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Werbeartikel-Messe PSI mit 800 Ausstellern auf 65.000 Quadratmetern

Interview mit Ausstellern über ihre Einschätzung der aktuellen Branchensituation, über Neuheiten und Erwartungen


In gut drei Wochen &ouml;ffnet die 44. PSI – Internationale Fachmesse f&uuml;r Werbeartikel – auf dem D&uuml;sseldorfer Messegel&auml;nde mit einem Rekordergebnis von 65.000 Quadratmetern ihre Tore. &Uuml;ber 800 Aussteller werden dann ihre Produkte und Neuheizen pr&auml;sentieren. Im Vorfeld der Messe befragten wir Herrn Christopf Schicker, Vice President der Waser Werbeartikel AG, Herrn Michael Nick, Vice President Sales der Merz &amp; Krell GmbH &amp; Co. KGaA sowie Herrn St&eacute;phane Hennig, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der K +M Werbemittel GmbH &uuml;ber ihre Einsch&auml;tzung der aktuellen Branchensituation, &uuml;ber Neuheiten und Erwartungen im Hinblick auf die PSI 2006.


Fragen an PSI-Mitglieder:

1. Wie sch&auml;tzen Sie die aktuelle wirtschaftliche Situation der Werbeartikelbranche
ein?

Christoph Schicker: Der Schweizer Markt bietet (leider) noch keinen Anlass zu Freuden-spr&uuml;ngen. Die Bilanz ist durchzogen. Es gibt durchaus Highlights zu verzeichnen, allerdings sind diese eher die Ausnahme. Vorl&auml;ufig agiert die Industrie noch mit angezogener Hand-bremse.

St&eacute;phane Hennig: Momentan herrscht eine gewisse Aufregung in der Branche aufgrund der geplanten steuerlichen Neuregelung 2007 – 2008 betreffend der ‚Einschr&auml;nkung bei der Abzugsf&auml;higkeit von Geschenkaufwendungen und Bewirtungskosten (&sect; 4 Abs 5 Nr.1 und 2 EstG)’. Die Politik sieht Werbeartikel als Geschenke und nicht als Promotion-Artikel. Promotion-Artikel geh&ouml;ren aber als Werbemittel in den Marketing-Mix wie PR, Anzeigen oder Prospekte. Belegt wird diese Aussage durch die aktuelle Marktstudie des GWW, zur „Werbewirkung von Werbeartikeln“. Ausgehend von dieser Studie und meiner Erfahrung sehe ich den Stellenwert von Werbeartikeln als sehr hoch an.

Michael Nick: Auch 2006 wird die gesamtwirtschaftliche Situation in Deutschland und Eu-ropa f&uuml;r kaum einen Industriezweig eine positive Entwicklung nehmen. Von der Politik sind grunds&auml;tzlich wenig stimulierende Impulse zu erwarten, die Binnenkonjunktur bleibt auf niedrigem Niveau und ein zunehmender Verdr&auml;ngungswettbewerb wird zu einer weiteren ‚Bereinigung’ von Arbeitspl&auml;tzen in Deutschland f&uuml;hren. Diese Entwicklung wird sich auch in der Werbeartikelbranche niederschlagen. Doch in das allgemeine Lamentieren mit einzu-stimmen hilft niemandem. Die Werbeartikelbranche hat unserer Ansicht nach auch kurzfristig enormes Wachstumspotential. Die Herausforderung liegt darin, den steigenden Anforde-rungen der Kunden mit konkreten Ma&szlig;nahmen nicht nur gerecht zu werden, sondern diese &uuml;ber zu erf&uuml;llen. In unserem Marktumfeld bedeuten diese Ma&szlig;nahmen Service, Qualit&auml;t und Innovation. Nur wer in diesen drei Punkten dem Kunden besonderes anbietet, wird zu den Gewinnern z&auml;hlen. Dazu ist eine enge und kompetente Kommunikation erforderlich, um den Endkunden den &uuml;berragenden Nutzen von Werbeartikeln zu verdeutlichen.


