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Employer Branding in KMU: Bindung und Gewinnung von Fachkräften und Nachwuchstalenten

Kleine und mittelständische Unternehmen sollten damit beginnen, ihre besonderen Stärken zu definieren und auszuloben. Dazu gehören flache Hierarchien.
BAUHERRENreport GmbH | 19.10.2018
© BAUHERRENreport GmbH
 
Im KMU kommen Themen wie Nähe zur Geschäftsführung und zu Kunden, kurze Entscheidungswege, eine hohe Kundenzufriedenheit, Übernahme von Verantwortung und selbständiges Arbeiten im Team dazu.

Das sind Stärken, die in großen Unternehmen systemisch begrenzt sind. Damit kann das regionale Bauunternehmen vor allem gegenüber den Big-Playern der Baubranche punkten.

Wichtig ist, diese selbst als Stärken zu erkennen, sauber zu definieren und gezielt, vor allem über das Internet, zu kommunizieren. Dann entgehen sie Arbeitskräften, die in Ihrem Gebiet einen neuen Arbeitgeber suchen, ganz sicher nicht.

Imagemarketing für Kompetenz und Marke als Arbeitgeber

Employer Branding ist ein Bereich innerhalb des Marketing, der sich mit der Arbeitgeberseite, der Arbeitgeber Brand, beschäftigt. Image-Marketing, das ein authentisches, attraktives und unverwechselbares Bild des Bauunternehmens nach innen zu bereits vorhandenen Mitarbeitern und nach außen zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter generiert und pflegt.

Employer Branding ist eine auf die langfristige Führung des Unternehmens ausgerichtete Strategie. Das Sprachrohr ist die Qualität, die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern an den Arbeitsplätzen und im Umfeld dieser bietet.

Junge Disziplin mit langer Geschichte

Als eigenständige Disziplin entstand Employer Branding etwa Mitte der 1990-er Jahre. Die Führungskulturen, Methoden und Führungsinstrumente, die darin beschrieben werden, werden allerdings zum Teil seit Jahrhunderten in Unternehmen angewendet, weil Themen wie die Gewinnung der besten Nachwuchskräfte oder die Bindung der Leistungsträger auch in der Vergangenheit eine große Rolle gespielt haben. Führungskräfte, die das rechtzeitig erkannt haben, haben aus ihren Unternehmen regelrechte Talentschmieden gemacht.

Mitarbeiter als Markenbotschafter einsetzen

Mitarbeiter, die bereits bei Ihrem Unternehmen beschäftigt sind, sind privilegierte Markenbotschafter Ihrer Qualität als Arbeitgeber. Sie wissen genau, was sie an Ihrem Arbeitgeber haben. Sie können beurteilen, wie kooperativ der Führungsstil ist, wie innovativ und Kunden-orientiert im Unternehmen gearbeitet wird, wie zufrieden die Kunden mit den Qualitäts- und Serviceleistungen des Unternehmens sind. Nutzen Sie das für Ihre Employer Brand, zumal Sie das wenig bis gar nichts kostet.

Authentische Informationen sind glaubwürdig und erreichen potenzielle Kunden

Mitarbeiter, die gerne zur Arbeit kommen, erzählen im privaten Umfeld davon. Hier in der Familie, dort im Freundes- oder Bekanntenkreis. Ihre Botschaften sind authentisch und mega-glaubwürdig. Alles, was motivierte Mitarbeiter Positives zu Ihrem Unternehmen berichten, macht Ihr Unternehmen am Ende attraktiver, stärkt Ihr Image und Ihre Marke als Arbeitgeber in der Region.

Gute Leistungen belohnen und vom Echo profitieren

Machen Sie sich das zunutze: Spendieren Sie für eine gute Leistung eine Gegenleistung als Anerkennung. Zum Beispiel einen Kino- oder Konzertbesuch, eine Runde Eis oder einen Besuch der Kirmes. Machen Sie mit Ihren Mitarbeitern ein kleines, ungezwungenes Sommerfest oder einen Gang auf den Weihnachtsmarkt im Advent. Das zahlt sich immer aus, und: Auch Bauinteressenten werden davon erfahren und daraus folgern, dass sie in Ihrem Unternehmen gut aufgehoben sein werden.

