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Ho´s Weihnachtsgeschichte 2016

Kurz vor Weihnachten lässt es sich trefflich zurückblicken. Zurückblicken auf Reisen, Events, Meetings, Incentives, Seminare, Jubiläen und Workshops.
Holger Bartl | 22.12.2016
Kurz vor Weihnachten lässt es sich trefflich zurückblicken. Zurückblicken auf Reisen, Events, Meetings, Incentives, Seminare, Jubiläen und Workshops. Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Texel, Gent, Ibiza, Mallorca, Neapel und Rom… 2016 hatte wieder einmal großartige Momente, aber auch viele, die nachdenklich stimmen! Es folgen wie immer drei kleine feine Geschichte von dem, was mich am meisten bewegt hat.

Kochclub on Tour.
Zum mittlerweile fünften Mal war ich in diesem Jahr wieder mit einem Kochclub in Europa unterwegs. Immer auf den Spuren nach authentischem Essen, netten Städten, guten Restaurants mit leckerem regionalem Genuss. In diesem Jahr hat es uns nach Gent verschlagen. Der Vegetarier-Hauptstadt Europas, wie sich die Genter gerne selbst bezeichnen. Und sie haben Recht. Eine Vielzahl an vegetarischen Restaurants, einer schönen Innenstadt und sehr vielen multilingualen Bewohnern. Und so geschah es, dass wir auf einem Spaziergang von einem älteren Herrn angesprochen wurden. „Entschuldigen Sie, fragte er auf Englisch, ich sehe, sie sind Touristen. Aus welchem Land kommen Sie?“ Aus Deutschland kommen wir und sind zum ersten Mal in Gent. „Na dann haben Sie vielleicht nichts dagegen, wenn ich Sie eine paar Minuten unter meine Fittiche nehme und Ihnen Stellen in der Stadt zeige, die Sie nicht im Reiseführer finden.“ Kurz im perfekten Deutsch eingeführt ging sie schon los, die private Führung durch Gent. Unser freundlicher Reiseführer, nennen wir ihn Jakob, stellte sich als ein wandelndes Lexikon heraus. Er brachte uns Dinge nahe, zeigte uns versteckte Ecken seiner Stadt und streute immer wieder kleine Anekdötchen ein. Im Nu waren 1,5 Std. vergangen. Ein wunderbares Erlebnis. Denn nicht nur, dass uns Jakob mit seiner Herzlichkeit und Freundlichkeit überrascht hatte, als Israeli, der auch mehrerer Jahre in Deutschland gelebt hatte und nun seit 20 Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Gent gefunden hat, war es in unseren Augen gar nicht so selbstverständlich, wie er auf uns zugegangen ist.

Fam-Tripp nach Neapel
Ein bis zwei Mal im Jahr nehme ich auch an sogenannten Fam-Tripps teil, das sind Reisen, zu denen Tourismusverbände, Conventionbüros und deren Partner Agenturen und Unternehmensvertreter einladen, um uns Regionen, Städte, Locations, Restaurants und Incentive-Programme vorzustellen. Und in diesem Jahr habe ich mich für Neapel entschieden.

Und so fand sich eine international zusammengestellte Gruppe an Agenturlern und Corporates zusammen. Es waren Kollegen aus Indien, der Türkei, aus Wales, Ungarn, Frankreich und Deutschland dabei. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe an erfahrenen Planern, die schon am ersten Abend feststellten, dass sie zu 100% zusammen passen. Und so haben wir viel gesehen, diskutiert und uns über unsere vielen Incentive- und Event-Erfahrungen ausgetauscht und gelacht. Unsere gemeinsame Sprache war natürlich Englisch.

