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Erfolgreich im Alter (Teil 1)

Ab wann ist man eigentlich "alt"? Alter ist nicht eine Frage des Geburtsscheins, sondern des Denkens. Manche Karrieren beginnen erst mit 60!
Wolfgang Ronzal | 23.07.2013

Bei einem Malkurs, den meine Frau besuchte, lernte ich einen 92-jährigen Kursteilnehmer kennen. Er malte ein wenig langsamer als alle anderen, aber seine Bilder waren beeindruckend. Zum Kurs kam er mit seinem BMW selbst angefahren.
Jeden Mittag ging er eine Stunde Nordic-Walking. Morgens wenn wir zum Frühstück kamen, hatte er schon alle Zeitungen gelesen. Die Bilder der anderen Teilnehmer fotografierte er mit seiner Digitalkamera. Die Frage nach dem Geheimnis seiner vor allem geistigen Fitness beantwortete er: „Ich bin noch immer neugierig!“

Und dann gibt es viel Jüngere, die schon mit 50 jegliche Dynamik eingebüßt haben, die nur mehr auf die Pensionierung warten und eigentlich mit der Zukunft (ihrem Leben?) abgeschlossen haben. Der Höhepunkt des Jahres ist das Grillfest im Garten. Und der Tag endet mit Chips vor dem Fernsehapparat.

Andere wiederum werden nach jahrzehntelanger Arbeit und Treue zur Firma outgesourct, mit einem Golden Handshake verabschiedet und frühpensioniert. Viele fallen in ein tiefes Loch und haben keine Kraft, nochmals da heraus zu kommen.

Ab wann ist man eigentlich „alt“?

„Nicht die Jahre, sondern die Untätigkeit macht uns alt!“ (Christine von Schweden)

Also ist Alter nicht eine Frage des Geburtsscheines sondern des Denkens. Stellen wir uns vor, dass wir bei einem Alter von 60 Jahren, also zu Beginn des 7. Lebensjahrzehntes bei durchschnittlicher Lebenserwartung noch mindestens 20 Jahre vor uns haben. Das ist mindestens ein Viertel der gesamten Lebensjahreszeit. Das ist doch eine Chance, daraus noch etwas zu machen.

60 ist doch kein Alter! Manche Karrieren beginnen erst in diesem Alter

Wenn man sich in der Wirtschaft umsieht, so vertraut man heute wieder mehr routinierten Managern mit langjähriger Erfahrung, die wissen, dass viel schief gehen kann und – was noch wichtiger ist – wie man mit Krisensituationen umgeht. Warum soll ein erfahrener und erfolgreicher Manager mit 60 oder ein bisschen mehr in Pension gehen (müssen)? Wir verschenken Potenzial, weil wir heute ein System der Frühverrentung haben, das weder biologisch notwendig, noch ökonomisch sinnvoll ist. Und aus demografischer Sicht nicht mehr haltbar. Unsere Gesellschaft wird immer älter, was eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit mit sich bringt (Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann, Präsident des DIW Berlin in einem Interview für die Zeitschrift „mobil“).

Ältere Arbeitnehmer leisten mehr als junge! Erfahrung statt Dynamik

Die Generation 50+ gehört auch im Beruf nicht zum alten Eisen. Eine Analyse des
IWH- Wirtschaftsforschungsinstitutes in Halle bescheinigt zwar den 35- bis 44-Jährigen durchschnittlich die insgesamt größte Leistungsfähigkeit, schätzt aber auch die älteste Gruppe der Arbeitnehmer als noch immer leistungsfähiger ein als ihre jüngsten, 15- bis
24-jährigen Kollegen. Die Älteren können nämlich das Nachlassen ihrer körperlichen Fähigkeiten wie Ausdauer und Schnelligkeit sehr oft durch Erfahrung sowie soziale Kompetenz ausgleichen (Tageszeitung KURIER vom 26.11.2006).


