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Mit einem Lächeln zum Erfolg

Warum es sich lohnt freundlich zu sein.
René Borbonus | 15.10.2014

Ich frage Sie: Wann hat Freundlichkeit eigentlich einen derart schlechten Ruf bekommen?

Führen Sie mal die Probe aufs Exempel durch und fragen Sie in Ihrem Umfeld nach, welche Eigenschaften als hilfreich für den Erfolg im beruflichen Umfeld eingeschätzt werden. Durchsetzungsvermögen werden Sie zu hören bekommen, Kompromisslosigkeit vielleicht auch. Doch von Freundlichkeit weit und breit keine Spur.

Die meisten Menschen scheinen davon auszugehen, dass man sich der Karriere zuliebe in eine Art Erfolgsmaschine verwandeln müsse, bei der menschliche Züge wie Großzügigkeit und Anteilnahme der störende Sand im Getriebe sind. Der Mythos, dass nur die ganz Hartgesottenen erfolgreich die Karriereleiter erklimmen, hält sich hartnäckig. Sind freundliche Menschen, die sich für ein Lächeln zwischendurch nicht zu schade sind, wirklich weniger erfolgsfähig?

Ich finde: Das Gegenteil ist der Fall. Wer den Mut hat, sich seine Menschlichkeit auch in Konkurrenzsituationen zu bewahren, der zeigt wahre menschliche Stärke. Und dessen Weg zum Erfolg verläuft geradliniger und dessen Platz an der Sonne ist sicherer als bei einem, der über die sprichwörtlichen Leichen geht.

Warum ich das denke, verrate ich Ihnen gleich. Doch bevor ich mein Plädoyer für mehr Freundlichkeit fortsetze, möchte ich klarstellen: Es geht mir hier nicht um gespielte Freundlichkeit und auch nicht darum, dass wir immer freundlich sein müssen. Niemand soll mit einem Lächeln die andere Wange hinhalten. Manchmal ist Wut durchaus angebracht, damit wir uns gegen Ungerechtigkeiten wehren können. – Doch die Gefahr von einem Zuviel an Freundlichkeit sehe ich wirklich nicht.

Es lohnt sich, unseren weichen, menschlichen Kern offenzulegen und nicht hinter den harten Bandagen zu verstecken.

Wir Menschen sind Gruppenwesen und in der Regel ist der eigene Erfolg vom Zutun anderer Menschen abhängig. Menschen, die einem etwas zutrauen. Menschen, die dabei helfen, das eigene Ziel durchzusetzen.

Wer die Karriereleiter mit Ellenbogengewalt erklimmt, kommt auch nicht höher. Doch er wird „dort oben“ ganz bestimmt ziemlich einsam sein.

Die Logik ist einfach: Wer für seinen Erfolg über Leichen gegangen ist, hat sich mit Sicherheit Feinde geschaffen – denn mit Unfreundlichkeit und Egoismus bringt man nun einmal niemanden auf seine Seite. Diesen würde es große Freude bereiten, wenn der Erfolg nicht lange vorhält. Und einige haben mit Sicherheit den nötigen Einfluss, um einem das Leben schwer zu machen.

Erfolg ist kein Goldbarren im Banktresor. Erfolg ist eher eine Aktie – mal geht’s nach oben, dann wieder nach unten. Handeln Sie vorausschauend: Zollen Sie den Menschen, denen Sie auf Ihrem Erfolgskurs begegnen, Respekt und Anerkennung. Dann wird es Ihnen auch niemand unnötig schwer machen, falls Ihr Stern irgendwann einmal sinken sollte.

Wie sehen die Prognosen für jemanden aus, der sich mit Menschlichkeit, sozialem Verhalten und Authentizität den Weg zum Erfolg gebahnt hat? So einer hat sich zuverlässige Verbündete geschaffen und kann darauf zählen, dass diese ihm den Rücken stärken und damit den Platz an der Sonne sichern. – Ein klarer Pluspunkt für die Freundlichkeit. Denn wer dauerhaft Erfolg haben will, braucht ganz einfach Menschen um sich, die diesen Erfolg erst möglich machen und stützen.

