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Ausbildungsmarketing mit wenig Budget

Die Anzahl der Schulabgänger sinkt und nicht alle Ausbildungsplätze können besetzt werden.
Sabine Bleumortier | 12.02.2014

Die Anzahl der Schulabgänger sinkt. Jeder dritte Ausbildungsbetrieb kann nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Da verstärken viele Betriebe ihr Ausbildungsmarketing.
Die Beraterin und Trainerin Sabine Bleumortier gibt in diesem Beitrag Tipps, wie Sie auch mit geringem Budget gutes Ausbildungsmarketing betreiben können.

- Machen Sie schon ausreichend Mund-zu-Mund-Propaganda?
Denken Sie an Ihre Auszubildenden, Mitarbeiter, Ausbilder und Geschäftsführer. Denn begeisterte Auszubildende und Mitarbeiter überzeugen mehr als jede Hochglanzbroschüre. Fordern Sie aktiv zur Weiterempfehlung Ihrer Ausbildung auf.

- Gibt es Einsparmöglichkeiten bei Infomaterialien?
Dicke Infobroschüren sind out. Weniger ist manchmal mehr. Eine gut gestaltete Postkarte mit Link oder QR-Code auf Ihre Ausbildungshomepage reicht aus. Dort finden interessierte Schüler weitere ausführliche Informationen. Online-Druckereien drucken diese Materialien in guter Qualität und preisgünstig.

- Können Sie die Infomaterialien günstig verteilen?
Nutzen Sie Auszubildende und/oder Mitarbeiter, die die Flyer in Vereinen oder Geschäften auslegen oder vor einer Veranstaltung mit vielen Schülern an Fahrräder und Autos heften. Denken Sie auch an Mitarbeiterveranstaltungen und den Eingangsbereich Ihres Unternehmens. Hier sollten unbedingt Materialien ausliegen oder ein Poster hängen.

- Sind Anzeigen auf Firmenprodukten u.Ä. möglich?
Es wird oft nicht daran gedacht, auch Firmenprodukte zur Werbung zu nutzen. Was ist mit Tüten, Briefumschlägen, Rechnungen, Kartons und vieles mehr? Und steht eigentlich in Ihrer E-Mail-Signatur, dass Ihr Betrieb ausbildet?

- Ist es möglich die Zusammenarbeit mit Schulen zu stärken?
Schülerzeitungen freuen sich über eine kleine Anzeige, die nicht viel kostet. Andere Möglichkeiten sind die Infomessen an Schulen oder die fachliche Gestaltung einer Unterrichtsstunde. Beispiele hierfür wären eine Kleidungsberatung für das Vorstellungsgespräch oder gemeinsames Bauen von Lautsprechern.

- Können mehr Schülerpraktika angeboten werden?
Praktika für Schüler anzubieten, die gut organisiert sind, sind eine wunderbare Möglichkeit Nachwuchs für den Betrieb zu begeistern. Dabei sollten die Schüler einen realistischen Einblick in den Wunschberuf bekommen, aktiv mitarbeiten können, Kontakt zu den Auszubildenden haben und ihre Fragen dem Ausbildungsleiter stellen können.

- Machen mehr Aktivitäten in den Social Medias, Bewertungsportalen oder Videos Sinn?
Bewertungsportale wie kununu können kostenfrei genutzt werden. Hobbyfilmer unter Ihren Auszubildenden oder Studenten der Filmhochschule drehen gerne ein Ausbildungsvideo. Auch eine Fanpage auf facebook ist kostenlos. Hier sollte nur gut überlegt sein, ob entsprechende Ressourcen vorhanden sind und es in Ihre Marketingstrategie passt.

- Kann die Pressearbeit verstärkt werden?
Wenn es etwas Spannendes aus Ihrer Ausbildung zu berichten gibt, freuen sich die Journalisten der Lokalzeitungen darüber.

- Gibt es innovative neue Aktionen, an denen Sie sich beteiligen können?
Die aktuell oft angebotenen Speed-Dating-Veranstaltungen sind relativ kostengünstig. Und für so manche Pilotveranstaltung der Kammern zum Ausbildungsmarketing werden Betriebe gesucht, die mitmachen möchten.

Mit diesen Fragen können Sie nun ganz einfach überprüfen, wo in Ihrem Ausbildungsmarketing noch Potential vorhanden ist. Die Checkliste steht unter http://www.bleumortier.de/?page_id=94 zum kostenfreien Download bereit.
Natürlich helfen alle diese Maßnahmen nicht, wenn Sie keine gute Ausbildungsqualität anbieten oder die Inhalte nicht passend für die junge Generation aufbereitet sind. Auf der anderen Seite wäre es schön, wenn sich die Frage nach kostengünstigen Marketingmaßnahmen so gar nicht stellen würde. Dazu müsste oft nur der Stellenwert der Ausbildung im Betrieb höher sein.

Über die Autorin:
Sabine Bleumortier ist Ausbildungsexpertin und arbeitet seit einigen Jahren als selbständige Beraterin und Trainerin rund um das Thema Berufsausbildung. Neben Seminaren zur Ausbilderqualifizierung und Trainings für Auszubildende hält sie auch Vorträge und Keynotes. Zuvor war sie acht Jahre als Ausbildungsleiterin eines international agierenden Industrieunternehmens tätig. Zu ihren Kunden gehören Mittelständler wie Großunternehmen. Sie ist Dipl.-Ökonomin (Univ.), geprüfte Trainerin und Beraterin BaTB/BDVT und Professional Speaker GSA (SHB). Zudem ist sie Autorin des Fachbuchs „Ausbildungsbeauftragte gewinnen, qualifizieren, und motivieren“ und schreibt regelmäßig Fachartikel. Weitere Informationen unter http://www.bleumortier.de.