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Dialog-Designer kreieren „Kino im Kopf“

Dirigenten für die Mensch - Maschine - Kommunikation
marketing-BÖRSE | 28.07.2006

D&uuml;sseldorf/Bonn, www.ne-na.de - Sprach-Dialogsysteme mit ihren endlosen Ansagen und Men&uuml;optionen treiben Kunden h&auml;ufig in den Wahnsinn. „Jeder kennt sie, jeder hasst sie. Schon bald k&ouml;nnten sie Geschichte sein, zum Gl&uuml;ck. Daf&uuml;r verantwortlich ist ein neuer Berufsstand, der gerade boomt: Dialoggestalter. Moderne Sprachcomputer sprechen und verstehen heute mehrere Sprachen, k&ouml;nnen komplette S&auml;tze entschl&uuml;sseln, lassen sich unterbrechen und sind sogar in der Lage, sich an einen Anrufer zu erinnern. Die Technik setzt heute kaum noch Grenzen. Das nutzen die Voice-User-Interface-Designer (VUID), wie sie im Englischen hei&szlig;en, und schreiben moderne Dialog-Drehb&uuml;cher, damit sich Mensch und Maschine besser verstehen“, schreibt die Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de.

Bislang schrieben die Softwareprogrammierer die Dialoge noch selbst. Das heutige Ideal sei ein Gespr&auml;chsablauf, bei dem der Mensch vergisst, dass er mit einer Maschine spricht - und das schaffen nur Dialogprofis: „Kino im Kopf&quot;, nenne das Tom Houwing, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Agentur Voiceandvision http://www.vui-experts.com. Der Niederl&auml;nder sei eine Galionsfigur in der Szene der Dialoggestalter. F&uuml;r die Postbank habe er vor drei Jahren das Telebanking-Portal aufgebaut und daf&uuml;r zahlreiche Preise eingeheimst. Der gelernte Musikwissenschaftler vergleiche Sprachportale mit klassischer Musik: St&auml;ndig wechselt das Tempo, variiert die Lautst&auml;rke und vermengen sich die Kl&auml;nge aufs Neue zu einer harmonischen Einheit. „Als Dialogdesigner dirigiere ich das Ganze&quot;, so Houwing gegen&uuml;ber der Wirtschaftswoche.

Die Branche boome. „Mehr als die H&auml;lfte der deutschen Banken nutzt bereits Sprachportale. Auch Versicherungen, Versandh&auml;user und Reisekonzerne modernisieren ihren automatischen Kundendienst. Die Kosten f&uuml;r die Bearbeitung eines Anrufs lassen sich so auf ein Zehntel senken“, f&uuml;hrt die Wirtschaftswoche weiter aus.

Eine Ausbildung zum Dialoggestalter gebe es allerdings noch nicht. Deshalb w&uuml;rden sich in dem Beruf viele Quereinsteiger tummeln: Psychologen, Sprachwissenschaftler, Musiker. Ein Berufseinsteiger verdiene zwischen 2500 und 3000 Euro im Monat. Profis k&auml;men auf bis zu 6500 Euro. „Der Beruf des Dialog-Designers ist in Deutschland und Europa noch nicht so weit verbreitet wie in den Vereinigten Staaten. Zum Beispiel fehlt ein eigenes Ausbildungs- oder Studienprogramm. Ausbildung ist aber wichtig, um nutzerfreundliche Anwendungen zu schaffen“, sagt Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Business Initiative http://www.voicedays.de. Dialogprofi Houwing werde deshalb die Grundlagen und Techniken f&uuml;r erfolgreiches Voice User Interface-Design am 17.Oktober beim Fachseminar „Voice Campus“ http://www.voice-community.de/index.aspx?page=401 pr&auml;sentieren. „Alle, die sich f&uuml;r Berufschancen interessieren sollten zudem die Voice Days am 18. und 19. Oktober in Bonn besuchen. Mehr als 50 Firmen aus dem Voice-Umfeld sind hier vertreten“, so der Rat von Steimel f&uuml;r Berufseinsteiger.



Neue Herausforderungen ergeben sich aber nicht nur in der Ausbildung, sondern auch f&uuml;r Unternehmen, die sich f&uuml;r automatische Sprachsysteme entscheide: „Der Kanal Sprache muss viel st&auml;rker in den Marketingmix einbezogen werden. Das ‚visuelle Branding’ z&auml;hlt schon seit langer Zeit zu den klassischen Disziplinen der Au&szlig;endarstellung. Beim sogenannten ‚Voice Branding’ gibt es noch Defizite. In den USA haben dass viele Unternehmen erkannt und eine ‚Corporate Voice’ entwickelt, die dem Anrufer ein konsistentes Bild des Unternehmens vermittelt - egal ob beim Anruf auf der Hotline oder auf der Mailbox eines Mitarbeiters. Langfristig wird hier - wie bei einem Firmenlogo - ein &auml;hnlicher Wiedererkennungseffekt und Markenwert geschaffen“, wei&szlig; Jens Klemann von der Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de in Bad Homburg.



Vergleiche man diese Entwicklung mit dem Aufkommen der ersten Web-Agenturen vor einigen Jahren, so werde sich auch die derzeit noch &uuml;berschaubare Zahl an „Voice-Agenturen&quot; zuk&uuml;nftig deutlich nach oben entwickeln: „Aus Web-Designern werden Voice-Designer, die mit der Schaffung von Audio-Welten und ‚Corporate-Voices’ neue emotionale Unternehmenswelten kreieren“, prognostiziert Klemann. Was dem Webdesigner seine Bilder und Grafiken, seien f&uuml;r den Dialoggestalter Musik, T&ouml;ne und Stimmen. „Sie dienen als akustische Wegweiser. So reicht etwa ein einzelner Ton aus, um dem Anrufer zu signalisieren, ob der Computer einen Befehl verstanden hat. Und sie haben eine psychologische Wirkung“, so die Wirtschaftswoche.

Online-Nachrichtendienst, NeueNachricht, http://www.ne-na.de, medienb&uuml;ro.sohn, Ettighoffer Str. 26 A, 53123 Bonn, oder Fax: 0228 - 620 44 75