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Konsumklima startet gut ins neue Jahr

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für Dezember 2016.
GfK SE | 02.01.2017

Die Stimmung der Verbraucher zeigt zum Jahresende ein im Großen und Ganzen positives Bild. Die Konjunkturerwartung legt leicht, die Einkommenserwartung deutlich zu. Dagegen muss die Anschaffungsneigung moderate Einbußen hinnehmen. Der Gesamtindikator Konsumklima prognostiziert für den ersten Monat des kommenden Jahres 9,9 Punkte nach 9,8 Zählern im Dezember.

Die Verbraucher erhalten sich auch zum Jahresende 2016 ihren Konsumoptimismus. Sie sehen die deutsche Wirtschaft auf einem moderaten Wachstumspfad, wie der dritte Anstieg in Folge der Konjunkturerwartung belegt. Die Einkommensaussichten legen im Dezember sogar spürbar zu. Davon kann die Anschaffungsneigung aktuell jedoch nicht profitieren. Sie erleidet moderate Verluste, weist aber dennoch ein sehr hohes Niveau auf.

Konjunkturaussichten steigen zum dritten Mal in Folge

Die Konsumenten gehen zum Jahresende davon aus, dass die Wirtschaft auch in den kommenden Monaten moderat wachsen wird. Die Konjunkturerwartung steigt zum dritten Mal in Folge. Mit einem Plus von 1,1 Zählern fallen die Gewinne aber eher moderat aus. Aktuell weist der Konjunkturindikator 16,4 Punkte auf und liegt damit 13,5 Zähler über seinem entsprechenden Vorjahreswert.

Der für viele überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen scheint sich bisher nicht auf die Stimmung der Verbraucher auszuwirken. Sie erwarten in den nächsten Monaten offensichtlich keine direkten Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur.

Der zunehmende Konjunkturoptimismus der Verbraucher ist nicht unberechtigt. Auch die Mehrzahl der Experten geht davon aus, dass die konjunkturelle Dynamik, nach einem etwas schwächeren dritten Quartal 2016, im Schlussvierteljahr wieder zunimmt. Hauptstütze soll nach Aussage der Deutschen Bundesbank die Binnennachfrage sein, wie sie in ihrer aktuellen Prognose vom Dezember anmerkt. Insgesamt erwartet die Bundesbank für dieses und das kommende Jahr jeweils ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent (Quelle: Deutsche Bundesbank, Bundesbank-Prognose: Deutsche Wirtschaft im Aufwind, Meldung vom 9.12.2016, www.bundesbank.de). Davon soll auch der Arbeitsmarkt profitieren, die Zahl der Beschäftigten soll nach dieser Prognose auch künftig steigen.

Einkommenserwartung steigt deutlich

Nachdem sie drei Monate in Folge gefallen ist, stabilisiert sich die Einkommenserwartung im Dezember auf eindrucksvolle Art und Weise. Der Indikator gewinnt 11,1 Zähler hinzu und klettert damit auf 55,6 Punkte. Seinen entsprechenden Vorjahreswert übertrifft er um knapp 5 Zähler. Damit ist der leichte Abwärtstrend, der sich in den vergangenen drei Monaten abgezeichnet hat, gestoppt.

Die anhaltend positive Beschäftigungsentwicklung, die – wie bereits erwähnt – auch die Konjunkturaussichten stützt, wirkt zum Jahresende auch belebend auf die Einkommenserwartungen. Die glänzende Verfassung des Arbeitsmarktes weckt Hoffnungen auf anhaltend gute Lohn- und Einkommenszuwächse.

Diesen Optimismus können im Moment auch die wieder anziehenden Verbraucherpreise nicht beeinträchtigen. Die erdölproduzierenden Länder haben für Anfang 2017 angekündigt, die Rohölförderung zu drosseln. Dadurch werden die Energiepreise hierzulande wieder steigen und zu einer höheren Inflation führen, die die reale Kaufkraft der Haushalte schmälert. Allerdings gehen die Verbraucher auch weiterhin davon aus, dass die Lohn- und Gehaltssteigerungen deutlich über der Inflationsrate liegen werden und sie somit auch weiterhin real mehr im Geldbeutel haben werden.

Anschaffungsneigung verliert leicht

Zum Jahresende profitiert die Anschaffungsneigung nicht von verbesserten Konjunktur- und Einkommenserwartungen. Die Konsumneigung erleidet Einbußen in Höhe von 3,2 Zählern und sinkt damit auf 48,0 Punkte. Im Vergleich zum entsprechenden Wert des Vorjahres steht ein kleines Minus von 1 Punkt zu Buche.

Trotz des leichten Rückganges weist die Anschaffungsneigung ein überaus hohes Niveau auf. Die Konsumfreude ist nach wie vor ungebrochen. Der Einzelhandel kann wohl damit rechnen, dass die Verbraucher auch in den Tagen nach Weihnachten in die Läden strömen und einkaufen werden. Vor dem Hintergrund stabiler Arbeitsmarktverhältnisse sowie niedriger Zinsen ist die hohe Konsumneigung nicht verwunderlich.

Konsumklima: Start ins neue Jahr gelungen

Für Januar 2017 prognostiziert der Gesamtindikator 9,9 Punkte nach 9,8 Zählern im Dezember 2016. Damit ist der Start des Konsumklimas in das neue Jahr 2017 gelungen.


Die Konsumenten zeigen sich überaus widerstandsfähig gegenüber einer Reihe von Risikofaktoren, wie dem Ausgang der US-Wahlen, der Brexit-Entscheidung, einem Wiederaufflammen der Finanzkrise in Italien nach dem gescheiterten Referendum und dem Rücktritt der Regierung Renzi sowie der anhaltend großen Terrorgefahr. Offenbar sehen die Konsumenten eher in der Arbeitsmarktlage die für sie entscheidende Größe, wenn es um ihre Konsumentscheidungen geht. Eine schwache Sorge vor Arbeitslosigkeit stimuliert die Konsumfreude. Positiven Einfluss übt auch das historisch niedrige Zinsniveau aus.

GfK bestätigt die Prognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um etwa 2 Prozent steigen werden. Der Konsum bleibt damit eine wichtige Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich.
GfK prognostizierte für das Jahr 2015 einen Anstieg des privaten Konsums von mindestens 1,5 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der private Konsum im Jahr 2015 real um 1,9 Prozent. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher.

Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland sind. Dieses Befragungsinstrument unterliegt ständigen Qualitätskontrollen, vor allem auch im Hinblick auf seine Repräsentativität. Die ausgesprochen hohe Qualität dieser Erhebung zeigt sich auch daran, dass sie für Umfragen im Bereich der empirischen Rechtsforschung (z.B. Verwechslungsgefahr von Produkten) verwendet und anerkannt ist. Das heißt, die Ergebnisse haben Gutachterqualität und müssen jeweils vor Gericht standhalten.