print logo

5 neue Gründe für Marken-Shopping-Apps

Eine Shopping-App erhöht den ROI und lässt mit Augmented Reality Grenzen zwischen Mobile Shopping und stationärem Handel verschwimmen.
Alexander Gösswein | 05.08.2019
Mit einer Shopping-App zu besseren Konsumerlebnissen. © Unsplash / Rob Hampson
 
Apps sind für Händler und Marken ein wertvoller Brandlink zu ihren Kunden: Sie sind auf das jeweilige Betriebssystem zugeschnitten, verfügen zumeist über eine bessere Bedienbarkeit als mobile Webseiten und sorgen dafür, dass der Shop auf dem Bildschirm des Smartphone-Besitzers präsent ist. Neben Usability und Branding gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum Marken wie Händler für den Salespush in Zukunft auch vermehrt auf eine App setzen sollten. Anhand von fünf Markttrends wird deutlich, warum ein browserbasierter Shop als einziger Mobile-Saleskanal inzwischen nicht mehr ausreicht.

1. Mobile-Shopping findet längst nicht mehr nur online statt


Ein großer Vorteil von Apps: Die Anwendungen können auf andere Smartphone-Funktionen zugreifen und so das Shopping-Erlebnis weiter optimieren. Erlaubt ein Kunde über sein Smartphone den Zugriff auf die Kamera oder seine Standorterkennung, kann er beispielsweise von bildgestützten Produktsuchen, Augmented-Reality-Features oder standortbasierten Angeboten profitieren. In der App der französischen Kosmetikkette Sephora beispielsweise können User mittels AR Lippenstift „auftragen“ und so direkt sehen, welche Farbe ihnen am besten steht. Jetzt, da Sephora auch Geschäfte im deutschen Markt eröffnet, könnte der Kosmetikhändler diese Shopping-Experience um eine Produktverfügbarkeitsanzeige im nächsten POS ergänzen. Auf diese Weise werden die Grenzen zwischen Mobile-Shopping und stationärem Handel in Zukunft immer weiter verschwimmen. In mobilen Webshops sind solche Anwendungen nur zum Teil und mit deutlich mehr Aufwand integrierbar.

2. Immer mehr User shoppen via Instagram


Instagram bietet seit Juni 2018 Marken und Shop-Betreibern sogenannte „Shoppable Organic Posts“ an, in denen Produkte präsentiert werden. Interessiert sich ein Nutzer für eines der abgebildeten Produkte, wird er durch einen Klick auf das Posting direkt auf die entsprechende Seite im Shop geleitet. Die Instagram-Links verzeichnen eine besonders hohe Conversion Rate, da sie für den Nutzer ein äußerst komfortabler Weg sind, um zu dem gewünschten Kaufobjekt zu gelangen. Und: etwa 90 Millionen Menschen interagieren bereits jeden Monat mit den Shoppable Posts. Jene Links führen bislang in den mobilen Shop und die Bilder-App bezieht Informationen wie Preise über die mobile Site. Allerdings testet Instagram bereits In-App-Checkouts für dieses Werbemittel und behält damit Kunden bis nach dem Kauf auf der eigenen Plattform. Händler, die nicht dauerhaft eine Sales-Abhängigkeit zu dem Kanal entwickeln wollen, sollten eine eigene App anbieten und auch als Direktverkaufsweg promoten.

3. Online-Shopper wünschen sich personalisierte Konsumerlebnisse


Angebote sind relevant für den einzelnen Nutzer, wenn sie den persönlichen Interessen entsprechen. Und für ein personalisiertes Shopping-Erlebnis braucht es Daten. In Zukunft werden intelligente selbstlernende Algorithmen, die Angebote individualisieren, eine immer größere Rolle im Online-Shopping spielen. Und diese Künstlichen Intelligenzen müssen mit jeder Menge Informationen gespeist werden, um besser voraussagen zu können, welche Bedürfnisse einzelne User haben – die das übrigens ihrerseits gut heißen würden: So wünschen sich beispielsweise über 60 Prozent der Gen Z-Shopper personalisierte Konsumerlebnisse (Criteo Gen Z Report 2018). Und diese lassen sich in Apps besser kreieren als im Webshop, beispielsweise mit interessensbasierten Produktempfehlungen oder Gutscheinen.

4. Nutzerdaten verbessern die Qualität der Angebote


Noch ist ungewiss, wie Cookies in Zukunft zum Kundenerlebnis beitragen können. Bereits jetzt unterbinden jedoch immer mehr mobile Browser jegliche Datenerfassung im Web-Shop, die Marken und Usern jedoch helfen, über relevante Angebote und ein positives Kundenerlebnis in Kontakt zu bleiben. Native Apps sind hiervon nicht betroffen; sie ermöglichen es Marken und Händlern, mittels Shop-ID ihren Usern immer die für sie interessantesten Produkte anzubieten. Das ist insbesondere dann von Vorteil, wenn Online-Shopper für ihre Einkäufe verschiedene mobile Devices nutzen.

5. Shopping-Apps performen besser


Während Neukunden und Gelegenheitskäufer häufig im Webshop einkaufen, sind User, die über Native Apps shoppen, in der Regel loyale Stammkunden, die sich die App ganz gezielt heruntergeladen haben. Deshalb trumpfen Native Apps oft mit einem besseren ROI auf. Laut Criteo Global Commerce Review (Q4, 2018) werden in Europa inzwischen beinahe 50 Prozent aller Shopping-Transaktionen mit einem mobilen Endgerät getätigt. Auch in punkto Conversions schneiden Apps besser ab als mobile Webshops: Im direkten Vergleich ist die Conversion Rate sechsmal so hoch. Außerdem geben Kunden in der App tendenziell mehr Geld aus als bei Einkäufen über den Browser, wie eine Warenkorbanalyse von Shopgate ergab. Im Mobile Shop legen User Waren im Wert von durchschnittlich 85 Euro in den Basket. In der App hingegen beträgt der Warenwert im Schnitt 105 Euro – 24 Prozent mehr.

Es gibt Nutzer, die eine App für ihre Shopping-Aktivitäten bevorzugen. Und es gibt solche, die weniger Apps auf ihrem Smartphone installiert haben möchten oder zum Einkaufen lieber den Webshop ansteuern, weil sie die Angebote verschiedener Marken vergleichen wollen. Eine Lösung für alle gibt es wie bei so vielem auch im mobilen Shopping nicht. Sicher ist aber: Bieten Marken ihren Kunden nur einen Weg zu ihren Produkten, verlieren sie den Teil der Online-Shopper, die eben diesen Weg nicht gehen wollen. Shopping-Apps sind nicht nur eine sinnvolle Ergänzung zum Webshop, sondern auch ein effizienter Kanal, um Sales zu pushen und die Brand Awareness zu steigern.