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Kleidung kommuniziert Persönlichkeit und Respekt

Die Kleidung ist für jeden Menschen ein wichtiges Kommunikationsmittel.
Elisabeth Motsch | 16.02.2014
Wie bereits der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick feststellte– man kann nicht nicht kommunizieren. Auch wenn Watzlawick sich ursprünglich wohl eher auf die Körpersprache bezog, lässt sich dieses Axiom ebenso auf die Kleidung, die man wählt, umlegen – mit der Art, wie man sich kleidet, sagt man unweigerlich etwas aus.

So ist die Kleidung auch ein wichtiges Mittel, um sich auf den ersten Blick Respekt zu verschaffen, optimal gehört zu werden und in seinem Auftreten der Position oder dem Unternehmen, das man repräsentiert, gerecht zu werden. Von einem Arzt in Flip Flops und Bermudas möchten sich wohl nur die wenigsten behandeln lassen – genauso wird einem Firmenchef, der mit zerrissenen Jeans und einem abgenutzten T-Shirt auftritt, automatisch weniger Respekt entgegengebracht. Es ist so, als trüge er einen klassischen Businessanzug – auch wenn die Person und ihre Inhalte exakt dieselben sind.

Doch ist angemessene Kleidung nicht nur unerlässlich dafür, sich Respekt zu verschaffen. Ihre Bedeutung ist genauso groß, wenn es darum geht, anderen Respekt entgegenzubringen. Durch ein angemessenes Äußeres zeigt man, dass man den Anlass und das Gegenüber respektiert, noch bevor das erste Wort gesprochen wurde. Es demonstriert den Willen und die Fähigkeit, sich in eine Gesellschaft einzugliedern.

Im geschäftlichen Bereich unterstreicht die Kleidung beispielsweise im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs nicht nur die eigene Kompetenz und Seriosität, sondern sagt auch aus, dass man das Unternehmen, den Vorgesetzten sowie die ganze Welt, in die man im Begriff ist einzutreten, respektiert. Dieses Prinzip gilt auch abseits des Business, etwa im interkulturellen Bereich. Betritt man beispielsweise eine Moschee, wäre es höchst respektlos, dies in Straßenschuhen bzw. ohne Kopfbedeckung zu tun – auch wenn einen weder die eigene religiöse Überzeugung noch persönliche Beziehungen dazu zwingen.

Ein weiteres Beispiel wäre es, auf einer Beerdigung nicht in dunklen und gedeckten Farben zu erscheinen. Selbst wenn man eigentlich lieber das neue bunte Sommerkleid ausgeführt hätte. Durch die Einhaltung der ungeschriebenen Regeln, die in vielen Fällen vielleicht auch nicht dem aktuellen persönlichen Befinden entsprechen, ist es möglich, den Hinterbliebenen ohne große Worte seine Anteilnahme und seinen Respekt auszusprechen.

Man sollte diese Regeln, auf die man in allen Lebensbereichen stößt, aber nicht als Zwang betrachten, sondern vielmehr als Möglichkeit, abseits aller verbalen Kommunikation mit vergleichsweise kleinen Maßnahmen eine gemeinsame Basis zu schaffen. Möchte man in einem der vielen möglichen Bereiche doch einmal aus der Reihe tanzen, sollte man das im Vorfeld gut überdenken. Denn mit dem Statement, dass man durch unangemessene Kleidung setzt, wird man unweigerlich einen Eindruck hinterlassen, der im Nachhinein nur schwer zu korrigieren ist. Vielmehr empfiehlt es sich, durch eine sensible Herangehensweise und den fallweisen Verzicht auf die zwanghafte Durchsetzung des eigenen Willens Zeichen des Respekts zu setzen. Das schafft eine stille Übereinkunft, die einen problemlosen und von gegenseitigem Respekt geprägten Umgang miteinander erst ermöglicht. Und das macht nicht nur im geschäftlichen, sondern auch im privaten, zwischenmenschlichen Bereich viel aus. Und so ganz nebenbei demonstriert die Kleidung ja auch noch den Respekt sich selbst gegenüber.