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Der deutsche Werbemarkt legt zu

Der Werbemarkt hat Nielsen zufolge im ersten Halbjahr 2017 um 1 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zugelegt. Kinowerbung ist um 36,5 Prozent gewachsen.

Der deutsche Werbemarkt hat sich im ersten Halbjahr des Jahres 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum positiv entwickelt. Mit Bruttowerbeausgaben in Höhe von 14,6 Milliarden Euro verzeichnete der Gesamtmarkt ein Plus von +1,0 Prozent. Das zeigt die aktuelle Bilanz zum Bruttowerbemarkt von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert.

Mit einem Wachstum von +36,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum positioniert sich die Mediengruppe Kino als die am stärksten wachsende Mediengruppe des ersten Halbjahres 2017. Allerdings ist sie mit Brutto-Werbeaufwendungen in Höhe von 0,066 Milliarden Euro auch die kleinste Mediengruppe. Das zweitstärkste Wachstum verzeichnet Mobile-Werbung mit einem Wachstum von +29,2 Prozent. Die Werbeausgaben auf den mobilen Endgeräten beliefen sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf mittlerweile 0,246 Milliarden Euro. Die Werbeinvestitionen in der
Mediengruppe Internet in Höhe von 1,3 Milliarden Euro sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig , was ein Minus von 3,3 Prozent bedeutet. Mit knapp 7,0 Milliarden Euro Werbeausgaben und einem Plus von 1,6 Prozent bleibt die Mediengruppe Fernsehen weiterhin das Leitmedium der deutschen Werbungtreibenden. In Radiowerbung wurden 0,904 Milliarden Euro Werbeinvestitionen gesteckt, sodass die Mediengruppe gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 ein Wachstum von +4,8 Prozent verbuchen konnte. Auch die Werbung in den Out-Of-Home-Medien (0,956 Milliarden Euro) weist ein Wachstum von +5,4 Prozent aus. „Die Printmedien mussten im ersten Halbjahr 2017 allerdings
leichte Verluste (-2,1 Prozent) hinnehmen”, erklärt Dirk Reinbothe, Director Marketing Effectiveness bei Nielsen in Deutschland. Die Werbeinvestitionen in den Printmedien waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht rückläufig: Zeitungen (2,3 Milliarden Euro; -2,1 Prozent), Publikumszeitschriften (1,6 Milliarden Euro; -2,0 Prozent) und Fachzeitschriften (0,200 Milliarden Euro; -1,6 Prozent).

Als Top-Branchen des ersten Halbjahres 2017 positionierten sich mit einem positiven, zweistelligen Wachstum die Produktgruppe Arzneimittel (0,664 Milliarden Euro, +19,3 Prozent) und der Lebensmitteleinzelhandel (0,654 Milliarden Euro, +32,1 Prozent). Trotz eines Rückgangs um -5,4 Prozent der Brutto-Werbeausgaben konnte die Automobilbranche (Produktgruppe PKW) ihren Platz als zweitstärkste Branche mit einem Werbeaufkommen in Höhe von 0,852 Milliarden Euro verteidigen.

Der Bereich Online-Handel ist die werbestärkste Branche in Deutschland. Betrachtet man die Nielsen E-Commerce-Werbestatistik, zeigt sich ein weiteres Wachstum im ersten Halbjahr 2017 von Plus 3,5 Prozent und erreicht mit 1,9 Milliarden Euro Bruttowerbeausgaben einen neuen Rekordwert für die ersten sechs Monate eines Jahres. „Es ist zu erwarten, dass im Jahr 2017 die Bruttowerbeausgaben für E-Commerce erstmalig 4 Milliarden Euro übertreffen werden”, so Dirk Reinbothe.

Die Reisebranche bleibt weiterhin werbestärkste Kraft im E-Commerce Bereich und ist mit 296 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2017 für 16 Prozent der Bruttowerbeausgaben verantwortlich. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz zwei und drei die Kategorien „General Retail“ mit 159 Millionen Euro und „Entertainment & Media“ mit 152 Millionen Euro Bruttowerbeausgaben. Das höchste Wachstum aller Kategorien entfiel auf die Kategorie „E-Gambling“ mit 120 Millionen Euro Bruttowerbeausgaben. Der Werbedruck hat sich somit im Vergleich
zum Halbjahr 2016 um +72 Prozent erhöht.

Das wichtigste Medium für die Branche bleibt weiterhin das Fernsehen (70 Prozent), gefolgt von Internet (10 Prozent) und Print (9 Prozent).


Anmerkung: Die von Nielsen erhobenen Bruttowerbedaten geben den Werbedruck wieder, den die Werbetreibenden für ihre Produkte und Services beim Konsumenten entfachen. Aus den Bruttowerbedaten lässt sich detailliert ablesen, welche Mediastrategie die Werbetreibenden verfolgen. Der Bruttowerbemarkt erhebt keinen Anspruch, die individuellen monetären Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern widerzuspiegeln, deren Konditionen naturgemäß von der Marktposition des Werbetreibenden bzw. der Agentur sowie der allgemeinen Nachfrage am Werbemarkt bestimmt wird.
Diese individuellen Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern werden auch nicht öffentlich bekannt gegeben.

Erläuterung: Basis der bereinigten Vorjahreswerte bilden alle Werbeträger inklusive der natürlichen Abgänge/Einstellungen oder Launches auf dem Medienmarkt. Aktive Titel-Aufnahmen durch Nielsen bei bestehenden Werbeträgern sowie aktive Einstellungen der werbestatistischen Erfassung bei Weiterbestehen der Werbeträger auf dem Markt werden aus dem bereinigten Trend ausgeschlossen.
Die E-Commerce Systematik ist eine separate Kategorisierung aller online Angebote. Dazu gehören nicht nur klassische Online-Shops, sondern jegliche kostenpflichtige Dienstleistungen im Internet.