Vor allem wenn Sie sich in einer Führungssituation befinden und anderen Mitarbeitern vorgesetzt sind, lege ich Ihnen ans Herz, sich eine gute Dosis Menschlichkeit und Freundlichkeit für Ihren erfolgreichen Führungsalltag zu bewahren. Es gibt immer noch viele Vorgesetzte, die denken, dass die Abwesenheit von Kritik das größte Lob und ausreichend Motivation für die Mitarbeiter ist. Und die Befürchtung dass ein Zuviel an Freundlichkeit als Schwäche ausgelegt werden kann und den Respekt der Mitarbeiter untergräbt, ist ebenfalls verbreitet.

Auch hier ist der Gegenteil der Fall: Enttäuschung und Angst sind keine gute Motivation, das Beste zu geben. Wer sich jedoch als freundlicher und großzügiger Boss zeigt – ein Boss, der die Arbeit der anderen wertschätzt – wird belohnt. Getreu dem alten Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus.“ In diesem Fall sind die Belohnungen: bessere Arbeitsergebnisse, weniger Krankentagen der Mitarbeiter und eine geringere Fluktuation. – Es lohnt sich, seinen Mitarbeitern mit Großzügigkeit und Altruismus zu begegnen.

Es gibt Studien, die belegen, dass wir Menschen ganz einfach so gepolt sind und großzügigen Menschen ebenfalls mit Großzügigkeit begegnen und Freundlichkeit, die uns zuteil wird, mit Freundlichkeit erwidern. Der amerikanische Schriftsteller Ralph Waldo Emerson hat es so auf den Punkt gebracht: „Das Leben ist so weise eingerichtet, dass niemand ernsthaft versuchen kann, anderen zu helfen, ohne sich dabei selbst zu helfen.“ Dass dies stimmt, können Sie leicht selbst ausprobieren. Seien Sie einen Tag lang (meinetwegen auch bloß eine Mittagspause lang) bewusst freundlich: Lächeln Sie die Menschen an, mit denen Sie in Kontakt treten, loben Sie die Arbeit eines Kollegen, geben Sie jemandem ein Kompliment, bieten Sie einem Kollegen Ihre Hilfe bei einem Projekt an. – Probieren Sie es. Sie werden Ihre Freundlichkeit doppelt und dreifach zurückbekommen.

Eine Studie der amerikanischen National Service Association aus dem Jahr 2002 bestätigt, dass Sie für Ihre freundliche Ausstrahlung in der Regel wirklich handfest belohnt werden: Ob Sie in einem Geschäft sind, in der Bank, beim Arzt oder im Restaurant – wenn Sie sympathisch und kompetent auftreten, erhöhen Sie Ihre Chancen auf ein positives Service-Erlebnis um das Dreifache. Nicht schlecht, oder?

Und ich versichere Ihnen noch etwas: Sie werden sich großartig fühlen, wenn Sie bewusst freundlich sind. Denn die Natur sorgt dafür, dass wir es als lustvoll empfinden, anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Gesund ist es obendrein. Ja, Sie haben richtig gehört: Freundliche Menschen leben gesünder. Wenn uns unsere Umwelt als sympathisch empfindet, erwidert sie unsere Freundlichkeit. Das stärkt unser Selbstwertgefühl und sorgt dafür, dass Stress und andere Widrigkeiten leichter an uns abprallen können. James Messina von der Harvard Universität meint dazu: "Einer der negativen Effekte geringer Selbsteinschätzung ist, dass ihre Opfer häufig unter stressinduzierten Krankheiten leiden, wie Magen-Darm-Geschwüre, hohem Blutdruck, Herzerkrankungen und Krebs." – Ist es nicht fantastisch, wovor einen ein kleines Lächeln, ein lobendes Wort bewahren kann? Und es ist so einfach, anderen und sich selbst Freude zu bereiten.

Da bleibt mir nur noch eins zu sagen: Haben Sie mehr Mut zur Freundlichkeit.

Kommen Sie gut an!
Ihr

René Borbonus

Weitere Informationen rund um die überzeugende Kommunikation finden Sie unter www.rene-borbonus.de