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Mit Influencer Marketing zum Erfolg - worauf kommt es an?

In Zeiten von Ad-Blockern und Werbeblindheit vertrauen immer mehr Verbraucher auf die Meinung von Freunden, anderen Käufern und natürlich Influencern.
Trusted Shops GmbH | 25.01.2017

84 Prozent der Marketer planen laut einer Studie, im Jahr 2017 in mindestens eine Influencer Marketing Kampagne zu investieren. Verständlich, denn 94 Prozent derer, die diese Taktik bereits genutzt haben, sehen sie als effektive Strategie. Influencer Marketing lässt sich irgendwo zwischen Empfehlung eines Freundes und klassischer Werbung ansiedeln. Eine clevere Strategie, denn gerade in Zeiten von Ad-Blockern und Werbeblindheit vertrauen immer mehr potentielle Kunden auf die Meinung von Freunden, anderen Käufern und natürlich Influencern. Das spiegelt auch eine aktuelle Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) wieder. Demnach nutzen 65 Prozent der Verbraucher beim Online-Shopping Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte als wichtige Entscheidungshilfe. Doch was ist das Besondere am Influencer Marketing? Worauf kommt es dabei an und wie lässt sich dadurch nicht nur der eigene Shop bekannter machen, sondern auch der Umsatz erhöhen? Das erklärt Daniel Heller, Online Marketing Experte bei Trusted Shops.

Was ist Influencer Marketing?

to influence someone bedeutet jemanden beeinflussen. Influencer Marketing beschreibt eine Marketingansatz bei der die Bekanntheit einer Person genutzt wird, um einem Produkt oder einer Marke mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Große Unternehmen setzen schon seit langer Zeit auf die Reichweite und Bekanntheit von prominenten Personen, um ein Produkt zu präsentieren oder die eigene Marke zu stärken.

Die kleinen und großen Berühmtheiten auf Instagram, Facebook, YouTube und Co. freuen sich über die neue Aufmerksamkeit. Denn während sich der Marketing-Fokus immer mehr Richtung digital verschiebt, lösen Social Media Influencer die klassischen Promis als Werbeträger ab.

Influencer Marketing lässt sich irgendwo zwischen Empfehlung eines Freundes und klassischer Werbung ansiedeln. Gerade in Zeiten von Ad-Blockern und Werbeblindheit vertrauen immer mehr potentielle Kunden auf die Meinung von Freunden, und natürlich Influencern.

Wer guckt heutzutage noch TV-Werbung? Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal aktiv Werbung gesehen habe. Sobald der erste Werbeblock startet, greift der Durchschnitts-Nutzer zu seinem Smartphone und schaut nach, was es neues auf Facebook oder Instagram zu sehen gibt.

Für erfolgreiches Marketing müssen Sie dort zu finden sein, wo die Aufmerksamkeit Ihrer Kunden ist. Besonders wenn die eigene Gefolgschaft auf den Sozialen Netzwerken noch relativ klein ist, macht es Sinn mit Influencern zusammenzuarbeiten und deren Reichweite zu nutzen, um bekannter zu werden.

Wie bereits erwähnt ist Influencer Marketing nichts Neues — neu ist jedoch, dass auch Menschen, ohne Promi-Status, auf den Sozialen Plattformen eine gewaltige Gefolgschaft um sich scharen können.

In fast jeder Branche — egal ob es um Mode, Angeln, Tattoos, Vegan oder Fitness geht — lassen sich Influencer finden, deren Reichweite Sie für Ihren Shop nutzen können. Sie müssen Ihr Marketingbudget also nicht für millionenschwere Stars ausgeben, sondern können sich aus einem Pool von Influencern, groß oder klein, die Passenden aussuchen.

Beispiele für Influencer Marketing

Beispiele für Influencer Marketing lassen sich schnell finden, sobald einmal die Lieblings-Social-Media-App geöffnet ist.

