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Der Farbkodex im Geschäftsleben

„Weniger ist mehr“ gilt für die Farbenwahl im Arbeitsumfeld.
Elisabeth Motsch | 01.08.2013
Wer denkt, dass man heutzutage alles tragen kann, irrt. Denn Kleiderfarben sind weit mehr als Geschmackssache – sie sind ein Signal an die Umwelt. Und für diese Signale gibt es zahlreiche Gesetz

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Staatsbeamte im Neon-Look? Von wegen! In der Geschäftswelt sind die klassischen Anzugfarben Schwarz, Dunkelgrau und Dunkelblau nach wie vor Standard. Dazu gesellen sich noch dunkelbraune Töne, eventuell auch beige. Modedesigner scheitern immer wieder daran, zusätzliche Kleiderfarben im Büroalltag einzuführen.

Gedeckte Farben dominieren das Arbeitsleben weiterhin. Für das Business-Outfit sollte aus diesem Grund stets eine der genannten Farben gewählt werden. (nur in der Kreativbranche gelten teilweise andere Regeln). Aber Achtung: auch die herkömmlichen Farben senden bestimmte Botschaften an das Umfeld, die bewusst und unbewusst wahrgenommen werden.

United Colours of Business
So strahlt etwa Schwarz Kompetenz und Autorität aus. In Schwarz wirkt man elegant, geheimnisvoll und etwas unnahbar. Schwarz ist allerdings eine Anlassfarbe. Für viele Gelegenheiten ist es zu hart, in diesen Fällen greift man besser auf Dunkelgrau oder Dunkelblau zurück.

Wer zu Dunkelgrau beziehungsweise Anthrazit greift, wird als zurückhaltend, versiert und gestylt empfunden. Zuviel Grau wirkt jedoch langweilig.

Die Farbe Dunkelblau vermittelt Vertrauen, Sicherheit, Expertise und Ruhe. Mit dieser Farbe liegt man grundsätzlich nie falsch.

In Dunkelbraun oder Schwarzbraun kann man gut Sympathie erzeugen. Man erzielt eine kommunikative, freundliche und ungekünstelte Wirkung. Trotzdem muss berücksichtigt werden, dass diese Farbe sich im Geschäftsleben nur bedingt durchgesetzt hat. Wie die Engländer so schön sagen: „No brown in town“ und „No brown after six“.

Frauen wird im Businessumfeld eine größere Bandbreite an Farben zugestanden. Dabei ist zu beachten, dass die Farben zurückhaltend sein müssen. Daher hat das Farbkonzept gut durchdacht zu sein, denn modische Übertreibungen haben im Büro nichts verloren. Jede Frau sollte mit ihrer Kleiderwahl sowohl ihre Kompetenz als auch ihre eigene Persönlichkeit unterstreichen.

Dunkle Schale, heller Kern
Doch auch auf das „Darunter“ darf nicht vergessen werden, denn durch Kombinationen kann die Wirkung der einzelnen Farben beeinflusst werden. Als Faustregel gilt: Das Business-Outfit sollte innen hell und außen dunkel sein.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kombination großer Farbunterschiede den Träger kompetenter wirken lässt. Die Kombination ähnlicher Farbnuancen hingegen kann dazu führen, dass man als unbedeutend eingestuft wird. Kontrastarmut wirkt im wahrsten Sinne des Wortes eintönig und farblos.

Auch hier folgt die Kombination mit den verschiedenen Standardfarben einem eigenen Kodex: Hohe Farbkontraste haben eine enorme Wirkung. Das Zusammenspiel von Schwarz und Weiß ist der höchste Farbkontrast. In diesen Farben strahlt man eine gewisse Strenge, große Standfestigkeit und Durchsetzungsvermögen aus. Diese Kombination wird im stark reglementierten Businesskontext getragen. Auch jemand, der Grau mit einem weißem Hemd oder einer Bluse kombiniert, wird durchsetzungskräftig erscheinen.

Ein mittlerer Farbkontrast wie beispielsweise bei den Farben Mittelgrau und Hellblau wirkt verbindlich und teamorientiert. Mit diesen Farben zeigt man, dass man für eine Diskussion mit dem Gegenüber offen ist. Wie bereits erwähnt, ist ein geringer Farbkontrast im Normalfall nicht empfehlenswert. Wer sich ausschließlich schwarz, weiß oder beige kleidet, läuft Gefahr unterzugehen.

Ob durchsetzungsstark oder verbindlich, sympathisch oder auch streng – mit Farben kann man den professionellen Auftritt entscheidend beeinflussen. Wer auf seinen Stil achtet, wird mit Sicherheit eher ans Ziel gelangen, als jemand, der die zahlreichen Regeln des Farbkodex nicht einhält.