> Das Dienstleisterverzeichnis für Marketing <        
print logo

Die 7 goldenen Präsentations-Regeln

Wie kann man die Wirkung von Präsentationen deutlich steigern? Indem man die folgenden 7 goldenen Präsentations-Regeln anwendet.
Rüdiger Vogel | 10.05.2014

Hallo,

hier nun die Fortsetzung zum Text: Die sieben goldenen Präsentations Regeln. Den ersten Teil finden Sie hier:

Wie Sie eine durchschnittliche Praesentation um 100 Prozent verbessern.


4.) Starke Bilder

Wie Sie sicherlich wissen, arbeitet unser Gehirn bevorzugt in Bildern. Daher verwenden professionelle Redner entweder eine sog. Bildsprache, das heißt beim Zuhörer entstehen Bilder im Kopf – eine wunderbare Technik, oder man benutzt eine Präsentations Software wie Powerpoint, dann aber richtig.

Was man mit einer Präsentations Software richtig gut kann, ist Bilder zu präsentieren. Allerdings kommt es hier auf die Auswahl der richtigen Bilder an. Was sind die richtigen Bilder? Es müssen starke Bilder sein – das bedeutet, Bilder die Emotionen auslösen, Bilder die sofort etwas im Gehirn bewirken und natürlich zu dem jeweiligen Aspekt passen, der gerade behandelt wird. Also langweilige Bilder, bei denen nichts passiert bitte streichen. Ein sehr gutes Beispiel bietet hier der Ikea Katalog. Was für Bilder werden dort verwendet? Sie sehen äußerst selten reine Produktbilder. Warum ist das so? Weil die Abbildung eines Tisches bei den wenigsten die Synapsen im Hirn explodieren lässt. Deshalb sehen wir dort andere Bilder, nämlich die ganze Familie, fröhlich am Frühstückstisch versammelt und alle sind glücklich. Was sehen wir? Ein Lebensgefühl! Und was passiert bei uns? Das will ich auch haben. Bilder in einer Präsentation sind nur dann gut und sinnvoll, wenn sie möglichst starke Emotionen auslösen.

Und noch ein Punkt kommt hinzu, um die optimale Wirkung zu erzielen. Der richtige Zeitpunkt, wann das Bild eingeblendet wird. Das hat sehr mit der Regel Nummer 5 zu tun:


5.) Die B-Taste verwenden

Kennen Sie die B-Taste? Ich meine, kennen Sie die Wirkung der B-Taste im Rahmen einer Präsentation?

Die B-Taste steht hier für Black und genau das passiert, wenn Sie drauf drücken – der Bildschirm wird schwarz. Haben Sie das schon einmal benutzt? Die meisten Redner, die Powerpoint benutzen, zeigen von Beginn bis zum Ende durchgehend immer eine Folie. Warum eigentlich? Weil es jeder so macht? Gibt es dafür ein Gesetz? Natürlich nicht. Dabei könnte man die B-Taste wirklich gut einsetzen um Spannung zu erzeugen im Sinne einer richtig guten Dramaturgie.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie möchten Ihren besten Kunden ein neues Produkt vorstellen. Normalerweise würde jetzt eine Folie mit dem Bild des Produktes gezeigt werden und dann erzählt der Referent sämtliche, neue Produktdetails. Wie viel Spannung erzeugt man dadurch? Sie können sich die Frage selbst beantworten.
Und nun das andere Szenario. Kurz bevor Sie zu der Stelle mit dem neuen Produkt kommen, betätigen Sie die B-Taste, es ist keine Folie zu sehen und alle Augen richten sich auf Sie. Pause. An dieser Stelle beginnen Sie Spannung aufzubauen. Und dann kommt die Ankündigung: Liebe Kunden, was Sie jetzt gleich sehen werden, wird Sie in Staunen versetzen. Pause. Ich zeige Ihnen die Lösung Ihres größten Problems. Pause. Und vielleicht noch ein oder zwei passende Sätze. Sie werden merken, wie die Anspannung der Zuhörer steigt, sie rutschen unruhig auf dem Sitz herum. Warum? Jetzt können Sie das was Sie zeigen wollen kaum noch erwarten. Sie haben volle Spannung erzeugt. Und jetzt zeigen Sie – NEIN, nicht das Produkt. Erinnern Sie sich an Regel 4 – starke Bilder. Sie zeigen das Ergebnis, welchen Nutzen den Kunden erwartet, wenn er Ihr Produkt einsetzt. Und jetzt lassen Sie das Bild einige Sekunden wirken – dann wieder B-Taste. Jetzt gehen wieder alle Augen zu Ihnen, diesmal aber begierig zu hören, wie die Lösung aussieht. Und jetzt können Sie in aller Ruhe Ihre Neuheit erklären und Sie können mit der höchsten Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer rechnen.

