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Vor- und Nachteile von shared und dedizierten IP-Adressen

Welche Konsequenz hat der für den E-Mail Versand verwendete IP-Adress-Typ auf die E-Mail Zustellbarkeit
Return Path | 21.06.2012

Bei der Auswahl eines Versanddienstleisters (ESPs) ist es wichtig zu erfragen, ob dedizierte – also exklusive – IP-Adressen verwendet werden und/oder so genannte shared IPs, über die E-Mail-Ströme von mehreren Versendern verschickt werden. Im Rahmen dieses Beitrags möchte ich darstellen, wann eine dedizierte IP-Adresse empfehlenswert und sogar notwendig ist und wann man eventuell auf eine shared IP zurückgreifen sollte.

Zur Begriffsdefinition. Eine dedizierte IP-Adresse wird nur von einer Marke verwendet während über eine shared IP-Adresse E-Mail-Kampagnen verschiedenster Marken laufen können. Bei beiden Typen gibt es Vor- und Nachteile, deshalb ist es vor der Entscheidung für dedizierte oder shared IPs wichtig, sich diese bewusst zu machen.

Ob Ihre E-Mail an den Posteingang zugestellt wird, oder dort nie ankommt, weil sie direkt beim ISP abgewiesen oder in den Spam-Ordner einsortiert wird, hängt primär von Ihrer Reputation ab. Derzeit wird die Versender-Reputation anhand des Reputations-Scores der verwendeten IP-Adresse(n) ermittelt. Da Spoofing im Bereich der E-Mail Domains ein verbreitetes Problem darstellt, insbesondere für weithin bekannte Markennamen, und Authentifizierungsprotokolle wie DKIM noch nicht allgemein verwendet werden, vertrauen viele führende ISPs bei der E-Mail-Filterung auf die IP-Reputation, also das Versandverhalten, dass für eine IP-Adresse zu beobachten ist.

Insofern hat es einen klaren Vorteil, wenn Unternehmen über dedizierte IPs versenden. Wenn Sie kontinuierlich hohe E-Mail Volumen versenden (einige ISPs nannten uns gegenüber die Zahl von 30.000 Nachrichten pro Tag, die pro IP-Adresse nötig sind, um eine Reputation aufzubauen) und Ihre Beschwerderaten und andere für die Reputation entscheidende Kriterien deutlich unter den definierten Schwellenwerten liegen, genießen Sie überdurchschnittlich hohe Zustellraten, ohne dem Risiko ausgesetzt zu sein, dass andere Versender diese Reputation durch schlechtes Versandverhalten wieder zunichtemachen, wie es bei shared IPs der Fall sein kann. Für den Fall, dass Sie sich mit Zustellproblemen plagen, haben Sie bei dedizierten IP-Adressen die volle Kontrolle, diese schnell zu identifizieren und zu beheben, da es sich einzig und allein um Ihre Daten handelt.

Der Nachteil einer dedizierten IP-Adresse liegt in der Regel in den damit verbundenen Kosten. Einige ESPs – aber nicht alle – berechnen zusätzliche Gebühren für dedizierte IP-Adressen, da der Aufwand diese aufzusetzen (und entsprechend aufzuwärmen) sowie der Pflegeaufwand deutlich höher sein können.

Und obwohl es vielleicht dem ersten Instinkt widerspricht, die Versender-Reputation und damit die Zustellung in den Posteingang vom Versandverhalten anderer Unternehmen abhängig zu machen, die sich mit Ihnen eine IP-Adresse teilen, spricht in manchen Fällen Vieles für eine shared IP. Wenn Ihr E-Mail Programm von unregelmäßigen E-Mail-Aussendungen gekennzeichnet ist und wenn das versendete Volumen deutlich unter 30.000 E-Mails pro Tag liegt mag eine gemeinsam genutzte IP-Adresse in der Tat die bessere Alternative darstellen. ISPs legen Wert auf kontinuierliche Volumina (das unterscheidet legitime Versender von Spammern), um E-Mails an den Posteingang zuzustellen; ferner sollte ein bestimmtes E-Mail-Aufkommen vorhanden sein. Hier kann bei geteilten IP-Adressen die gemeinsame Nutzung Vorteile bieten. Auch Schwankungen hinsichtlich der für die Reputation ausschlaggebenden Kriterien werden in der Konsequenz oft gemittelt und damit auf beide Seiten hin abgemildert.

Doch auch wenn Schwankungen hinsichtlich der für die Reputation relevanten Kriterien – wie der Beschwerderate, der Rate von unbekannten Nutzern oder der Spamfallen-Treffer – oftmals weniger extrem ausfallen, so sind auch Shared IP-Adressen von Zustellproblemen betroffen. Bereits ein schlechter Versender auf dieser gemeinsam genutzten IP-Adresse kann dazu führen, dass die IP-Adresse auf Blacklists gerät und damit jegliche E-Mail, die von dieser Adresse aus versendet wird, in den Spam-Ordner eingruppiert wird. Dazu kommt, dass die Möglichkeit das Problem zu beheben in diesem Fall ebenfalls nicht mehr in Ihren Händen liegt. Ihnen bleibt nur zu hoffen, dass Ihr ESP den schlechten Versender ausfindig machen und das Problem beheben kann, was aber u.U. mehrere Tage dauern kann.

Deshalb muss als Fazit meine Empfehlung an Sie lauten, wann immer möglich, eine dedizierte IP-Adresse zu verwenden. Sie haben damit weitaus mehr Kontrolle über Ihre E-Mail-Ströme, die Möglichkeit der Segmentierung und die Fähigkeit Zustellproblemen schnell auf den Grund gehen zu können. Die Möglichkeit zur Segmentierung darf nicht zu gering eingeschätzt werden, insbesondere wenn es darum geht dadurch Spamfallen oder Beschwerden nach E-Mail-Typus, demografischen Gesichtspunkten oder Abodauer zu identifizieren. Hinzu kommt, dass für das internationale Whitelisting über Return Path, das Hotmail, Yahoo! und insgesamt über 2 Milliarden Posteingangsfächer umfasst, eine dedizierte IP-Adresse eine unverzichtbare Grundvoraussetzung darstellt.

Die folgenden Seiten bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Reputation zu überwachen:

Sender Score von Return Path: www.senderscore.org
AOL: http://postmaster.aol.com/Postmaster.Reputation.php
McAfee TrustedSource: http://trustedsource.org/
Senderbase: http://www.senderbase.org/
Smart Network Data Services von Microsoft: https://postmaster.live.com/snds/index.aspx