2. Welche Erwartungen und Ziele verbinden Sie mit der PSI 2006?

Christoph Schicker: Die PSI-Messe in D&uuml;sseldorf ist f&uuml;r uns jedes Jahr ein wichtiger Meilenstein. Wir k&ouml;nnen innerhalb weniger Tage Europas namhafte Lieferanten/Partner treffen, interessante Gespr&auml;che f&uuml;hren und uns wieder „updaten“. Die PSI ist die wichtigste und gr&ouml;&szlig;te Branchenplattform im europ&auml;ischen Markt. Zudem muss uns allen bewusst sein, dass das PSI und deren angeschlossenen Marktteilnehmer UNSERER Branche Sorge tragen und einen wesentlichen Beitrag zu geordneten Strukturen (Vertriebsstruktur, Bedeutung und Anerkennung des Werbeartikels, Politik, usw.) leisten. Dazu ist kein Produ-zent aus Asien – und sei er noch so g&uuml;nstig – in der Lage oder bereit.

St&eacute;phane Hennig: Ich erwarte auf der PSI 2006 neue interessante Lieferanten mit neuen interessanten Produkten kennen zu lernen. Des Weiteren hoffe ich auf der PSI auf die Einhaltung der Strukturen, was leider in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

Michael Nick: Die PSI D&uuml;sseldorf ist die optimale Kommunikationsplattform, unsere Leistungsf&auml;higkeit unseren Kunden pers&ouml;nlich zu pr&auml;sentieren und zu kommunizieren. Dazu werden wir erstmals unsere Produktlinien ‚rou bill’ und ‚Senator’ auf einem Stand gemeinsam pr&auml;sentieren. Wir werden technologische und designorientierte Innovationen vorstellen, um die Innovationsf&uuml;hrerschaft unserer Kompetenzfelder - Schreibger&auml;te und Tassen-veredelungen – international weiter zu festigen. Unsere Servicebereitschaft k&ouml;nnen wir anhand des hochqualifizierten und zahlenm&auml;&szlig;ig progressiv aufgestellten Au&szlig;en- und Innendienstes zeigen. Das dritte Schwerpunktthema wird unser umfassender Qualit&auml;ts-anspruch sein. Die Konzentration auf den Standort Deutschland ist in diesem Zusammen-hang entscheidend, da w&auml;hrend aller Prozessschritte die Qualit&auml;t permanent &uuml;berpr&uuml;ft werden kann. Da diese Themen einen intensiven und direkten Austausch mit den Kunden ben&ouml;tigen, sind die Erwartungen an Quantit&auml;t und Qualit&auml;t der PSI-Besucher bei uns entsprechend hoch.


3. Wie sch&auml;tzen Sie die Entwicklungen bzw. die Marktdynamik der zuk&uuml;nftigen
Vertriebswege im Hinblick auf Direktimport und Direktvertrieb aus Asien ein?
(Stichwort: Wertsch&ouml;pfungskette/-struktur)

Christoph Schicker: Der Schweizer Markt wird sich noch einer Strukturbereinigung unterziehen und stellen m&uuml;ssen. Der Mikromarkt wird durch differenziertere Anspr&uuml;che von Kundenseite (Taylor Made/Fulfillment/Outsourcing vs kurze Lieferfrist/Flexibilit&auml;t) noch klarer strukturiert werden. Es wird k&uuml;nftig gesamthaft wohl weniger Wiederverk&auml;ufer geben, daf&uuml;r aber einige Gr&ouml;&szlig;ere und nach wie vor zahlreiche Kleinere. Die namhafteren H&auml;ndler werden vermehrt einem Preisdruck ausgesetzt und folglich gezwungen sein, durch Direktimporte aus Asien ihre Wertsch&ouml;pfung positiv zu beeinflussen. Und dennoch werden sie nicht auf die Flexibilit&auml;t, die kurzen Lieferfristen und die existenziellen Marktkenntnisse der europ&auml;ischen Anbieter/Produzenten verzichten k&ouml;nnen. Die kleineren H&auml;ndlerbetriebe werden sich ver-mehrt auf Beziehungsgesch&auml;fte (beschaffungs- und absatzseitig) konzentrieren und in n&auml;her liegenden M&auml;rkten (Europa) mit weniger Preisdruck, daf&uuml;r gr&ouml;&szlig;erer Flexibilit&auml;t be-schaffen. Die Beschaffung aus Asien verlangt also nicht nur gro&szlig;es Know-how, sondern auch Verantwortung – gegen&uuml;ber Kunden und der gesamten Branche. Ein auftragsbezogener Mehr-Profit ist oft von sehr kurzfristigem Denken begleitet.