Am Ende Ihrer Ausführungen – NEIN, Sie zeigen immer noch kein Bild Ihres Produktes, sondern jetzt erhöhen Sie nochmals die Wirkung, indem Sie das Produkt (sofern das physisch machbar ist) mitgebracht haben und nun herumreichen. Warum? Weil eine Sache, die man direkt vor sich sieht, die man anfassen und begutachten kann, deutlich mehr Wirkung hinterlässt. Damit zur Regel Nr. 6


6.) Der Redner überzeugt, nicht die Präsentation

Wenn ich in meinen Seminaren manchmal die Frage stelle: Was überzeugt denn die Zuhörer: Der Redner mit seiner Persönlichkeit oder die Folien aus der Präsentation, dann lautet die Antwort zu fast 100% - der Redner. Das ist richtig. Merkwürdig nur, dass über 90% der Vortragenden das anders machen, wenn sie selbst eine Präsentation vorführen. Das kann man in der Regel schon gleich zu Beginn sehen: Wo steht in den meisten Seminaren und bei fast allen Präsentationen der Redner oder Präsentator: neben der Leinwand, irgendwo rechts oder links im Raum. Was steht im Mittelpunkt? Die Leinwand – die Folien. Welche Botschaft erhält der Zuhörer dadurch in Bezug auf die Wichtigkeit des Vortragenden? Dadurch wird die Wichtigkeit des Vortragenden eindeutig geschmälert. Hilft das oder schadet das beim Überzeugungsprozess? Es schadet eindeutig. Deshalb ist es von so hoher Bedeutung, dass der Redner oder Präsentator sich darüber im Klaren ist, dass nur er (oder sie), als Person beim Zuhörer die entscheidenden Prozesse und Emotionen auslösen kann, die zur Überzeugung führen.

Erinnern Sie sich an Regel 5 – B-Taste? An den wichtigen Stellen werden die Folien ausgeschaltet und Sie als Redner und Vortragender treten komplett in den Mittelpunkt. Warum? Das ist das sichtbare Zeichen für alle – Jetzt wird es wichtig!! Die entscheidende Botschaft überbringen Sie PERSÖNLICH und nicht per Text auf irgend einer Folie.


7.) Der Zuhörer steht im Mittelpunkt

Eines der großen Geheimnisse erfolgreicher Reden ist die Redner-Publikum Beziehung. Geheimniss deshalb, weil selbst die besten Rhetoriker von Zeit zu Zeit nicht nur vergessen, dass sie zu einem spezifischen Publikum sprechen, sondern auch, dass es ihre Pflicht ist, sich auf dieses Publikum einzustellen. In einem Großteil aller Vorträge geht es darum, dass Publikum zum Handeln zu motivieren - sei es ganz geradeheraus zum Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung, sei es aber auch auf einem komplexeren Level um eine Verhaltensänderung oder einen Perspektivwechsel. Ein Zuhörer ist aber nur dann bereit, sich vom Vortragenden zum Handeln bewegen zu lassen, wenn er sich verstanden fühlt, wenn das Gesagte ihn im wahrsten Sinne des Wortes an-spricht.

Wann fühlt ein Zuschauer sich angesprochen?

Zum einen, wenn er etwas hört, was ihn interessiert, was eine Resonanz in seinem eigenen Erfahrungshorizont hinterlässt. Das können einzelne Trigger-Begriffe sein oder ganze Geschichten, Konzepte oder Visuals. Zum anderen, wenn das Gehörte eine Sehnsucht stillt oder ein Bedürfnis erfüllt. Erst, wenn der Zuhörer idealerweise auf der emotionalen und kognitiven Ebene "abgeholt" wird, ist er offen für Vorschläge, Ideen und Motivationen.

Hier hilft ein Perrspektivwechsel. Versetzen Sie sich doch einmal in die Lage eines Ihrer Zuhörer. Und stellen Sie sich dabei folgende Fragen: Warum höre ich mir (respektive das Publikum) überhaupt den Vortrag an? Aus vorhandenem Interesse, als Pflichtprogramm oder um einer höher geordneten Instanz einen Gefallen zu tun? Wie groß ist das Publikum? Wie geht es dem Publikum eigentlich? Steckt sein Unternehmen in einer Krise oder geht es ihm gut? Zu welcher Tageszeit findet der Vortrag steht? Wird das Publikum eher müde oder eher wach sein? Gibt es ein übergeordnetes Bedürfnis oder ein großes Problem, für das sich die Zuhörer eine Lösung wünschen oder erwarten? Welches Problem oder Bedürfnis ist das? Habe ich als Redner darauf eine Antwort?

Hat die Zuhörer das Gefühl, der Sprecher nimmt Rücksicht auf ihre spezifische Situation, ist bereits viel gewonnen. Machen Sie sich also die Mühe: Lernen Sie Ihr Publikum vorab so gut kennen, wie möglich. Es wird es merken. Und Sie dafür lieben.

In diesem Sinne, viel Erfolg beim Anwenden und Umsetzen der „Regeln“. Und schreiben Sie mir (info@vogeltraining.de ), was Sie dabei erlebt haben, ich bin sehr gespannt darauf.

Bis demnächst, Ihr Rüdiger Vogel
Präsentations-Trainer
www.praesentations-training.de