taille. Da Ihre Hand fünf Finger hat, verbinden Sie mit der Taille den fünften Briefkasten. Schauen Sie nun auf Ihre Schulter. Dort sitzen Schneewittchen und die sieben Zwerge. Sie begrüßen diese mit einem freundlichen 'hallo'. Dadurch wird die 'sieben' der Schulter zugeordnet. Sie mögen jetzt denken: "Das ist doch kindisch!" Dann berühren Sie bitte den Briefkasten Nummer acht! War das schwierig?, Sicherlich nicht, da die Nummer acht auf die sieben folgt und diese vorher mit den Zwergen und Schneewittchen markiert wurde. Deshalb ist es kein 'kindisches' lernen sondern 'kindliches' lernen. Ein kleiner aber entscheidender Unterschied. Und außerdem: Es ist absolut zweitrangig, WIE Sie sich eine Information merken. Das entscheidende ist doch, DASS Sie sich die Information merken. Ein Lehrer wird einen Schüler nie fragen, wie er sich die Vokabel abgespeichert hat, er sieht lediglich das Ergebnis. Ein Mitarbeiter wird seinen Vorgesetzten nie fragen, wie dieser sich seinen Namen gemerkt hat. Er nimmt lediglich wahr, dass er persönlich mit Namen angesprochen wurde.

Auf diese Weise machen Sie weiter. Wenn Sie nun die nächsten Punkte auf der Körperliste markieren, übertreiben Sie die Bilder, die vor Ihrem inneren Auge entstehen. Gestalten Sie diese lustig und kindlich. Wenn Sie z.B. Ihr Gesäß betrachten und es mit der Nummer vier verbinden wollen, weil dies der vierte Briefkasten ist, woran denken Sie spontan? Nehmen Sie das Bild, das Ihnen zuerst in den Sinn kommt. Das ist in der Regel das Beste. Vielleicht sitzen Sie ja des öfteren auf Ihren vier Buchstaben. Berühren Sie nun Ihre Knie. Derer besitzen Sie zwei. Somit ist dies auch der zweite Briefkasten. Die Brust und Ihr Briefkasten Nummer sechs könnte auch ein interessantes Bild ergeben. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Sie müssen ja nicht laut sagen, was Sie denken. Wie schon erwähnt, es ist absolut zweitrangig, WIE Sie sich eine Information merken. Das Entscheidende ist, DASS Sie sich die Information merken. Verknüpfen Sie nun die restlichen Körperteile mit den Zahlen.

Hervorragend! Dies ist die erste und wichtigste Liste, die Sie beim Erinnern von Informationen benötigen. Die Körperliste muss in Fleisch und Blut übergehen. Dazu sollten Sie diese noch einige Male wiederholen. Ich empfehle die erste Repetition nach ca. 25-30 Minuten. Die zweite Wiederholung sollte nach 24 Stunden, die dritte, vierte und fünfte Wiederholung verteilt auf die nächsten drei Tage erfolgen. Diesen Lernrhythmus sollten Sie immer anwenden, wenn Sie eine Information vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis transportieren wollen. Je öfter Sie die Techniken wiederholen, umso leichter können Sie sich neue Informationen abspeichern.

Nebenbei erwähnt: Die Bezeichnungen der einzelnen Briefkästen sind nicht fest. Ob Sie nun für die "1" Schuhe sagen oder Socken oder Zehen, ist egal. Es kommt vor allem darauf an, dass Sie die Reihenfolge verinnerlichen und die Begriffe als Bild vor Ihrem geistigen Auge erscheinen.

Das Verknüpfen mit der Körperliste

Was fangen Sie nun damit an? Ganz einfach. Sie haben virtuelle Briefkästen in Ihrem Gehirn installiert, die Sie mit Fakten und Informationen befüllen können. Betrachten wir 10 willkürliche Begriffe, die wir versuchen abzuspeichern:


1. Emmentaler
2. Schraubstock
3. Stricknadel
4. Känguru
5. Glühbirne

6. Gefrierbeutel
7. Tina Turner
8. kratzen
9. Bohrloch
10. polieren




Im übertragenen Sinne könnte dies z.B. der Spickzettel einer freien Rede sein oder eine Einkaufsliste oder die Argumente in einem Kundengespräch. Je nach dem, was Sie gerade benötigen.

Damit Sie diesen Spickzettel nun im Kopf abspeichern können, bedienen wir uns der Körperliste.

Begriff Nr. 1 – Emmentaler
Der erste Briefkasten waren die Zehen. Versuchen Sie nun, den Emmentaler von Nummer eins damit zu verbinden. Gar nicht so schwer, oder? Vielleicht sehen Sie den Emmentaler zwischen Ihren Zehen wachsen. Vielleicht riechen Sie ja auch einen ganz speziellen Duft, der von unten nach oben steigt oder beißen sogar ein Stück davon ab. Welches Bild sie dabei generieren – ob visuell, gustatorisch, olfaktorisch, haptisch oder auditiv - ist Ihnen überlassen.

Begriff Nr. 2 – Schraubstock
Schauen wir uns nun den zweiten Begriff an. Stellen Sie sich vor, Ihr Knie ist in einem Schraubstock eingespannt und jemand dreht dieses Gerät immer enger. Legen Sie am Besten selbst Hand an und spüren Sie den Druck und Schmerz, der sich nach und nach aufbaut.

