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So verlieren Unternehmen ihre besten Mitarbeiter

Aktuelle von Rundstedt Studie zeigt: Wer Mitarbeiter halten will, sollte ihnen einen angemessenen Freizeitausgleich und ein gutes Arbeitsklima bieten.
Talents & Trends © v. Rundstedt & Partner GmbH
 

Nur eines ist schwerer, als im „War for Talents“ fähige Mitarbeiter zu finden: die Talente im Unternehmen zu halten! Doch was können Unternehmen tun, um ihre fähigsten Mitarbeiter nicht an die Konkurrenz zu verlieren und noch viel wichtiger: Was bewegt die Mitarbeiter tatsächlich zur Kündigung? Die Outplacement- und Karriereberatung von Rundstedt hat dies in ihrer jüngsten repräsentativen Talents & Trends-Befragung unter 1.020 Teilnehmern ermittelt.

Ein besonderes Auge sollten Unternehmer auf die Zeitkonten ihrer Mitarbeiter haben, denn Hauptkündigungsgrund für Arbeitnehmer ist fehlender Ausgleich für angefallene Überstunden. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) würden ihren Job kündigen, wenn der Arbeitgeber für Überstunden keinen angemessenen Ausgleich bietet. Wie verhalten sich die einzelnen Mitarbeiter in den Teams? Gibt es Spannungen oder Ungerechtigkeiten? Auch hier sollten Führungskräfte ihren Mitarbeitern mit einem offenen Ohr begegnen. Die fehlende Chemie wird als zweithäufigster Kündigungsgrund angegeben: 65 Prozent würden einen neuen Job suchen, wenn die Chemie mit den Kollegen nicht mehr stimmt. Auch bei andauerndem Stress und Leistungsdruck suchen die Befragten nach Alternativen: So sehen 60 Prozent in engen Timings und unhaltbaren Deadlines echte Kündigungsgründe.

Wer Hochschulabsolventen an der kurzen Leine hält, verliert sie!



Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt: Hochschulabsolventen reagieren besonders negativ auf Überstunden und schlechtes Arbeitsklima: Ganze 74 Prozent sehen einen fehlenden Ausgleich in Form von Freizeit oder Lohn als Grund an, zu kündigen. 72 Prozent sind zudem der Meinung, dass sie ein schlechtes Klima am Arbeitsplatz zur Kündigung bewegen würde. Eine positive Feedback-Kultur ist Akademikern ebenfalls wichtig: Im Vergleich zum Durchschnitt würden rund acht Prozent mehr der Akademiker aufgrund einer schlechten Feedback-Kultur kündigen. Hochschulabsolventen ist es besonders wichtig, eigene Fehler zugeben zu können und auch andere Kollegen auf Fehler hinweisen zu können. Wenn es um die Selbstbestimmtheit geht, weichen Akademiker noch deutlicher vom Durchschnitt ab: Rund 13 Prozent mehr wünschen sich Eigenverantwortlichkeit für ihren Bereich und würden eine Kündigung in Erwägung ziehen, wenn ihnen keine Entscheidungsbefugnis zugesichert wird.

Mitarbeitern Freiräume ermöglichen und Nähe schaffen



„Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Wer seine Mitarbeiter im Unternehmen halten möchte, muss ein attraktives Gesamtpaket anbieten“, sagt Dr. Christian Siemen, Senior Experte Personalumbau und Retention. „Wenn z. B. das kollegiale Umfeld nicht stimmt oder im Unternehmen keine konstruktive Feedback-Kultur herrscht, reicht es nicht, eine attraktive Regelung für anfallende Überstunden anzubieten.“ Trotzdem können Unternehmen Stück für Stück die einzelnen Punkte angehen: „Um zu verhindern, dass Überstunden und Stress zum Kündigungsgrund werden, kann der kreative Umgang mit Zeitkonten ein gutes Instrument sein, um Entlastung zu schaffen und Mitarbeiter zu binden“, weiß Dr. Christian Siemen. Wer schon bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter die Teamstrukturen und die kulturelle Passung im Blick hat, stellt die Weichen dafür, dass die Chemie und Arbeitsatmosphäre im Team stimmt. „Die Ergebnisse zeigen, dass die individuellen Unzufriedenheiten und Entwicklungswünsche je nach Bildungshintergrund sehr unterschiedlich sind. Daher ist es wichtig, dass sich Führungskräfte regelmäßig mit ihren Mitarbeitern auf informeller Ebene austauschen, um diese rechtzeitig erkennen und darauf reagieren zu können“, so Dr. Christian Siemen.

Über die Umfrage



Talents & Trends ist eine regelmäßig stattfindende Erhebung zu den Themen „Talent“ und „Karriere“. von Rundstedt befragt hierzu gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG rund 1.000 Männer und Frauen. Die Stichprobe entspricht nach Alter, Geschlecht und Region der repräsentativen Verteilung der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im November 2017 statt.