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Wer hält wem eigentlich die Türe auf?

Eine alltägliche Situation: Mann hält Frau die Türe auf und lässt sie zuerst durchgehen. Wie verhält sich der Mann richtig, wenn ...
Elisabeth Motsch | 27.08.2014

... die beiden kein Paar, sondern zwei Mitarbeiter eines Unternehmens sind? Und wie, wenn man sich zufällig an der Türe begegnet? Oder aber, zwei Personen gehen auf eine Türe zu und greifen beide zugleich zum Türgriff?

„Im Geschäftsleben sollte immer die ranghöhere Person (Chefin / Chef, Führungskraft oder Vorgesetzte / Vorgesetzter) den Vortritt bekommen!“ Diese Regel gilt nicht nur für das Verhalten beim Öffnen von Türen. Im Business sind generell Vorgesetzte an erster Stelle. Im Berufsleben halten die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter, die Praktikantin und der Praktikant dem Chef die Tür auf.
Prinzipiell gilt, dass man nicht lange zögert, wenn man Vortritt bekommt, und sich für die nette Geste bedankt.

Dieses Verhalten, das Wissen um Etikette und Stil, erscheint Ihnen nicht mehr zeitgemäß? Mitnichten. Besonders im Geschäftsleben gilt diese unausgesprochene Regel nach wie vor.

Im privaten Miteinander gibt es andere Regeln: „Sind zwei Herren gemeinsam unterwegs, ist es die Aufgabe des jüngeren, dem älteren die Tür zu öffnen“. Jünger oder älter bezieht sich auf einen Altersunterschied von mindestens 15 bis 20 Jahren. Sonst öffnet sinnvollerweise derjenige die Tür, der gerade bei der Türe ist. Betritt eine Gruppe das Restaurant, hält einer aus der Gruppe die Türe auf, bis alle im Restaurant sind. Bei einer Gruppe von Frauen und Männern öffnet ein Mann die Tür. Wenn eine Familie ausgeht und das Familienoberhaupt bezahlt die Rechnung, hat dieses die Aufgabe, die Türe aufzuhalten, weil es als Oberhaupt zugleich Gastgeber ist. Als Eingeladene zu einer Feier, bei der der Jubilar Gastgeber ist, wird einer der Gäste das Aufhalten der Türe übernehmen.

Jeder kennt auch diese Situation, dass man sich in der Tür begegnet und irgendwie unsicher ist, wer zuerst gehen soll. Das richtige Verhalten hängt – so seltsam es auch klingen mag - auch von der Tür ab: Öffnet sich eine Türe nach außen und die andere Person kommt von draußen entgegen, geht man als erster durch die Tür und hält dem anderen die Tür hinterher auf. Sonst müsste sich die andere Person beim Hereinkommen vorbeiquetschen, was nicht angenehm wäre.
Öffnet sich die Tür jedoch nach innen, dann tritt man einen Schritt zurück und lässt den anderen passieren. Von dieser Regel ausgenommen, ist eine größere Gruppe. Die Gruppe wartet und lässt den Gruppenfremden passieren, erst danach geht die Gruppe hinein.

Wichtig ist, dass ein Gefühl für den Augenblick entwickelt und situationsgerecht und stimmig gehandelt wird. So etwa ist es absolut in Ordnung, dass eine Frau einem Mann die Tür aufhält, wenn dieser gerade voll bepackt ist, oder der Vorgesetzte einem Mitarbeiter gegenüber diese Aufgabe übernimmt, wenn dieser gerade beide Hände voll hat.

Ich rate Ihnen zu einem empathischen, einem von Geist und Herz bestimmten Miteinander. Manche Frauen etwa möchten nicht, dass man ihnen die Tür öffnet, weil sie darin eine Missachtung der Gleichberechtigung sehen. Männer sollten also Sensibilität entwickeln und sich nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn ihre Geste nicht willkommen ist. Frauen freuen sich über stilvolle Umfangsformen - und Männer auch.