Begleitet wurden wir von Giovanna, Mitarbeiterin des Convention Büros von Neapel, die mit ihrer Familie in der Toskana wohnt, in der Woche aber auch in Neapel ein Zuhause gefunden hat. Unter anderem haben wir uns das Archiv der Bank von Neapel angeschaut, ein unglaubliches Erlebnis. Begrüßt wurden wir vom Geschäftsführer des Archivs, ins Englische übersetzt hat eine Mitarbeiterin, eine Amerikanerin, die sich vor mehr als 10 Jahren in Neapel verliebt hat und einfach geblieben ist.

Abends im Restaurant bediente uns ein junger Mann, der schon nach ein paar Minuten in Deutsche wechselte und begeistert von seinen Besuchen bei Freunden in Berlin und Frankfurt erzählte.

Es ist schon ein Gut, wenn man reisen kann und auf diesen Reisen nicht nur viele Eindrücke mit nach Hause nimmt, sondern auch feststellt, wie klein auch die globale Welt sein kann. Und wir lernen, dass wir gar nicht so wichtig sind, wie wir manchmal denken.

Tourismus-Messe in Rom
Mit meinen neu gewonnenen Kollegen ging es im Zug weiter nach Rom. Jeder übernahm die eine oder andere Aufgabe, kümmerte sich um die Tickets, besorgte Wasser, übernahm die Organisation des Transfers in Rom und so weiter. Alles ganz selbstverständlich. Ohne vorher zu fragen, welche Position man inne habe oder lange zu diskutieren.

Im Hotel angekommen, hatten wir noch 4 Stunden bis zur Welcome Reception Zeit und so beschlossen wir, mit einem kleinen Bus in die Innenstadt zu fahren. Karl besorgte den Bus, Amicha verhandelte den Preis neu, für uns Westeuropäer ein eher schwieriges Unterfangen, für Amicha aus Indien völlig normal. Und im Zentrum angekommen, fragte Burcin aus Istanbul, ob wir Lust auf eine kleine Führung hätten? Es stellte sich heraus, dass er über ein Jahr in Rom gelebt und gearbeitet hatte. Internationalität ist schon etwas Wunderbares.

Und so blieben wir auch am nächsten Tag eine verschworene Gemeinschaft, so es die Zeit zwischen den ca. 20 fünfzehn minütigen Terminen pro Teilnehmer zuließ. Am Ende des Tages war es dann Rajendra, der uns mit dem Angebot überraschte, zwei Flaschen indischen Rotwein zu verkosten. Ein toller Wein und eine unerwartete Erfahrung für uns alle.

Am Ende der Reise stand fest, wir gründen eine Whats- up Gruppe und bleiben in Kontakt. Und als wir wenige Tage später von den schrecklichen Anschlägen in der Türkei lasen, gab nur ein Thema in der Gruppe: nämlich die Sorge darüber, ob unsere Kollegen, deren Freunde und Familien wohlauf sind.

Und schneller als befürchtet, hat nun der schreckliche Terroranschlag in Berlin gezeigt, dass es jeden von uns überall auf der Welt treffen kann. Aber auch hier haben wir in der Gruppe Halt gefunden, alle fragten nach uns, machten sich Sorgen und verurteilten den Anschlag aus Schärfste.

Nach all diesen Erlebnissen kann ich einfach nicht glauben, dass es leider so viele Menschen gibt, die in ihrer „Engstirnigkeit“ gegen alles Fremde hetzen, Menschen beleidigen oder sogar verletzen, und in ihrer Einfältigkeit vergessen, wie viele harte und zum Teil schmerzhafte Kämpfe für unsere demokratischen Werte geführt werden mussten, die wir in einem friedlichen Miteinander bewahren sollten.

So gilt die alte Volksweisheit „Reisen bildet“ noch immer!

Und wann reisen Sie das nächste Mal wieder?

Ich wünsche allen ein fröhliches, aber auch besinnliches und nachdenkliches Weihnachtsfest, viele liebe Menschen an einem Tisch, Gesundheit, Zufriedenheit und viele erfüllte Tage in 2017.

HoHoHo

Der feine Herr Bartl