> Das Dienstleisterverzeichnis für Marketing <        
print logo

Analysetools & Personal Branding

Ohne Tools läuft nichts.
Benjamin Schulz | 15.07.2015

Interview mit Benjamin Schulz

Während Coaches und Trainer immer stärker Analyseinstrumente für Themen wie Führungskräfte- oder Teamentwicklung, Leadership, Headhunting, Prozessoptimierung, Recruiting, Change usw. einsetzen, sind diese Tools auch im Personenmarketing mittlerweile unverzichtbar. Erhebliche Pluspunkte dabei sind Transparenz, Verständlichkeit und Praxistauglichkeit – bei den Anwendern wie auch bei den Kunden. Benjamin Schulz im Interview über diesen Trend, der in Zukunft noch weiter wachsen wird.

Herr Schulz, was bedeuten Analysetools Ihrer Ansicht nach für die Arbeit mit Kunden?

Dass Analysetools für Unternehmen immer interessanter werden, beobachten Experten schon seit langem. Wer eine Entscheidungsposition innehat, hat beispielsweise längst erkannt, dass ohne zusätzliche Hilfsmittel überhaupt nicht mehr möglich ist, Ursachen aufzudecken, geschweige denn, die nötigen Schritte in die Wege zu leiten. Dafür ist unsere Welt mittlerweile einfach zu komplex geworden. Wer mit Kunden arbeitet, beschäftigt sich meist lediglich mit Teilbereichen eines großen Ganzen. Und um dieses große Ganze darzustellen bzw. zu verstehen, werden Tools so dringend gebraucht.

Dann sind es gar nicht primär die Entwickler solcher Tools selbst, die den Bedarf erkennen?

Richtig. Der Ruf nach gewissen Minimalanforderungen an heutige Analysetools kommt nicht nur von den Trainern, Coaches und Beratern, die für ihre Kunden jeweils passende Tools einsetzen, sondern primär von den Auftraggebern selbst. Diese wollen nämlich verständlicherweise auf der einen Seite die Analyse und deren Durchführung verstehen und auch nachvollziehen können. Auf der anderen Seite wollen sie natürlich ebenso wissen, was sie mit den Ergebnissen in der Praxis anfangen können. Also: Was sind die nächsten Schritte? Was bedeutet das für die Mitarbeiter und die Zukunft des Unternehmens? etc. Sie wollen sichtbar machende Tools, die Prozesse vereinfachen und klar herausarbeiten, was zu tun ist. Auf diese Weise ist es auch eher möglich, die ganze Belegschaft für eine Sache zu gewinnen. Denn nur wer auch versteht, was wie und vor allen Dingen warum unternommen werden muss, kann selbst einen wichtigen Beitrag leisten, der zum Gelingen eines Projekts beiträgt.

Welchen Stellenwert haben Analysetools speziell für Weiterbildner?

Für Weiterbildner stellen Analysetools wichtige Hilfsmittel dar, die mittlerweile aus einer fundierten Berater- bzw. Trainerarbeit nicht mehr wegzudenken sind. Hier bedienen sich die externen Experten gerne unterschiedlicher Tools, die je nach Anwendung oder Einsatz miteinander kombiniert werden können.

Mittlerweile ist es sogar so, dass speziell von Weiterbildnern im beratenden Sektor sogar erwartet wird, ihre „Analysepakete“ gleich mitzuliefern. Und natürlich müssen die verwendeten Tools auch gleich auf ihr Unternehmen zugeschnitten sein. Das ist den Kunden besonders wichtig. Genauso großen Wert legen sie aber auch auf die Themen Transparenz und Praxistauglichkeit, denn schließlich sollen die Ergebnisse der Analysen direkte Erkenntnisse darüber liefern, was als nächstes auf der To-do-Liste stehen muss.

Was sollte dabei besonders beachtet werden?

