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Handelsverband fordert Transparenz bei Sprachassistenten

Digitale Sprachassistenten entscheiden als Gatekeeper zu Lasten des Wettbewerbs über Händler- und Produktauswahl.
Sprachassistent Amazon Echo. © Pixabay / HeikoAL
 

Von E-Commerce über Mobile Commerce zu Voice Commerce - das Einkaufserlebnis passt sich immer stärker den Gewohnheiten und Lebensrealitäten des modernen Kunden an. Statt sich auf einem kleinen Display durch die Vielzahl von Shops, Produkten und Beschreibungen zu manövrieren, überlassen immer mehr Konsumenten diesen Prozess lieber ihren intelligenten Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder Siri. 24 Prozent der Deutschen haben bereits per Sprache Lebensmittel, Haushaltswaren oder Kleidung geshoppt. Gleichzeitig entwickeln Händler innovative Anwendungen für Konsumenten, die beispielsweise per Sprache durch Rezepte geführt werden.

Beim HDE-Forum Handel 4.0 am 24. April betonte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp: „In ihrer Rolle als Gatekeeper können Sprachassistenten entscheiden, welches Produkt von welchem Händler bestellt werden soll. Langfristig werden also die Selektions- und Marketingprozesse von Sprachassistenten einen wichtigen Faktor für den Erfolg und Misserfolg von Produkten und Händlern darstellen.“ Diese Stellung wird umso wichtiger, wenn Anbieter sowohl Sprachassistenzsysteme als auch Online-Marktplätze betreiben. Eigene Produkte oder gesponserte Produkte könnten dann vom Sprachassistenzsystem gezielt angeboten oder beworben, Produkte anderer Verkäufer ausgeblendet werden – zu Lasten des Wettbewerbs, kleinerer Händler und der Verbraucher. Angesichts der möglichen zukünftigen Vormachtstellung von Voice-Angeboten forderte Tromp: „Wir müssen einen Weg finden, wie unsere Gesetze und Regeln sowohl in der analogen als auch in der digitalen Welt durchgesetzt werden können. Deshalb brauchen wir Transparenz, welche Kriterien die Sprachassistenten bei der Auswahl ihrer Vorschläge anwenden.“