„Ver-rückte Alte“ (Helmut Muthers, Unternehmensberater)


• kaufen sich mit 58 eine Harley-Davidson und fahren den Highway Nr. 1
• verbringen ihren Lebensabend auf Gran Canaria
• gründen mit 60 ihre erste Firma
• werden mit 60 zum Computer-Fachmann
• heiraten mit 54 zum dritten Mal und wollen ein Kind

Die 96-jährige Uroma, Irene Sinclair, wirbt für die Kosmetiklinie DOVE und der heute
95-jährige Fauja Singh begann im Alter von 89 Jahren Marathon zu laufen und wurde Werbeträger für ADIDAS.

Ich selbst habe mit 55 Jahren meinen Job als Bankdirektor aufgegeben und mich als Trainer und Berater selbständig gemacht, zwei Jahre später eine Firma gegründet, bin heute gefragter Redner und veranstalte und organisiere Kongresse und Tagungen. Jetzt bin ich 67 und mitten im 7. Lebensjahrzehnt. Mein neuer Beruf macht mir Spaß, ich habe die nötige Energie und ich bin erfolgreich.

Welches sind meine 7 Kriterien dafür, auch im Alter erfolgreich zu sein? Es sind dies Kriterien, die natürlich für jede andere Altersgruppe genauso wichtig, aber für ältere Menschen noch intensiver zu beachten sind, wenn sie erfolgreich sein wollen.

1. Klare Visionen und Ziele für die Zukunft haben!

Ältere Menschen neigen dazu, zu sagen: „Wofür soll ich mir in meinem Alter noch Ziele setzen? Warten wir mal ab, was auf mich zukommt.“ Aber wenn Sie nicht wissen, wohin Sie wollen, werden Sie wahrscheinlich nie dort ankommen. Sie haben noch mindestens ein Viertel Ihres Lebens vor sich. Das ist viel und doch nicht viel Zeit. Umso wichtiger, auch als 60-Jähriger klare Zielvorstellungen zu erarbeiten und zu setzen.

Was wollen Sie aus Ihrem Leben noch machen? Wenn Ihnen übel mitgespielt wurde, dann jammern Sie nicht („nach allem, was ich für die gemacht habe“, „wie ungerecht die Welt ist“, usw.). Niemand bedauert Sie, sondern alle wenden sich ab und hofieren dem „neuen König“. Halten Sie sich nicht mit Dingen auf, die Sie nicht ändern können. Durchtauchen und auf die Pensionierung warten? Auch keine faszinierende Vorstellung.

Denken Sie über Ihren künftigen Lebensweg nach. Was macht Ihnen Spaß, was würden Sie gerne weiter oder Neues tun, probieren? Wie und wo können Sie Ihre Erfahrung einsetzen? All dies kann auf vielen Ebenen passieren, warum nicht auch beruflich.

Starten Sie noch mal neu durch, setzen Sie sich klare Ziele für Ihre Zukunft und glauben Sie fest daran. Warum sind manche Menschen erfolgreicher als andere?

„Ob Du glaubst Du hast Erfolg, oder ob Du glaubst, Du hast nicht,
Du hast immer recht!“ (Henry Ford)


2. Neugierig sein und lernen!

Auch als 60-Jähriger müssen Sie wieder neu beginnen, denn nichts ist so alt wie der Erfolg von gestern. Wenn Sie aus einem Job herausgehen, auch wenn sie ihn noch so lange ausgeübt haben, dann sind Sie in unserer schnelllebigen Zeit in Kürze nicht mehr up to date. Sie müssen weiter lernen und Sie müssen Neues lernen. Die Neugierde des 92-jährigen Malers ist das Geheimnis auch für den 60-Jährigen.

„Ich hasse es belehrt zu werden, aber ich bin neugierig zu lernen!“ (Winston Churchill)

Übrigens, wann haben Sie das letzte Mal ein Fachbuch zu dem Thema gelesen, mit dem
Sie erfolgreich sein wollen? Glauben Sie nicht, nur mit Routine erfolgreich sein zu können. Mit Routine kann man sich im Alter zwar ein wenig „über die Runden“ helfen, aber auf Dauer werden Sie zurück fallen. Sie müssen Veränderungen erkennen, initiieren und umsetzen. Beobachten Sie und lernen Sie von anderen. Probieren Sie Neues.