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Kokosnüsse vs. Pfirsiche

Über den Wolken ist die Freiheit nicht grenzenlos von Ewald Gehrmann
SDL Language Solutions | 16.08.2013

Cloud-Computing-Diskussion – und kein Ende. Die Implementierung stößt im deutschsprachigen Raum auf Widerstände. Die Studie „User Survey Outsourcing, Cloud & Managed Services 2011“ von Pierre Audoin Consultants (PAC) bestätigt die Aussage und fügt einen interessanten Aspekt hinzu: Outsourcing und Managed Services haben sich mittlerweile in der DACH-Region etabliert. Viele dieser Angebote nähern sich der Cloud-Technologie an. Cloud-Computing selbst wird jedoch argwöhnisch beäugt.

Der Markt stimmt den Studien zu
SunGard, ein US-amerikanisches Unternehmen, das IT-Dienstleistungen anbietet, stellt in einer Infografik die Kosten des Cloud Computing in Relation zur Installation von Software, Hardware, Wartung und Pflege im eigenen Unternehmen. Interessant ist hierbei, dass SunGard seine Webseite zwar in verschiedenen Sprachen für Belgien, Luxemburg, Frankreich und Schweden anbietet, aber weder für Deutschland noch für Österreich oder die Schweiz eine eigene deutschsprachige Länderseite erstellt hat.

Berechtigte Skepsis oder gefährliche Rückständigkeit?
Mit dem Cloud-Monitor 2013 lüftet KPMG den Schleier in puncto Akzeptanz der Cloud-Technologie in Deutschland. Kernaussage der Studie ist „Die Meinungsbildung zum Thema Cloud-Computing schreitet voran – mit einer klaren Polarisierung der Standpunkte: Sowohl das Lager der Befürworter (35 Prozent) als auch das der Skeptiker (44 Prozent) wächst gegenüber dem Vorjahr, während die Zahl der Unentschiedenen deutlich abnimmt (20 Prozent)“. Stellt sich die Frage, welche Faktoren entscheidend sind, sich positiv oder negativ zum Thema zu stellen. Denn die Beschäftigung mit Cloud-Computing findet ganz offensichtlich statt.

Von Kokosnüssen und Pfirsichen
Auch in Bezug auf die Cloud-Technologie lohnt sich ein Blick auf interkulturelle Unterschiede. Wie Dr. Bruno von Lutz im Video „Corporate Language Management“ anschaulich darstellt, ist das Empfinden was „privat“ und „öffentlich“ ist in den USA und Deutschland zum Beispiel sehr unterschiedlich. Die deutschen Kokosnüsse legen Wert auf viel Privatsphäre, wohingegen die US-amerikanischen Pfirsiche sehr viel öffentlicher mit ihrem Privatleben umgeben. Diese kulturelle Eigenheit spiegelt sich auch in der Nutzung der Cloud-Technologie wider.

Wer hat aus meiner Cloud geklaut?
Im Cloud-Monitor 2013 geben 83 % der Private-Cloud-Nutzer an, positive Erfahrungen mit der Technologie gemacht zu haben (im Vergleich zu 58 % im Vorjahr). Die Nutzung einer Private Cloud ist von 27 % auf 34 % gestiegen. Im Bereich Public Cloud sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Zwar stieg die Zahl der Nutzer von sechs Prozent auf zehn Prozent, die Anzahl der Nutzer mit positiver Erfahrung sank jedoch von 81 % in 2011 auf 74 % in 2012. Bei einem Thema sind sich (potentielle) Public- oder Private-Cloud-Nutzer einig: Die Angst vor Datenverlust steht im Zusammenhang mit Cloud Computing ganz oben auf der Diskussionsliste.

Die Frage nach dem Warum
Skepsis, Begeisterung, positive und negative Erfahrungen mit der Cloud. Warum die Cloud-Technologie so viel Wirbel verursacht, liegt sicher in ihren Alleinstellungsmerkmalen, die Thomas Rümmler (Senior Software Consultant und Projektleiter bei der AIT GmbH & Co. KG) in einer SIGS DATACOM Veröffentlichung folgendermaßen zusammenfasst: „Die größten Alleinstellungsmerkmale von Cloud Computing sind schnelle Reaktionszeiten und Skalierbarkeit, kurze Abrechnungszyklen und Pay-per-Usage sowie Self-Services“. Ideale Voraussetzungen also, um dem Branchen-, Wettbewerbs- und Kostendruck zu begegnen.

Was die Experten sagen
„Die interne Private Cloud ist der Standard“ titelt Cloud-Monitor 2013 und zeigt damit, dass deutsche Unternehmen gar nicht rückständig sind. Es geht ihnen vielmehr darum, die technischen Vorteile der Cloud-Technologie zu nutzen und trotzdem ihre Kokosnussschale unbeschädigt zu wissen.

Weitere Information zum Thema Cloud liefert die BITKOM im Download „Leitfaden Cloud Computing – Was Entscheider wissen müssen“.