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Visual Search: Google bester Anbieter

Produkt mit dem Smartphone abfotografieren und damit passende Artikel finden? Funktioniert bei Google zu 62 Prozent, bei Amazon nur zu 42 Prozent.
© elaboratum GmbH – New Commerce Consulting
 

Studie zu Visual Search: elaboratum hat eine Studie zur Akzeptanz von Visual Search durchgeführt. Mehr als 600 Nutzer haben insgesamt 3.600 echte Use-Cases von sechs führenden Visual Search-Anbietern aus der Fashion-Branche bewertet.

Technologien oder Apps, die es nicht unmittelbar schaffen, den Nutzer zu überzeugen, werden in der Regel schnell wieder gelöscht beziehungsweise nicht weiter genutzt. elaboratum wollte in der Studie herausfinden, wie es um die Wahrnehmung bei Visual Search steht. Im Fokus der Studie stehen die Erwartungen und Ansprüche der Nutzer an eine Online-Produktsuche. Am Beispiel der Fashion-Branche haben Kunden in der Befragung die Suchergebnisse führender Technologie-Anbieter für Visual Search bewertet. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Studie:

Drei von vier Befragten können sich vorstellen, Visual Search in Zukunft zu nutzen


Für 67 % der Nutzer liegt der große Vorteil der Visual Search darin, dass es einfacher ist, Bilder abgleichen zu lassen, als Suchanfragen über Text oder Sprache zu beschreiben. Rund 50 % der Befragten erwarten von der Visual Search genauere Suchergebnisse als über text- oder sprachbasierte Suchen.

Google knapp vor ASOS (viSenze) der beste Anbieter – Amazon abgeschlagen


Die verschiedenen Anbieter nutzen unterschiedliche Technologien. elaboratum wollte herausfinden, welcher Anbieter am besten abschneidet. Das Resultat: Mit 62 % positiven Ergebnissen im Gesamteindruck belegt Google den ersten Platz, dicht gefolgt von ASOS (Technologie: viSenze) mit 61 % und Zalando (Technologie: cortexica) mit 57 %. Pinterest besetzt als solider Allrounder den vierten Platz. Überraschenderweise landet der E-Commerce-Riese Amazon mit lediglich 42 % positiver Bewertungen abgeschlagen auf dem vorletzten Platz.

Vorherige Nutzung hat positiven Einfluss auf die Bewertung


Wer vor der Untersuchung bereits Erfahrungen mit Visual Search gemacht hat, bewertet die Ergebnisse insgesamt deutlich positiver als Personen, die Visual Search in der Befragung zum ersten Mal genutzt haben. Wurde Visual Search davor bereits angewendet, steigen die positiven Bewertungen von 52 % auf beachtliche 68 % an. Über alle Anbieter hinweg bewerten Männer die Suchergebnisse um 14 % positiver als Frauen. Auffällig ist der Unterschied insbesondere beim Gesamtsieger Google. Männer gaben in rund 86 % der Fälle an, ein passendes Produkt unter den Top-4-Suchergebnissen ausgespielt zu bekommen, wohingegen es bei Frauen lediglich 62 % waren. „Frauen scheinen allgemein deutlich kritischer in der Bewertung der Suchergebnisse zu sein“, hält Studienautor Maximilian Kirschbauer fest. Er weist jedoch auch die positiven Einflüsse auf die Bewertung, aber ebenso die hohe Erwartungshaltung aus: „Wie die Studienergebnisse zeigen, sind Nutzer mit hoher Internet-Affinität, Smartphone-Power-User und die Zielgruppe der unter 20-Jährigen von der Visual Search-Technologie besonders begeistert. Grundsätzlich sind die Ansprüche der breiten Masse an Visual Search jedoch hoch, sodass sich die Technologie auf lange Sicht noch verbessern muss, um eine nachhaltige Daseinsberechtigung im Markt zu manifestieren.“

Worauf Unternehmen bei Einführung von Visual Search unbedingt achten sollten


Die Einführung neuer Technologien kostet Geld und Zeit. Deshalb sollte sie sich idealerweise erfolgreich auf das Geschäft auswirken. elaboratum gibt 4 Tipps, wie die Einführung gelingen kann:

1. Kundenbrille aufsetzen: Der Einsatz von Visual Search kann Unternehmen Wettbewerbsvorteile bieten – vorausgesetzt, sie bietet den Kunden einen Mehrwert. Deshalb ist es vor der Einführung oder einer Testphase wichtig, zunächst die Kundenbrille aufzusetzen: Wie profitieren meine Kunden am meisten von der neuen Suchform? Dies lässt sich durch einfache und unaufwändige nutzerzentrierte Methoden bewerkstelligen und als Test & Learn überprüfen.

2. Einstiegshürden beseitigen: Unternehmen, die Visual Search einführen wollen, sollten darauf achten, die Einstiegshürden für die Nutzer so klein wie möglich zu halten. Idealerweise integrieren sie die Visual Search direkt in vorhandene und bereits genutzte Apps. So haben es die Nutzer leichter, die neue Technologie in einem gewohnten Umfeld auszuprobieren. Da die positive Wahrnehmung der Nutzer von Visual Search mit der gemachten Erfahrung steigt, ist es besonders wichtig, den Einstieg so leicht wie möglich zu gestalten.

3. Mit offenen Karten spielen: Vor allem in Testphasen sollten Nutzer darauf hingewiesen werden, dass es sich um einen „Piloten“ handelt. Damit wecken sie beim Kunden keine zu hohen Erwartungshaltungen, die dann eventuell enttäuscht werden und als schlechtes Kundenerlebnis in Erinnerung bleiben. Gleichzeitig zeigen sich Unternehmen als innovativ und offen für Neues, wenn sie neue Technologien als Piloten testen.

4. Gut, besser, optimal: Pilotphasen sind vor allem zum Ausprobieren da. Besonders wichtig ist es, die gewonnenen Erkenntnisse dann auch in die kontinuierliche Weiterentwicklung fließen zu lassen. So können beispielsweise Feedbackfragen nach Abschluss der Nutzung integriert und wertvolle Kundenmeinungen gesammelt werden. Natürlich sollten anbietende Unternehmen auch selbst die Technologie ausgiebig testen und mit eigenen Erfahrungswerten an der weiteren Verbesserung arbeiten.