Employer Branding: Als Arbeitgeber unverwechselbar gut auftreten

Die subjektiv wahrgenommene Attraktivität eines Arbeitgebers ist der bestimmende Engpass-Faktor für die Entscheidung von Arbeitskräften, sich in einem Bauunternehmen zu bewerben. Die erfolgreiche Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hängt demzufolge davon ab, wie Sie Ihr Bauunternehmen in der Außendarstellung der Öffentlichkeit vorstellen.

Nachteile großer, bekannter Big Player gegenüber KMU

Bauunternehmen, die in der Regel regional aufgestellt sind, tun sich dabei schwer, mit den Imagekampagnen größerer, bereits bekannter Wettbewerber um neue Mitarbeiter mitzuhalten.

Alles hängt davon ab, wo und wie Sie Ihre Vorzüge als potenzieller Arbeitgeber im Arbeitsmarkt präsentieren. Wobei wir jetzt beim Employer Branding angekommen sind.

Ergebnisse aus zahlreichen Mitarbeiterworkshops

Immer wieder haben wir in verschiedensten Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach deren Erwartungen an das Unternehmen bzw. die Führung befragt.

Ergebnisse daraus:

• Klare Wertvorstellungen und eine durchgängige Wertbeständigkeit
• Vorbild sein durch Vormachen und gelebten Führungsstil
• Mitarbeiter wollen in einem modernen Unternehmen (Aktueller Auftritt und Pflege, modernes Erscheinungsbild, CI/CD, Homepage, ggf. Facebook) arbeiten
• Erkennbare Führungsbausteine machen eine ausgeprägte Feed-back-Kultur erst erkennbar. Hierzu zählen die Unternehmensphilosophie, langfristige und operative Ziele, eine operative Maßnahmenplanung, Informationsgespräche, persönliche Führungsgespräche, Steuerungshilfen und die Unterstützung durch Erfolgscontrolling
• Verbesserung der Informationspolitik zur aktuellen Unternehmensentwicklung (Ziele, Zielerreichung, Zwischenergebnisse, eventuell notwendige Gegensteuerung, Kompensationsmaßnahmen)
• Verbesserung der Kommunikation untereinander und mit der Führung (Information, Koordination, Abstimmung, Sich-"Mitnehmen")
• Zusammengehörigkeit in Form eines "Wir-Gefühls" und aufmerksamer, respektvoller Umgang miteinander
• Ein angenehmes, mitmenschlich-konstruktives Umgangs- und Arbeitsklima (Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen)
• Weiterbildungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Bereichen fachlich-technischer, aber auch methodischer, persönlicher und sozialer Kompetenzsteigerung
• Informationen über Entwicklungschancen und Perspektiven der Branche und des Branchenumfeldes
• Klare Zielsetzungen und Perspektiven für die eigene, beruflich-persönliche Entwicklung
• Anspruchsvolle Herausforderungen mit entsprechendem Verantwortungsspielraum und Kompetenzen (Ziele, Wege, Entscheidung, Budget, Zeit, Beteiligte)
• Entscheidungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten, um die eigene Meinung konstruktiv und gestaltend einbringen zu können
• Flexibleres Handling der Arbeitszeiten in unterschiedlichen Bereichen

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen bzw. Verantwortungsbereich aus? Wann haben Sie die letzte Mitarbeiterbefragung genutzt, um zu erfahren, was von Ihnen erwartet wird und daraus abzuleiten, was Sie tun können, um der Erwartungshaltung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder ein Stück weit entgegen zu kommen oder dieser zu entsprechen?

Gehen Sie einfache Wege:

• Laden Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Workshop ein und befragen Sie diese nach deren Erwartung an Sie als Arbeitgeber
• Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, was diese an Ihrem Unternehmen und Ihrer Art der Führung gut finden
• Was könne Sie verbessern?
• Was erwarten oder wünschen sich die Mitarbeiter außerdem?

Ein paar Fragen und Sie werden erkennen, dass es eine Menge an Möglichkeiten n Ihrem Unternehmen gibt, schnell und einfach Dinge zu verändern und damit die Zusammenarbeit und die Mitarbeiterbindung nachhaltig zu verbessern.


Verantwortlich: Theo van der Burgt

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