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Was ist ein Feedback Loop?

Viele IPSs bieten Massenversender den Dienst an, um automatisiert Rückmeldunge über Adressdaten zu liefern.
Return Path | 26.08.2013
Folgt man der im Return Path Glossar enthaltenen Definition, so bieten

viele ISPs Unternehmen ein Feedback Loop an, mit dessen Hilfe diese Massenversender Rückmeldung über Adressaten erhalten können, wenn diese ihre Marketing-E-Mails als Junk oder Spam klassifizieren. Dies stellt für Massenversender eine Möglichkeit der Listenhygiene dar, da diese Adressaten von weiteren Mailings entfernt werden können.

Ein Feedback Loop ist also ein vom Mailbox Provider zur Verfügung gestellter Mechanismus, der einen E-Marketer mit Informationen über Spam-Beschwerden versorgt, die aufgrund einer erfolgten E-Mail Kampagne hin erfolgten. Als Beschwerde bezeichnet man die Klassifizierung einer E-Mail als Spam durch den Empfänger der E-Mail – beispielsweise indem dieser auf die Schaltfläche „Dies ist Spam“ klickt.

Meldet sich ein Unternehmen oder ein Versender für einen Feedback Loop (FBL) an, erhält es vom Mailbox Provider immer dann eine Benachrichtigung (mehr Details dazu weiter unten im Artikel), wenn aufgrund einer E-Mail-Kampagne eine Beschwerde beim ISP einging. Das FBL dient damit in erster Linie dem Zweck, Empfänger, die sich beschweren, aus dem Verteiler zu nehmen.

Feedback Loops werden dabei nicht von allen Mailbox Providern angeboten, so dass wir im Folgenden eine Liste der wichtigsten Feedback Loops für Sie zusammengestellt haben.

Welche Mailbox Provider bieten ein FBL?

AOL
Bluetie/Excite
Comcast
Cox
Fastmail
Hotmail
Mail.ru
OpenSRS/Tucows
Rackspace (ehemals Mailtrust)
RoadRunner/Time Warner Cable
Synacor
Terra
USA.NET
United Online/Juno/Netzero
Yahoo!
Zoho.com

Die Links zu den Feedback Loops dieser Provider finden Sie auf der Return Path Webseite.

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, befindet sich Gmail nicht auf dieser Liste. Gmail bietet – ebenso wie einige andere Mailbox Provider – keinen Feedback Loop-Service an. Allerdings gibt es einige nützliche Daten, die E-Marketer von Gmail beziehen können. Mehr dazu... http://www.returnpath.de/blog-press/qualifizieren-sie-sich-fur-gmails-feedback-loop-in-drei-schritten/

Wie kann man sich als E-Mail Versender für ein Feedback Loop anmelden?


Um mit einem Mailbox Provider ein Feedback Loop zu arrangieren, muss der Versender einen Anmeldeprozess durchlaufen. Die Anmeldung kann üblicherweise über die Postmaster-Site des Mailbox Providers initiiert werden. Je nach Provider werden im Rahmen des Anmeldeprozesses unterschiedliche Informationen gefordert. Zu den wesentlichen Punkten gehören Kontaktinformationen, IP-Adresse(n) und eine dedizierte E-Mail-Adresse für den Empfang des Feedbacks (sprich der Beschwerdeinformationen), die aufseiten des Versenders eingerichtet werden muss. Bei Yahoo! ist eine weitere Voraussetzung, dass der Versender seine E-Mails mittels DKIM authentifiziert, weshalb der Versender bei der Anmeldung dazu aufgefordert wird, die d=- und s=-Werte seiner DKIM-Signatur anzugeben.

Was muss ich als Versender tun?

Feedback Loop-E-Mail-Adresse:

Sie müssen eine dedizierte E-Mail-Adresse einrichten, über die Sie vom Mailbox Provider die beanstandeten E-Mails als Information über eingegangene Beschwerden zurückerhalten. Es ist sinnvoll, für diese Adresse ein sogenanntes Parsing-Script zur Syntaxanalyse zu verwenden, das eingehende E-Mails nach den benötigten Informationen durchforstet, um diese automatisch extrahieren zu können.

Erfassen von Daten:

Die im Feedback Loop an den Versender zurückgeschickten Informationen bestehen lediglich in einer Kopie der ursprünglich von ihm an den Adressaten geschickten E-Mail, auf die eine Beschwerde erfolgte. Am häufigsten verwenden Mailbox Provider hierfür das sogenannte „Abuse Reporting Format“ (ARF). Aus den zurückgesandten Beschwerde-E-Mails kann der Versender nun dem jeweiligen E-Mail-Header und –Inhalt die benötigten Informationen entnehmen. Dies sollte zumindest die E-Mail-Adresse des Adressaten sein, so dass dieser umgehend aus dem Verteiler entfernt werden kann. Es gibt allerdings Mailbox Provider, die E-Mail-Adressen von Adressaten, die sich beschweren, unkenntlich machen, bevor die beanstandete E-Mail per FBL an den Versender zurückgeht. Dann muss der E-Marketer andere Möglichkeiten nutzen, um die jeweiligen E-Mail-Adressen ausfindig zu machen. Das ist beispielsweise über spezielle Links in der Nachricht selbst oder Abonnenten-Kennzeichnungen (Subscriber Identifiers) im X-Header möglich.

Welche Vorteile bieten FBLs?

Entfernen der Adressen mit Spam-Beschwerden aus dem Verteiler:


Der Hauptzweck des Feedback Loop-Verfahrens ist das Entfernen von Adressaten bzw. deren E-Mail-Adressen, welche sich über eine eingegangene Marketing-E-Mail beschwert haben, aus dem E-Mail-Versandverteiler. Man möchte verhindern, dass es zu zahlreichen Spam-Beschwerden kommt, da sich diese negativ auf die Reputation des Versenders und die Posteingangsraten auswirken. So führen hohe Beschwerderaten in der Regel dazu, dass weitere E-Mails dieses Versenders vermehrt nicht an den Posteingang sondern an den Spam-Ordner zugestellt werden.

Identifizieren kompromittierter Hosts:


Die Sicherheit der eigenen Marke und des unternehmenseigenen IP-Bereichs im Netz sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. FBLs helfen eventuelle Sicherheitsprobleme aufzudecken, da sie eingehende Beschwerden für den gesamten IP-Bereich des Versenders aufzeigen. Wenn Ihre IPs kompromittiert wurden, könnten Sie Beschwerden zu E-Mails erhalten, die Sie nie verschickt haben.

Identifizieren problematischer Kampagnen/Akquisitionsmethoden:


E-Marketer und Versender können Feedback Loops weitere Informationen entnehmen, wie beispielsweise die Kampagnen-ID oder die Adress-Quelle, beides Informationen, die E-Marketer vielfach in den E-Mail-Header aufnehmen. Daran lässt sich zunächst prüfen, welche Kampagnen die meisten Probleme bzw. in diesem Fall Spam-Beschwerden verursachen. Daraufhin kann man Faktoren wie Inhalt und Frequenz unter die Lupe nehmen. Ebenso kann man Spam-Beschwerden auch auf die jeweiligen Adress-Quellen hin überprüfen, über die man die Adressen akquiriert hat. So stößt man möglicherweise auf eine bestimmte Quelle, die viele Beschwerden verursacht und die überprüft oder in eine andere IP-Adresse für den Versand ausgelagert werden kann, um nicht das übrige E-Mail-Programm und dessen Zustellbarkeit zu beeinträchtigen.