St&eacute;phane Hennig: Eine momentane Tendenz zu Direktimport und Direktvertrieb aus Asien ist da. Das betrifft zur Zeit alle Branchen. Ob sich die langfristig h&auml;lt, ist fraglich, da die Abwicklung doch sehr zeitintensiv ist und ein gewisses Know-how voraussetzt. Wir setzen in Bezug auf die Vertriebswege auf die bisher bestehenden Strukturen und sehen die St&auml;rke im Service. Denn Service ist eine Leistung, deren Abwicklung nur vor Ort perfekt gew&auml;hrleistet werden kann.

Michael Nick: Ein wichtiger Gespr&auml;chspunkt w&auml;hrend der PSI wird die eindeutige Positio-nierung unseres Hauses als ein Unternehmen sein, das die gesamte Wertsch&ouml;pfungskette, angefangen von Design &uuml;ber Spritzerei, Montage und Druck in Deutschland durchf&uuml;hrt. Durch die dadurch resultierende Kundenn&auml;he und Fertigungstiefe sind wir in der Lage, spektakul&auml;re Innovationen, optimale Qualit&auml;t und eine maximale Service- und Beratungs-bereitschaft zu garantieren. Diese konsequente kundenorientierte Ausrichtung, verbunden mit sehr hohen Investitionen, sichert uns langfristige Vorteile gegen&uuml;ber dem Wettbewerb aus Asien. Dieser Wettbewerb hat aufgrund vielf&auml;ltiger Subventionen nichts mit markt-wirtschaftlichem Wettbewerb zu tun, ist aber eine Realit&auml;t, der wir uns offensiv stellen; insbesondere gegen Kopien unserer gesch&uuml;tzten Produkte gehen wir rigoros vor. In diesem Zusammenhang sehen wir exklusive Importeurmessen sehr kritisch und werden unsere Schutzrechte mit allen zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln verteidigen.


4. Was erwartet die Werbeartikel-Branche von der FIFA WM 2006? Wird es ein
Zusatzgesch&auml;ft geben?

Christoph Schicker: Nachdem sich nun die Schweiz auch qualifiziert hat, rechnen wir schon mit dem einen oder andern Zusatz-Auftrag. Allerdings rechnen wir nicht mit Umsatz-steigerungen im zweistelligen Prozentbereich – nur wegen der Fussball-WM.

St&eacute;phane Hennig: Die FIFA WM 2006 beschert mit Sicherheit keinen Mega-Boom f&uuml;r die Branche. F&uuml;r einige ‚wenige’ Lizenzinhaber gibt es sicherlich ein Zusatzgesch&auml;ft. In erster Linie verlagern sich die Budgets der Kunden.

Michael Nick: Die Fu&szlig;ball WM 2006 bietet uns und der gesamten Branche eine einmalige Chance f&uuml;r zus&auml;tzliche Ums&auml;tze und Ertr&auml;ge. Die globale Begeisterung f&uuml;r dieses Ereignis wird jetzt noch z&ouml;gerliche Industrieunternehmen f&uuml;r zus&auml;tzliche Marketingbudgets begeistern und insgesamt neue Impulse f&uuml;r die Wirtschaft setzen. Senator nutzt die WM aktiv f&uuml;r die weitere Unternehmensentwicklung, da wir die offiziellen Fifa-WM 2006-Schreibger&auml;te f&uuml;r Europa herstellen und gemeinsam mit unserem Lizenzpartner MentorNet vermarkten. So k&ouml;nnen wir uns als Unternehmen noch zus&auml;tzlich auf die Weltmeisterschaft freuen – doppelt freuen wir uns, wenn Deutschland am Ende sogar den Pokal bekommt.