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Veranstaltungen: Unternehmen können von Parteien lernen

Politischen Parteien haben ihre Veranstaltungsprogramme langfristig und nachhaltig geplant. Hohe Politiker zeigen dezentrale Präsenz.
Proske GmbH | 05.07.2017

Vor der Bundestagswahl 2017 intensivieren alle politischen Parteien ihre Anstrengungen, um Wähler zu erreichen. Für 64 Prozent der Politiker sind Veranstaltungen einer aktuellen Umfrage von Ketchum Pleon zufolge im Wahlkampf ein wichtiger Kanal. Die Agentur Proske hat im Vorfeld der Wahl analysiert, wie die Parteien ihre Veranstaltungen grundsätzlich strukturieren. Programme werden demnach langfristig vorbereitet. Diese umfassen von langer Hand geplante ebenso wie kurzfristige anberaumte Veranstaltungen. Bundespolitische Leitlinien sollen auch auf lokaler Ebene umgesetzt werden, bekannte Politiker kommunizieren ihre Themen auch vor Ort.

„Politischen Parteien wird im Hinblick auf Inhalte oft vorgeworfen, sie würden zu kurzfristig agieren. Unsere Untersuchung zeigt, dass dies nicht für die Veranstaltungsprogramme gilt. Diese sind mehrheitlich über Jahre hinweg und damit sehr nachhaltig geplant. Ressourcen werden sehr ökonomisch eingesetzt. Beim Management ihrer Veranstaltungen könnten Unternehmen von einigen Vorgehensweisen der Parteien profitieren“ sagt Markus Struppler, Geschäftsführer der Proske GmbH.

Proske hat sechs Punkte herausgegriffen, die auch für Unternehmen sinnvoll sein können im Hinblick auf deren Veranstaltungs-Management:

1. Langfristige Planung
Bestimmte Termine sind auf lange Sicht festgesetzt, bundesweite Leitveranstaltungen finden jeweils innerhalb eines bestimmten Zeitraums statt. So richtet zum Beispiel die CDU ihren ordentlichen Parteitag stets zum Jahresende aus, bei der SPD erfolgt dies alle zwei Jahre ebenso. Die FDP organisiert ihr traditionelles Dreikönigstreffen jeweils am 6. Januar eines Jahres. Solche festen wiederkehrenden Highlights prägen sich bei den Zielgruppen ein. Für die Ausrichter erleichtert es die Organisation und spart Kosten, da durch die klare Struktur immer wieder auf ein bewährtes Programm mit entsprechender Infrastruktur und Dienstleistern zurückgegriffen werden kann. Auch für Veranstaltungen im kleineren Umfang, etwa auf Landesebene, sind feste Formate festgelegt.

2. Anlassbezogene Veranstaltungen
Gerade im Wahlkampf folgen die Veranstaltungen der Parteien einer inhaltlichen Dramaturgie. In der Regel macht eine zentrale Auftaktveranstaltung den Anfang. Im weiteren Verlauf folgen zahlreiche weitere dezentrale Events.

3. Flexibilität
Neben langfristig geplanten Veranstaltungen werden bei neuen Entwicklungen außerordentliche Parteitage kurzfristig einberufen. Ebenso werden andere themenbezogene Veranstaltungen wie etwa Fachgespräche realisiert. Die Veranstaltungsplanung erfolgt dann kurzfristig, schließt aber strategisch an das Gesamtprogramm an. Damit entsteht ein einheitliches Konzept und dementsprechend eine hohe Wiedererkennbarkeit strategischer Inhalte für die Zielgruppen.

4. Lokale Umsetzung von Inhalten
Ortsverbände haben in allen Parteien ein hohes Maß an Freiheit, lokal zugeschnittene Inhalte auf die Agenda zu setzen und im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihen zu kommunizieren. Dabei orientieren sie sich in der Regel an denselben thematischen Leitlinien, die auf Bundesebene gelten. Inhalte werden so glaubwürdig auf verschiedenen Ebenen umgesetzt.

5. Dezentrale Präsenz
Bundes- und Landespolitiker, etwa Regierungsmitglieder, ziehen sich im Wahlkampf in der Regel nicht in ihren Elfenbeinturm zurück. Stattdessen zeichnen sie sich mehrheitlich durch eine starke dezentrale Präsenz aus. So sind prominente Politiker regelmäßig auch in kleineren oder mittelgroßen Städten vor Ort, um den Bürgern das Wahlprogramm ihrer Partei nahezubringen.

6. Sicherheit
Bestimmte organisatorische Punkte müssen im politischen Umfeld klar festgelegt werden. Insbesondere beim Thema Sicherheit sind in den vergangenen Jahren neue Herausforderungen entstanden, die sich zwingend in einem Gesamtkonzept wiederfinden müssen.