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Höhere Sichtbarkeit mit Voice Search

Voice Search Readiness als Wettbewerbsvorteil: Wer für Sprachsuche optimiert ist, setzt sich von der Konkurrenz ab, gerade bei der lokalen Suche.
Florian Hübner | 17.06.2019
© Pixabay / Kaufdex
 
Voice Search ist mehr als nur ein Trend. Obwohl immer mehr Menschen Sprachsuche nutzen, mangelt es bei den Unternehmen weiterhin an einem klaren Verständnis für dieses Thema. Viele Firmen unterschätzen die Relevanz von Voice Search und wissen nicht, wie sie sich am besten für das neue Suchverhalten der Verbraucher rüsten und vorbereiten können.

Erst kürzlich haben wir bei Uberall eine Studie zum Thema Voice Search durchgeführt und dafür über 4.000 Verbraucher in den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich gefragt, ob, wie und wo sie Sprachsuche nutzen. Dabei haben wir herausgefunden, dass 40 Prozent der Deutschen innerhalb der letzten zwölf Monate Sprachsuche genutzt haben – 22 Prozent sogar mindestens einmal pro Woche und mehr als die Hälfte davon täglich. Unsere Analyse zeigt aber auch, dass fast 60 Prozent der deutschen Konsumenten Sprachsuche bisher noch gar nicht verwenden.

Sprachsuche wird immer beliebter


Bei gesprochenen Suchanfragen handelt es sich nicht um einen Trend, der morgen wieder von der Bildfläche verschwindet. Vielmehr treiben ihn Smart Assistants und Mobile Devices voran, indem sie immer mehr Bestandteil unseres Alltags werden – sei es in unseren Wohnungen, bei der Arbeit oder wenn wir unterwegs sind.

Sprachsuchen machen bereits 12 bis 15 Prozent aller Suchen aus, Tendenz steigend. Für Unternehmen lohnt es sich also schon jetzt, ihre Standorte für Sprachsuche zu optimieren. Wir sprechen dabei von Voice Search Readiness. Ein Unternehmen, das voice-search-ready ist, kann sich wesentlich von der Konkurrenz absetzen: Es erreicht bereits jetzt jene 20 Prozent der deutschen Verbraucher, die Voice Search aktiv nutzen, während die unvorbereiteten Wettbewerber bei Sprachsuchen unsichtbar bleiben.

Verbraucher nutzen Voice Search oft von unterwegs


Die meisten Sprachsuchen erfolgen aktuell über das Smartphone, nämlich mehr als die Hälfte. Nur rund ein Drittel verwendet Desktop oder Laptop, knapp ein Viertel das Tablet. 5 Prozent gaben an, ein Smart-Home-Gerät wie Amazon Echo bei der Sprachsuche zu nutzen. Derzeit fragen knapp 50 Prozent aller deutschen Befragten von zu Hause aus Informationen per Sprache an, immer mehr Konsumenten nutzen Voice Search aber auch unterwegs. Mehr als ein Drittel verwendet die Technologie außer Haus.

Und hier wird es spannend für Unternehmen mit lokalen Standorten: 45 Prozent der Umfrageteilnehmer haben bereits mindestens einmal mithilfe einer Sprachsuche nach Informationen zu lokalen Geschäften gesucht. Für Unternehmen birgt dies ein riesiges Potenzial. Denn Konsumenten, die unterwegs per Sprache nach einem Geschäft, einem Produkt oder einer Dienstleistung suchen, werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch ihr Ziel aufsuchen und zu Kunden werden.

Mit Voice Search Readiness dem Wettbewerb einen Schritt voraus sein


Es steht außer Frage, dass die Entwicklung von Voice Search noch am Anfang steht. Verbraucher stören sich mitunter an der Ungenauigkeit der Ergebnisse und sind auch noch nicht an die Nutzung gewöhnt. Aber das wird sich ändern. Die Technologien entwickeln sich rasant weiter und machen Sprachsuchen zunehmend effizienter und anwenderfreundlicher. Auch Unternehmen tragen dazu bei, die Nutzererfahrung der Verbraucher zu verbessern: Indem Firmen immer mehr Informationen zu ihren Geschäften an den richtigen Stellen vollständig und korrekt angeben sowie die Voice-Search-Optimierung auf der eigenen Website fortsetzen, liefern sie wertvolle Antwortmöglichkeiten für Sprachassistenten. Dadurch werden sie zum Ergebnis, wenn Verbraucher eine Anfrage per Sprache stellen, gewinnen somit mehr Sichtbarkeit und mehr Kunden.

Wie Unternehmen voice-search-ready werden


Insgesamt 54 Plattformen sind für Sprachsuchen bzw. Smart Assistants in Deutschland relevant. Besonders Google, Bing und Yelp sind für die Voice Search Readiness von großer Bedeutung, da nahezu alle Sprachassistenten auf diese Plattformen zugreifen. Unternehmensstandorte, die über vollständige und richtige Profile auf diesen drei Plattformen verfügen, erreichen einen Voice Search Readiness Score (VSR Score) von 90 Prozent und gelten damit als voice-search-ready.

In unserer Analyse haben wir 10.000 deutsche Geschäfte hinsichtlich ihres VSR Scores untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 4,5 Prozent dieser Geschäfte sind mit einem VSR Score von mindestens 90 Prozent für die Sprachsuche optimiert. Im Umkehrschluss sind mehr als 19 von 20 Standorten nur eingeschränkt oder gar nicht über gesprochene Suchanfragen auffindbar. Zu den gröbsten Mängeln gehört, dass wesentliche Geschäftsinformationen oft falsch oder gar nicht angegeben sind – also Öffnungszeiten, Adresse oder sogar der Unternehmensname. Das verschlechtert die Auffindbarkeit deutlich und schädigt darüber hinaus die Nutzererfahrung mit einer Marke nachhaltig.

Unternehmen sollten dies vermeiden und im ersten Schritt die Daten ihrer Standorte über alle relevanten Online-Plattformen hinweg einheitlich und vollständig angeben – allen voran auf Google, Bing und Yelp. Über verschiedene zusätzliche Maßnahmen können sich Unternehmen weiter für das Voice-Zeitalter vorbereiten. Dazu gehören unter anderem eine optimierte Ladezeit der eigenen Website sowie Content, der speziell für Suchmaschinen aufbereitet ist – wie zum Beispiel FAQs. Aber auch eigene Skills für Smart Assistants wie Alexa gehören dazu, mit denen Unternehmen ihre Angebote sprachlich erlebbar machen.

Im besten Fall starten Firmen mit der Voice-Search-Optimierung so schnell wie möglich, um sich von der Konkurrenz abzuheben und neue Kunden zu gewinnen. Denn eines ist klar: Bisher haben erst sehr wenige Firmen erkannt, welches Potenzial hinter Voice Search steckt, und danach gehandelt.