Alina ist Modestudentin, mit ca. 3500 Followern auf Instagram eine Mini-Influencerin, Ambassador für Hunkemöller und hatte Zeit uns ein paar Fragen zum Thema zu beantworten.

Wie oft wirst du von Marken kontaktiert?
Da ich nur Instagram habe und keinen Blog, hatte ich natürlich bisher nicht so viele Anfragen, wie Influencern mit einem Blog und großer Reichweite. Ich nehme Instagram auch nicht so ernst, sondern mache nur das was zeitlich möglich ist. Ein paar Kooperationen sage ich auch ab, da sie nicht zu mir passen.

Wie viel Zeit verbringst du mit Instagram?
Je nachdem verbringe ich am Tag 1–2 Stunden mit Instagram. Ich liebe Instagram als Inspiration. Zum Beispiel für meine nächsten Kollektionen und für Reiseziele. Auch um angesagte Cafés und Restaurants zu finden. Die neusten Trends kriegt man hier schnell mit. Da jeden Tag tausende Fotos gepostet werden, gibt es immer wieder neue Sachen zu entdecken.

Was macht für dich eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Marke aus?
Wichtig für die Marke ist es, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die wirklich zu der Marke passen. Unabhängig von der Reichweite. Sonst wird es schnell unglaubwürdig für die Follower.
Für mich ist es wichtig, dass ich nicht zu viele Vorgaben habe und mein eigenes Ding machen kann. Das Fotos nicht erst abgesegnet werden müssen oder etc.

Welchen Tipp würdest du Shopbetreibern geben, die durch Influencer Marketing erfolgreicher werden wollen?
Ich würde empfehlen, sich Influencer zu suchen, die sehr gut zu der Marke passen.

Was hältst du von Influencer Marketing?
Ich denke das Influencer Marketing immer wichtiger wird. Jedoch sollten die Marken, die dies nutzen, genau wissen wen und was sie erreichen wollen. Und dazu vielleicht ein Konzept entwickeln.

Gerade im Beauty und Fashion-Segment ist Influencer Marketing sehr beliebt, doch auch in anderen Bereichen kann diese Marketingmethode funktionieren. Wie zum Beispiel für Suppen, oder für Kits, die die Zähne aufhellen, oder Fitness-Armbänder. Besonders beachtlich: Das Fitness-Armband steht gar nicht wirklich im Fokus, sondern die Story des Videos. Die Marketing-Kampagne von Nike und Casey Neistat löst positive Gefühle aus, macht Lust auf Reisen und sorgt dafür, dass der Zuschauer des Videos diese Gefühle mit der Marke verbindet.

Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie sich für eine Influencer Marketing Kampagne entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass

1. der Influencer zu Ihrem Shop und Ihrer Marke passt.

Meinungsmacher zu finden, die zu Ihnen passen ist sehr viel wichtiger als nur mit den größten Namen Ihrer Branche zu arbeiten und nur auf die Follower-Zahl zu achten. Natürlich kann es verführerisch ein Produkt von einem großem Social Media Star präsentieren zu lassen, meistens ist der Erfolg jedoch größer, wenn Sie einen kleineren Influencer aus Ihrer Branche auswählen.

Ein YouTuber mit 2.500 Abonnenten, der in seinen Videos Themen, wie Fische, Angeln und Köder, behandelt, wird definitiv besser zu Ihrem Angler-Shop passen und für mehr Umsatz sorgen, als eine Beauty-Vloggerin mit 25.000 Abonnenten.

Für eine wachsende Zahl von Influencern ist Social Media die Haupteinkommensquelle, es ist für viele also ein Vollzeitjob. Wenn ein Blogger dazu entscheidet mit Ihnen zusammenzuarbeiten, wird Ihnen der Zugang zu einer, mit Ausdauer und Leidenschaft aufgebauten, Gefolgschaft gewährt.

Behandeln Sie Ihre Influencer also respektvoll. Denn wenn die Partnerschaft erfolgreich ist, kann eine Influencer-Kampagne Gold wert sein und schafft Potential für weitere, erfolgsträchtige Kampagnen.

