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Dresscode für die Frau im Business

Individuell unangepasst oder business-like? Für viele Frauen ist die Wahl der richtigen Business-Kleidung eine schwere Aufgabe.
Elisabeth Motsch | 27.11.2014
Das Outfit soll ihre Position zum Ausdruck bringen, Autorität ausstrahlen - jedoch nicht zu maskulin - und sie möchte sich in der Kleidung wohl fühlen. Opfert sie ihre Persönlichkeit zugunsten des Dresscodes, opfert sie einen Teil ihrer Identität. Faktum: Im Business gibt es Codes. Diese kommunizieren in welcher Branche und Position ‚frau‘ tätig ist und welche Kleidung dazu als angemessen gilt. Die Direktorin einer Bank etwa im Plüschärmel-Blümchenkleid? Eine Kinderärztin im schwarzen Outfit? Dresscode und Persönlichkeit in Einklang zu bringen, ist die Herausforderung für Business-Frauen.

Mit der Masse schwimmen oder unverwechselbar sein?
Der Wunsch nach Individualität ist verständlich. Individualität kann aber auch zum Zwang werden. Nämlich dann, wenn Gemeinsames für die Individualität geopfert und das Trennende wichtiger wird als das Verbindende. "Was Sie tun müssen, ist gegen den Strom schwimmen und Kanten zeigen", sagen Ratgeber. Welche Frau will das und welche sieht sich lieber in adäquater Kleidung, um ihren Job gut zu verrichten?

Risiken und Chancen für unangepasste Frauen
Weicht eine Frau zu sehr ab vom gängigen Kleidungsbild, braucht sie mehr Überzeugungskraft, um ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen, hat mit Vorurteilen zu kämpfen, was Zeit und Kraft kostet. So manche Türe bleibt geschlossen, die sich mit dem richtigen Erscheinungsbild leichter und schneller öffnen ließe. Die Chance: Die Frau kann sich durch eindeutige Positionierung und Selbstdarstellung zur Marke machen. Entscheidend ist, welche Ziele die Frau erreichen will. Ich empfehle, sich bewusst zu machen, ob Kleidung ständig ein Thema sein soll oder der Fokus auf Kompetenzen gelenkt und das Outfit eine attraktive Nebensache sein sollte.

Maskuline versus feminine Kleidung
Männerkleidung symbolisiert den sozialen Status, während feminine Kleidung die Schönheit der Frau hervorhebt. Mit einem maskulinen Kleidungsstil betonen Frauen Aktivität, Leistung und Zielorientierung. Mit der weiblichen Art des Kleidens (nicht zu verwechseln mit erotischer Kleidung) unterstreichen Frauen soziale und kommunikative Kompetenzen des Weiblichen.

Die adäquate Kleiderwahl für das Büro
Der Schweizer Karriereblog „Job und Karriere“ schreibt, Personaler bevorzugen für Stellen, die nach durchsetzungsfähigen Personen verlangen, unbewusst Bewerber mit eher kantigen Gesichtszügen, eckiger, hoher Stirn und breiten Schultern. Das bedeutet für Frauen: dunkle Businessfarben, zurückgebundene Haare, dezentes Make-up und unaufdringliche Accessoires. Wird hingegen eine Person mit sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gesucht, sind weibliche Attribute wie rundes Gesicht, Stupsnase und Kussmund gefragt. Das heißt für Frauen: feminine Kleidung, frische Farben und Haare mit Schwung.

Feminine Kleidung - die Macht der Frau
Menschen reagieren auf erotische Reize. Es heißt, Männer sehen zuerst die Beine und das Dekolleté einer Frau, bevor sie das Gesicht wahrnehmen. Frauen, die meinen, unter Verwendung erotischer Signale – tiefes Dekolleté, Highheels, kurzer Rock - zu punkten, tun sich keinen Gefallen. Diese Attribute gehören in den privaten Bereich. Dezenter Sexappeal schadet jedoch nicht in der Männerkultur. Er darf nur nicht zu offensiv zum Einsatz kommen, will frau vollends ernst genommen werden. Im Business sollten Frauen Persönlichkeit und Kompetenz unterstreichen und nicht ihre Erotik. Wenn Frauen sich ihrer Qualitäten bewusst sind und diese mit Bekleidung und Dresscode unterstreichen, kommunizieren sie mit dem Mann auf Augenhöhe. Das ist professionell.

Mann ist Mann, Frau darf Frau sein?
Es verbergen sich ungeahnte Chancen im Mann- und Frau-Sein. Fühlt sich eine Frau gezwungen, maskulin und verhärtet aufzutreten, nutzt sie möglicherweise ihre positiven weiblichen Potenziale zu wenig und nimmt dem Mann die Chance, an ihrer Seite männlich zu sein. Er kann dann im ungünstigen Fall seine Potenziale nicht leben. Wird hingegen ein Mann ‚unmännlicher‘, hat die Frau die Hosen an - und dieses Ungleichgewicht macht auf Dauer beide nicht glücklich.

Business-like mit Persönlichkeit
Frauen haben die Qual der Wahl – im Unterschied zu Männern. Die passende Krawatte zum Hemd zu finden – das Schwierigste für sie. Ihre Anzüge sind dunkel, in gedeckten Farben, die Schuhe schwarz und der Gürtel in der Schuhfarbe. Das war´s! Frauen steht eine vielfältigere Auswahl an Blazern, Hosenanzügen, Kostümen, Blusen, Shirts und Schals. Dazu kommt der Schmuck, ganz zu schweigen von den Schuhen. Was nun zieht Frau im beruflichen Umfeld an, wenn sie ihren authentischen Business-Look nicht kennt? Wer unsicher ist, lässt sich von einer kompetenten Stilexpertin beraten. Wer sich eher angepasst sieht, kleidet sich nach dem herrschenden Dresscode: eher klassisch. Wer im Rampenlicht stehen will, wählt einen Hosenanzug oder ein Kostüm mit extravaganter Kragenform. Dazu eine Kette mit interessantem Design, alternativ zur klassischen Bluse eine kragenlose, mit in sich gemustertem Stoff in Seide. Modische Pumps und eine unvergleichliche Business-Tasche sind ein Hingucker.

Ich empfehle: Tragen Sie nie etwas, was gerade in Mode ist, aber nicht dem Business-Stil und Ihrem Typ entspricht.