Dass es am Ende einen Blick auf das große Ganze gibt. Sobald mehrere Tools gemeinsam für eine Auswertung herangezogen werden, um sich ein Gesamtbild verschaffen zu können, sollte nach möglichen Schnittstellen gesucht werden, die mehrere Ergebnisse zusammentragen und einen allumfassenden Blick ermöglichen.

Wichtig ist dabei immer: Der Kunde muss die Prozesse nachvollziehen können und verstehen, was das im Doing für ihn bedeutet und wie er mit den gewonnen Daten weiter vorgehen kann. Hier haben Coaches und Trainer die Möglichkeit, ihre Ideen mit einzubringen, ein eigenes Tool zu entwickeln. Damit bieten sie dem Kunden nicht nur einen individuellen Mehrwert für dessen Alltag und Umsetzung in der Praxis, sondern heben sich auch gegenüber ihren Mitbewerbern im Markt ab.

Was haben Analysetools nun mit Personal Branding zu tun und wie arbeiten Sie als Experte für Personenmarketing mit ihnen?

Ich nutze diese Instrumente für die Vermarktung von Personen. Hier geht es darum, eine Person so im Markt zu positionieren, dass sie als Experte aufgestellt ist und dabei die eigene Identität leben kann.

Für Personal Branding setze ich sogenannte Strategietage ein, an denen das Thema Identität zum Kernpunkt wird, worauf dann die nächsten Schritte für Marketingmaßnahmen etc. aufbauen. Hier setze ich unter anderem Persönlichkeitsanalysen ein, um mit meinen Klienten herauszuarbeiten, wie sie „ticken“, wo ihre Stärken liegen und wie sie diese gekonnt einsetzen können. Aber auch dafür, um zu erkennen, wo Schwächen liegen und wie sie mit ihnen umgehen. Mithilfe dieser Analyseergebnisse arbeite ich im nächsten Schritt heraus, bei welchem Thema sie ihren persönlichen Schwerpunkt finden, wofür „ihr Herz brennt“ und was sie damit nach außen kommunizieren möchten.

Warum ist das Ihrer Ansicht nach fürs Personenmarketing so wichtig?

Ganz einfach: Es herrscht immer noch das aktuelle Problem auf dem Markt der Weiterbildner, dass sich sehr viele Berater, Trainer und Coaches mit dem Prinzip eines Bauchladens aufstellen. Sie bieten gerne eine umfangreiche Palette an Themen an, um möglichst viele potenzielle Kunden anzusprechen. Das Ergebnis: Der Markt „verwässert“und bringt gleich zwei Probleme mit sich:

1. Diese Anbieter sind keine absoluten Experten auf einem Gebiet, sondern beherrschen mehrere Themen lediglich mittelmäßig.

2. Für potenzielle Kunden gestaltet sich damit die Suche nach einem Experten für ihr Anliegen extrem schwer.

Dann hat Spezialisierung gleich mehrere Vorteile, wenn man sich als Person vermarkten will?


Ganz genau. Je klarer sich meine Kunden mit ihrem Bereich im Markt positionieren, desto einfacher werden sie von ihren eigenen potenziellen Kunden gefunden. Gleichzeitig minimieren sie Anfragen für solche Bereiche, die sie nicht abdecken.

Was möchten Sie gerne noch abschließend sagen, Herr Schulz?

Analysetools sind für Unternehmen und Weiterbildner unverzichtbar geworden. Auch in unserem Schwerpunkt, dem Personal Branding, läuft ohne Tools nichts. Sie ermöglichen uns, noch schneller und noch gezielter an Antworten kommen. Indem sie das große Ganze erleb- und anfassbar machen, tragen sie zu Transparenz und Verständlichkeit bei.

Einen aktuellen Beitrag von Ben Schulz zum Thema Analysetools finden Sie auch hier:

Handbuch für Persönlichkeitsanalysen
Die führenden Tools im Überblick
Markus Brand, Frauke Ion, Sonja Wittig (Hrsg.)
560 Seiten
ISBN: 978-3-86936-634-0
www.handbuch-persoenlichkeitsanalysen.de