2. die Follower/Fans aktiv sind, also kommentieren und liken

Natürlich gibt es auch unter Influencern schwarze Schafe und gekaufte Follower sind keine Seltenheit. Bevor Sie sich auf einen Influencer festlegen sollten Sie nachforschen, wie aktiv die Fans sind.

• Kriegen geteilte Fotos oder Videos Likes und Kommentare?
• Wirken die Kommentare echt und relevant?
• Steht der Influencer mit seinen Fans in Kontakt?
• Wie kommen die gesponserten Posts bei den Fans an?

Gerade kleinere Meinungsmacher haben oft eine sehr aktive und leidenschaftliche Gefolgschaft, die aktiv kommentiert und dem geposteten große Beachtung schenkt.

3. das Ziel der Kampagne klar ist (Markenbekanntheit, Verkäufe, etc.)

Bevor das erste Bild oder Video gepostet wird, sollte Ihnen und dem ausgewähltem Influencer klar sein, was das Ziel der Werbekampagne ist.

Wollen Sie ein Produkt vorstellen und verkaufen? Wollen Sie die allgemeine Markenbekanntheit steigern? Veranstalten Sie ein Gewinnspiel? Wollen Sie mehr Fans auf Ihren Social Media Profilen?

Sprechen Sie die Ziele mit dem Meinungsmacher ab, überlegen Sie zusammen, wie diese Ziele erreicht werden können.

Sind diese Punkte erfüllt, ist die Marketingkampagne auf dem besten Weg Ihren Umsatz zu erhöhen. Die vorgestellten Beispiele sind alle erfolgreiche Kampagnen geworden, weil sie die vorausgegangen Punkte erfüllen und noch etwas gemeinsam haben: Sie wirken natürlich auf den jeweiligen Plattformen.

Das bedeutet, dass die geposteten Texte, Bilder und Videos auf die Plattform passen. Ein langer Blogpost ist auf Facebook so falsch aufgehoben, wie eine Keksdose im Kinderzimmer. Der gesponserte Content muss also zum Influencer und zu der Plattform passen, wo es veröffentlicht wird. Um das zu erreichen, sollten Sie Ihrem auserkorenen Markenbotschafter vertrauen, denn diese kennen Ihre Follower am besten und wissen, was gut ankommt und was eben nicht.

Ebenso hat es noch nicht geschadet, wenn Sie auch mal über den Tellerrand hinausschauen und nicht alles genauso machen, wie Ihr Mitbewerber. Kreativität und Einzigartigkeit wird hier belohnt und erhöht die Chance, dass der Post viral geht.
Die Bedenken zu Influencer Marketing

Natürlich ist das Konzept Machen Sie bitte ein Bild mit meinem Produkt und laden es bei Instagram hoch erstmal etwas ungewöhnlich. Denn den Erfolg von dieser Marketing-Strategie zu messen ist schwieriger als mit zum Beispiel mit AdWords.

Anstatt Ihr Marketingbudget bei Google und Facebook Werbung auszugeben, wo Sie für Betrag X ein Ergebnis erwarten können, geben Sie es einem Influencer und müssen auf das Beste hoffen.

Klicks und Besucher, die vielleicht in Ihrem Shop kaufen oder eben nicht. Es gibt keine Garantien. Das ist der Grund, warum viele Shopbetreiber von dieser Methode Abstand halten. Das ist aber auch der Grund, warum diese Methode so erfolgreich sein kann.

Die meisten Meinungsmacher bieten keine Garantien für eine Steigerung des Umsatzes. Trotzdem muss das Fehlen einer Garantie nichts schlechtes sein.

Haben Sie schon in Werbung auf Google und Facebook investiert? Dann wissen Sie, dass Sie zwar garantierte Klicks zu Ihrem Online-Shop generieren können, aber keine garantierten Verkäufe. Manchmal ist der potentielle Kunde überhaupt nicht in Kauflaune oder der Klick kam nur aus Neugier.