Begriff Nr. 3 – Stricknadel
Der neueste Schrei in der Medizin ist Akupunktur mit Stricknadeln, welche Sie sich durch den Oberschenkel stecken. Nehmen Sie nicht nur eine Nadel, sondern gleich eine ganze Menge. Ihr Oberschenkel gleicht dann einem Nähkissen.

Begriff Nr. 4 – Känguru
Können Sie sich vorstellen, mit Ihrem Gesäß versehentlich auf einem Känguru zu sitzen? Vielleicht lassen Sie sich auch ein besseres Bild einfallen. Eines, das individuell auf Sie noch intensiver oder komischer wirkt. Seien Sie kreativ. Ihnen fällt mit Sicherheit etwas ein.

Begriff Nr. 5 – Glühbirne
Hier ist eine Verknüpfung nicht ganz so leicht. Der fünfte Briefkasten ist der Bauch bzw. die Taille. Ich z.B. nehme meinen Bauchnabel zur Hilfe und drehe dort die Glühbirne hinein.

Begriff Nr. 6 – Gefrierbeutel
Verbinden Sie den Gefrierbeutel mit Briefkasten Nummer sechs – also der Brust. Stellen Sie sich z.B. zwei üppig gefüllte Gefrierbeutel auf Ihrer Brust vor. Womit Sie diese füllen, bleibt Ihnen überlassen.

Dies sind die Bilder, die ich für mich entworfen habe. Um ein Vielfaches besser ist es, eigene Bilder zu generieren, weil diese am stärksten auf Sie persönlich wirken und Sie diese besser behalten werden. Schmerz und Erotik sind übrigens sehr starke Lernprogramme. Je schmerzhafter oder erotischer die gedachten Bilder also sind, umso leichter werden Sie diese abspeichern. Aus diesem Grund können wir uns in der Regel unanständige Witze besser merken als Anständige. Auch falls Sie als Kind Erfahrung mit einer heißen Herdplatte gemacht haben, mussten Sie diese nicht mehrmals wiederholen um zu verstehen, dass dies schmerzhafte Konsequenzen hat. Spielen Sie mit Ihren Bildern und lassen Ihrer Fantasie freien Lauf. Die folgenden Bilder dienen lediglich als Anregung.


Begriff Nr. 7 – Tina Turner
Auf Ihren Schultern tanzt Tina Turner vor den sieben Zwergen und singt das Lied 'Simply the Best'. Oder Schneewittchen sieht aus wie Tina Turner und rockt vor den Zwergen so gut es geht.

Begriff Nr. 8 – kratzen
Ihr Hals juckt – aus unerklärlichen Gründen – und Sie müssen sich heftig kratzen. Dieses Bild können Sie noch übertreiben indem Sie z.B. die Haut wegkratzen wodurch ihr Hals feuerrot wird.

Begriff Nr. 9 – Bohrloch
Hier könnten Sie ein Detail aus dem Gesicht nehmen, z.B. Ihre beiden Nasenlöcher. Indem Sie einen Finger bis zum Anschlag hineinstecken, machen Sie diese zu einem 'Bohrloch'.

Begriff Nr. 10 – polieren
Auf den letzten Briefkasten der Körperliste, dem Haar bzw. der Schädeldecke, möchten Sie das Wort 'polieren' abspeichern. Was liegt hier näher, als dass Sie Ihre Haare so lange polieren bis Sie eine Glatze bekommen.

Falls Sie die letzten Absätze aufmerksam gelesen haben und sich zu den Begriffen ein starkes Bild gemacht haben, bin ich sicher, dass Sie bereits jetzt die ersten 10 Punkte der Liste nahezu fehlerfrei aufsagen können. Ein realistisches Ziel sind 7 von 10 Begriffen in der richtigen Reihenfolge.

Was sehen oder riechen Sie, wenn Sie Ihre Zehen betrachten? Was passiert mit Ihrem Knie? Was haben Sie mit Ihrem Oberschenkel getan? Worauf sitzen Sie? Was drehen Sie in Ihren Bauchnabel? Was verpacken Sie auf Ihrer Brust? Wer singt bei den sieben Zwergen? Wie sieht Ihr Hals aus? Nach was suchen Sie in Ihrer Nase? Und Kojak würde sich freuen, wenn Sie den zehnten Briefkasten aufmachen.

Schließen Sie jetzt bitte die Augen und wiederholen Sie selbstständig nochmals alle Briefkästen mit den dazugehörigen Begriffen. Danach nehmen Sie ein Blatt Papier zur Hand und notieren die Zahlen 1 bis 10 mit den dazugehörigen Begriffen. Versuchen Sie es einfach.

Wie viele Begriffe konnten Sie spontan wiedergeben? Ärgern Sie sich nicht über Fehler. Bleiben Sie ruhig und gelassen und wiederholen die Liste noch ein zweites oder drittes Mal.

Das ist eine der Grundtechniken beim Gedächtnistraining. Diese Körperliste können Sie überall nutzen, wenn Sie Informationen schnell und nachhaltig abspeichern wollen.

Markus Hofmanns Buch "Hirn in Hochform - So funktioniert Ihr Gehirn" finden Sie hier: http://www.erfolgx.de/Buch/details/1224-Hirn-in-Hochform---So-funktioniert-Ihr-Gehirn---So-verbessern-Sie-spielend-leicht-Ihr-Gedaechtni/36768

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