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Softwarelokalisierung wird zur Notwendigkeit

Die globale Nachfrage nach Informationstechnologie wächst
Achim Herrmann | 02.04.2012

Laut einer BITKOM-Mitteilung wird der IT-Markt im Jahr 2012 um 5,4 Prozent wachsen und erstmals die Umsatzgrenze von einer Billionen Euro überschreiten. Länder wie China, Russland, Indien und Brasilien sind die Treiber dieses Wachstums. „Die aufstrebenden Volkswirtschaften investieren massiv in moderne Technologien“, wird BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer in einer Pressemitteilung zitiert. Ein Grund für deutsche Softwarehersteller sich intensiv mit dem Thema Softwarelokalisierung zu beschäftigen.
Unter Softwarelokalisierung versteht man den Prozess der Anpassung eines Softwareprodukts an die sprachlichen, kulturellen und technischen Anforderungen eines Zielmarkts. Idealerweise sieht die Benutzeroberfläche einer einwandfrei lokalisierten Software so aus, als sei sie ursprünglich für den Zielmarkt geschrieben und entwickelt worden.
Dieser Prozess ist für die beteiligten Entwicklungsteams nicht nur arbeits-, sondern auch zeitaufwändig, sodass sich die Frage stellt, inwieweit er sich aus der Entwicklungsabteilung auslagern lässt. In jeder lokalisierten Software oder Benutzeroberfläche steckt eine Menge Übersetzungsarbeit. So bietet sich der Gedanke an, Übersetzungsagenturen mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Unterschiede zur klassischen Dokumentenübersetzung


Als Voraussetzung für die einwandfreie Lokalisierung eines Softwareprodukts müssen neben der Sprache u. a. folgende Aspekte berücksichtigt werden: Maßeinheiten, Zahlenformate, Adressformate, Datums- und Uhrzeitformate (lang und kurz), Papierformate, Schriftarten, Auswahl der Standardschrift, Sortierung, lokale Vorschriften, Urheberrechtsprobleme, Datenschutz, Zahlungsmethoden und Währungsumrechnung. Die korrekte Behandlung dieser Formate für die jeweiligen Zielländer gehört zur Softwareinternationalisierung und ist Aufgabe der Entwickler.
Die Anforderung an die dann folgende Lokalisierung von Software- und Benutzeroberflächen unterscheidet sich von herkömmlichen Dokumenten. Softwarelokalisierungsprojekte müssen häufig parallel zur Entwicklung des Quellprodukts durchgeführt werden, um die gleichzeitige Bereitstellung (Sim-Ship) aller Sprachversionen zu gewährleisten. So wird die Lokalisierung der Benutzeroberfläche beispielsweise schon begonnen, während sich das Softwareprodukt noch in der Beta-Phase befindet. Deshalb ist es für Softwarehersteller wichtig, eine Übersetzungsagentur auszuwählen, die sich auf die Lokalisierung von Software spezialisiert hat und somit die Übersetzungsexpertise wie auch in der Person eines Lokalisierungsingenieurs Hintergrundwissen aus der IT besitzt.

In der IT auf die richtige IT setzen

Softwarehersteller sollten also darauf achten, dass sie mit einer Agentur zusammenarbeiten, die Erfahrung in der Softwarelokalisierung mitbringt – ein Indiz hierfür ist der Einsatz einer speziell für die Softwarelokalisierung entwickelten Software. Ein solches Tool erleichtert die präzise Lokalisierung mittels z. B. eines WYSIWYG-Editors. Bei der Übersetzung können die Dialogfelder und Menüs angezeigt werden, in denen die lokalisierte Benutzeroberfläche erscheint. Wenn sich die Länge einer Zeichenkette aufgrund der Übersetzung ändert, können u. U. notwendige Änderungen am Layout von Dialogen und Formularen direkt im Softwarelokalisierungstool vorgenommen werden.
Setzt der Softwarehersteller selber schon ein solches Softwarelokalisierungstool ein, ergeben sich weitere Vorteile. Die Quelldateien müssen nicht außer Haus gegeben werden, man bleibt Eigentümer über seinen Lokalisierungsprozess und spart durch die interne Vorbereitung der Projekte viel Zeit, da weniger Rückfragen von der Agentur kommen werden.
Softwarelokalisierungstools können außerdem externe Translation-Memory-Software, ein Standardwerkzeug für Übersetzer, integrieren. Als Translation Memory wird eine Datenbank bezeichnet, die speziell zur Haltung von Übersetzungseinheiten konzipiert wurde. In ihr werden Übersetzungen gespeichert, die bei Bedarf für andere Produkte oder bei der Übersetzung der Handbüchern wiederverwendet werden, sodass sich im Laufe der Zeit Übersetzungszeit und –kosten verringern.
Wer Software entwickelt und vertreibt und sich den Boom der großen Schwellenländer nicht entgehen lassen möchte, muss seine Software in Landessprache anbieten. Mit den richtigen Werkzeugen und Know-how lässt sich diese Aufgabe unkompliziert bewerkstelligen, um im globalen Wettbewerb am Ball zu bleiben.