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Migranten Startups Unternehmen - Gründe fürs Gründen

Migranten Startups „Gründe fürs Gründen – Notlösung oder Chancennutzung? Ökonomische Bedeutung und Leistungspotenziale „
Nagihan Oeztuerk | 28.07.2015

Ein kleines Unternehmen zu gründen, sich selbstständig zu machen ist nicht schwer und verläuft in der Regel schnell und unkompliziert. Dies ist für Jungunternehmer eine ideale Voraussetzung um erst einmal auszuprobieren, ob ihre Geschäftsidee erfolgreich ist und auf dem strengen Wirtschaftsmarkt eine Chance hat. Eine zeitliche Gebundenheit bringt die Gründung nicht mit sich. Zu jeder Zeit kann ein Gewerbe an- oder abgemeldet werden. Die Größe eines Unternehmens kann in unterschiedlichen Formen erfolgen. Wenn bei der Gründung die Person in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt ist oder studiert kann das Gewerbe nebenbei geführt werden. Viele richten in der Wohnung ein kleines Home Office ein und führen das Unternehmen auch mit den modernen, technischen Gegebenheiten der heutigen Zeit sehr bequem von Zuhause aus. Auch für die Karriere, ist es ein wesentlicher Vorteil als Unternehmerin oder Unternehmer Erfahrungen zu sammeln und bei der Jobsuche die Chancen zu erhöhen. Denn immer mehr Arbeitgeber legen bei Bewerbern Wert auf unternehmerisches Denken und Handeln. Um Gründer bei der Verwirklichung Ihrer Ideen zu unterstützen gibt es jede Menge Beratungsangebote, finanzielle Förderprogramme, Wettbewerbe, Messen und Netzwerke. Hier einige Links: http://www.kompassfrankfurt.de/, http://www.jumpp.de/, http://www.aufschwung-messe.de/, http://frankfurt-business.net/
Notlösung oder Chancennutzung?
Die Entscheidung für eine Existenzgründung hat bei Menschen mit Migrationshintergrund oft verschiedene Gründe und Anreize. Manche folgen der Familientradition und führen das Unternehmen der Eltern weiter. Für andere bietet die Selbstständigkeit die berufliche Freiheit selber zu bestimmen und sein eigener Chef zu sein. Und für einen Teil der Migranten und Migrantinnen ist es wiederum eine Notlösung. Die sprachliche Barriere, die Arbeitsmarktsituation oder aber auch die Antidiskriminierung in jeglicher Form und Ausmaß zwingt viele notgedrungen in die Selbstständigkeit.
Anerkennung ausländischer Abschlüsse
Viele verfügen über ein abgeschlossenes Studium im Heimatland, können aber diesen erlernten Beruf in Deutschland nicht ausüben, weil es zunächst einer Anerkennung der ausländischen Abschlüsse/Berufe bedarf. Diesen Weg zu bestreiten ist für viele Zuwanderer sehr mühsam und oftmals durch eine finanzielle Notlage nicht umsetzbar. Hinzu kommen auch hier die sprachlichen Defizite und das Unwissen über diverse Beratungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Nähere Informationen bietet die Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Forschung in verschiedenen Landessprachen an: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/.Daher übt die gewerbliche Selbständigkeit auf Zuwanderer und junge Menschen mit Migrationshintergrund eine besondere Anziehungskraft aus und gibt vielen das Gefühl der gesellschaftlichen Anerkennung. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch das Teilprojekt des IQ Netzwerks Hessen / KUBI e.V. Verein für Kultur und Bildung, Frankfurt „MigrantenUnternehmen und Vielfalt“. http://www.hessen.netzwerk-iq.de/diversity-management/teilprojekte/migrantenunternehmen-und-vielfalt-muv.html.
Junge Migranten Startups – Auf Erfolgskurs mit Hindernissen
Trotz respektabler Bildungswege und Abschlüsse erreichen auch Junggründer oftmals nicht die zu erwartete Akzeptanz und stehen im Unternehmensalltag vor Hürden und Stolpersteinen. Das Problem hierbei sind aber nicht die sprachlichen Defizite des Unternehmers, sondern die fehlende Kultursensibilität und die immer noch bestehenden Vorurteile des Gegenübers. Die Initiative ChancenNutzer bietet jungen Menschen mit innovativen Geschäftsideen Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austauschs. Hier der Link zur Internetseite: http://chancennutzer.eu/ Die Chancen und der unternehmerische Erfolg selbständiger Migranten stehen in engem Zusammenhang mit den Absatzmärkten auf denen sie sich bewegen und Geschäfte abwickeln. Diese unternehmerischen Aktivitäten werden häufig als „Ethnomarketing“ bezeichnet, weil sie sich an der spezifischen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen orientieren, welche von Deutschen Unternehmen nicht angeboten werden. Hier ein Link zum Beispiel zu einer Mediaagentur in Frankfurt, welche von einer Migrantin gegründet wurde und Dienstleistungen im Bereich des Ethnomarketing anbietet: http://www.mynmedia.de/. Die Annahme, dass die Migranten Unternehmen Ihr Kundenpotenzial aus der jeweils eigenen Ethnie beziehen kann nicht bestätigt werden. Dies ist nicht das Ziel und kann für das Bestehen des Unternehmens nicht ausreichend sein. Dieser Weg des Austauschs unter den Ethnien führt auch dazu, dass Missverständnisse und Unkenntnisse über die jeweiligen Kulturen behoben werden und jeder voneinander lernt.
Unterschätzest Wirtschaftliches Leistungspotenzial

Das wirtschaftliche Leistungspotenzial der „MigrantenUnternehmen und MigrantenStartups“ in Deutschland wird meistens unterschätzt. Die Zahl der Neugründungen und mittelständigen Unternehmen wächst stetig und auch die von ihnen zur Verfügung gestellten Arbeits- und Ausbildungsplätze steigt zugleich. Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung von MigrantenUnternehmen wird in der politischen Öffentlichkeit regelmäßig diskutiert, wobei es sich bei der Debatte immer wieder um Vorurteile anstatt Fakten handelt. Es herrscht die Meinung, dass diese Unternehmen mehrheitlich aus der ökonomischen Not entstehen und zudem auch nur in bestimmten Branchen angesiedelt sind. Das Straßenbild in der Alltagsbeobachtung stärkt vielleicht diesen Eindruck, doch das gesamte Spektrum der unternehmerischen Aktivitäten von MigrantenUnternehmen in der deutschen Wirtschaftswelt widerlegt diese Wahrnehmung. Die Firmengründer ausländischer Herkunft leiten Softwareunternehmen, Autohäuser, Pflegedienste, Mediaagenturen, sind studierte Rechtsanwälte, Ingenieure… und handeln hierzulande längst nicht mehr nur mit Obst- und Gemüse. Den entscheidenden Unterschied im weltweiten Wettbewerb setzt man nicht nur im Handel und am Wirtschaftsmarkt, sondern auch in der Migration und Integration. In diesem Sinne sollten alle Parteien, das gemeinsame Wachsen und das gegenseitige Stärken fördern und ausbauen.

Autorin: Nagihan Öztürk
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