Trotzdem wird Influencer Marketing ein höheres Risiko zugesprochen als PayPerClick-Werbung. Dieses Risiko ist jedoch abhängig davon, wie gut Sie Ihren Influencer auswählen.

Finden Sie einen Social Media Star, der wie die Faust aufs Auge zu Ihrem Online-Shop passt, sind dessen Fans zu einer großen Wahrscheinlichkeit auch die passenden Kunden. Das kann mit den dem selben Werbebudget, wie zum Beispiel für Google Ads, ein vielfaches an Gewinn einbringen.

Besonders, wenn Sie sich an die oben genannten Richtlinien halten.

Manche Shopbetreiber verkaufen sehr spezifische Produkte in ihrem Shop.
• Tee,
• antike Möbel,
• Carbon für Auto-Tuning,
• Spanplattenschrauben,
um nur wenige zu nennen. Viele Onlinehändler sind der Meinung, dass es in manchen Branchen keinen Weg gibt, um Influencer Marketing erfolgreich zu nutzen. Doch mit Hilfe des Internets lässt sich in fast jeder Nische ein Ansatz finden.

Nur weil Sie zum Beispiel Tee verkaufen, müssen Sie nicht nur nach Tee-Bloggern suchen (obwohl es davon bestimmt auch ein paar gibt). Fragen Sie sich wer gerne Tee trinkt. Fitness-, Veggie- und Mommy-Blogger könnten eine passende Gefolgschaft haben.

Wenn Ihnen kein Ansatz für Ihr Produkt einfällt, schreiben Sie mir gerne ein Kommentar und ich versuche eine Idee zu finden.

Fazit

In diesem Artikel haben wir betrachtet, warum Influencer Marketing weiterhin auf Erfolgskurs ist und warum es Sinn macht, diese Taktik in 2017 einzusetzen.

Wenn Sie immer noch nicht überzeugt sind, hier eine letzte Statistik. Laut einer Studie von Google können sich Teenager mit Influencern auf YouTube eher identifizieren als mit klassischen Promis. Dazu kommt, dass 6 von 10 YouTube-Nutzern würden eher auf die Kaufempfehlung von ihren Lieblings-YouTubern hören, als die von der Fernsehprominenz.

Es ist davon auszugehen, dass es sich auf anderen Sozialen Plattformen ähnlich verhält.

Ihre potentiellen Kunden wollen keine Werbung mehr sehen, deswegen werden Anzeigen übersprungen, weggeklickt oder einfach ignoriert. Smartphones und Social Media wird so viel genutzt, wie noch nie.

Die Menschen, die Sie erreichen wollen nutzen Ihre Smartphones und folgen Influencern. Es wird geliked, was diese tragen, essen und sonst so mit Ihrer Gefolgschaft teilen. Die Aufmerksamkeit liegt also Großteils bei den Meinungsmachern und nicht mehr bei der klassischen Werbung.

Viele Shopbetreiber, die diese Verschiebung der Aufmerksamkeit verpassen, laufen Gefahr Umsatz einzubüßen und auf der Strecke zu bleiben.

Finden Sie heraus, wo sich Ihre Kunden, beziehungsweise Ihre gewünschte Zielgruppe, aufhält, welche Sozialen Plattformen sie nutzen und wer dort die Meinungsmacher sind. Nur dann können Sie eine optimale Marketing-Kampagne entwickeln.

Wenn Sie einen Weg finden Ihre angebotenen Produkte, mit der Hilfe von Influencern, so zu vermarkten, dass Ihre Kunden begeistert sind und sich nicht beworben fühlen, haben Sie quasi gewonnen.

2017 wird das Jahr des Influencer Marketings und wird nur noch populärer, profitabler und, vor allem, umkämpfter. Seien Sie Ihren Mitbewerbern also einen Schritt voraus und starten Sie noch früh im Jahr mit einer kreativen Influencer Marketing-Kampagne.