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Mobile Kommunikation ist persönliche Kommunikation

Eine konsequente Berücksichtigung des mobilen Kommunikationskanals findet bislang in nur wenigen Unternehmen konsequent statt.

MEDIENTAGE MÜNCHEN 2013 vom 16. bis 18. Oktober
Themen-Special Mobile


Dem Bereich Mobile Media gehört die Zukunft. Doch obwohl die Wege zu den vielfältigen Ausprägungen mobiler Kommunikation heute schon als vorgezeichnet und sichtbar gelten, scheint die Arbeitsweise in Redaktionen und Sendern, bei Geräteherstellern und Plattformbetreibern sowie in Media-Agenturen aktuell vom Prinzip „Versuch und Irrtum“ geprägt. Eine konsequente Berücksichtigung des mobilen Kommunikationskanals findet bislang in nur wenigen Unternehmen konsequent statt. Bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN wurde deutlich, dass etwa die ProSiebenSat.1 Media AG, das Jugend-Format Puls des Bayerischen Rundfunks oder verschiedene Unternehmen in Asien mobile Kommunikationsformen nicht nur als Option, sondern als regulären Teil einer Gesamtstrategie ihrer Angebote betrachten.

Kundenzufriedenheit werde in den nächsten Jahren vor allem aus dem Zusammenspiel von leistungsfähigen Netzwerken, attraktiven Inhalten, nutzerfreundlichen Endgeräten und lückenlosen Services entstehen, prophezeite Stefan Koetz, Vorsitzender der Geschäftsführung des Kommunikationstechnologie-Konzerns Ericsson.

Wie aus den Redebeiträgen zahlreicher Podiumsteilnehmer der drei Kongresstage hervorging, wird die Zahl und die Leistungsfähigkeit mobiler Endgeräte weiter sprunghaft wachsen. Fast jeder zweite Deutsche besitzt inzwischen ein Smartphone. Gleichzeitig wird vor allem die Handy-Nutzung audiovisueller Inhalte überproportional zunehmen. Das erfordert einerseits ausreichende Übertragungs- und Empfangskapazitäten und setzt andererseits innovative Kräfte bei der Entwicklung überzeugender Inhalte voraus. Inhalte können dank mobiler und onlinefähiger Endgeräte jederzeit und an beliebigen Orten nicht nur genutzt, sondern vom Nutzer selbst auch generiert, veröffentlicht und weiterempfohlen werden. Das wiederum fördert die Interaktivität der Programme und Angebote – ein wesentliches Akzeptanzmerkmal gelingender Kommunikation.

Mit dem Ausbau mobiler Kommunikationskanäle und deren intensiver Nutzung werden gleichzeitig eine Vielzahl neuer Geschäfts- und Erlösmodelle entstehen. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Nutzer Transparenz darüber einfordern könnten, was mit ihren hinterlegten persönlichen Daten geschehe. Die weitreichenden deutschen Regelungen zum Datenschutz wurden von einigen Diskussionsteilnehmern jedoch auch als hemmend für die weitere kreative Geschäftsentwicklung betrachtet. So wurde nicht zuletzt die Europäische Union aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen innerhalb der Mitgliedsstaaten zu harmonisieren. Gleichwohl herrschte auch Konsens darüber, dass Unternehmen künftig nur dann erfolgreich am Markt bestehen könnten, wenn sie das Versprechen der Transparenz tatsächlich einlösen würden.

Mit der mobilen Kommunikation seien die Zeiten holzschnittartiger Informationen und Werbeinhalte vorbei, prognostizierten Experten während der MEDIENTAGE MÜNCHEN. Inhalte müssten an der Lebenswirklichkeit der Nutzer ansetzen und sich natürlich in deren Bedürfnisstruktur einfügen. Am besten werde dies durch das Erzählen von Geschichten gelingen, in denen sich die Empfänger wiederfinden könnten.

Das mobile Internet wird Wirtschaft und Gesellschaft künftig nachhaltig verändern. „Mobile is part of the journey“, sagte Guillaume Guerrin, der Business Group Director der Marktforschungsgesellschaft GfK. Mobile Kommunikation sei weder vollständiger Ersatz noch zu vernachlässigende Option im Kanon der verschiedenen Wege zum Nutzer von Medienangeboten.