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Social Media: Wird der Trend noch immer verschlafen?

Wie gerade Kleinunternehmen mit begrenzten Mitteln der Einstieg in Social-Media-Marketing gelingt. Dieser Beitrag verrät wichtige Aspekte.
Nikbin Rohany | 24.11.2021
Social Media: Verschlafen kleine Unternehmen den Trend noch immer? © freepik
 

Laut einer repräsentativen Umfrage von Forsa im Auftrag der Gelbe Seiten ist nur eines von drei kleinen und mittelständischen Unternehmen auf Social Media aktiv. Gleichzeitig zeigte die Studie auch, dass viele kleinere Firmen das große Potenzial von Social Media etwa zur Kundenakquise oder zur Mitarbeitergewinnung bereits erkannt haben. Und sogar die Unternehmen, die bereits aktiv sind, haben aus der Sicht von Verbraucher:innen noch Nachholbedarf, von denen nahezu die Hälfte die Social Media Performance der KMUs als weniger gut oder sogar schlecht bewertet.

Daher stellt sich die Frage, wie Kleinunternehmen auch mit begrenzten Mitteln der Einstieg in Social-Media-Marketing gelingt – und mit welchen Maßnahmen bestehende Strategien weiter optimiert werden können. Wollen kleine Unternehmen den Schritt wagen und Social Media für sich einsetzen, sind unter anderem folgende Aspekte wichtig:

1. Einen Plan machen und Ziele definieren

Zunächst sollten sich die Betriebe fragen, was genau sie durch Social Media erreichen wollen: Wollen Sie vor allem ihre Bekanntheit erhöhen und ggf. so neue Kund:innen gewinnen? Wollen Sie bestehende Kund:innen enger an das eigene Unternehmen binden oder motivieren, häufiger ihre Produkte zu kaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen? Ein Unternehmen kann auf Social Media durchaus mehrere Ziele verfolgen, doch ein klarer Fokus ist sehr hilfreich.

2. Inspiration holen

Beim Aufbau neuer Profile auf verschiedenen Social-Media-Kanälen kann es nicht schaden, sich auch Inspiration von anderen Kanälen zu holen, beispielsweise von starken Wettbewerbern oder Best Practices aus der eigenen, aber auch fremden Branchen. So wird deutlich, was auf den eigenen Kanälen möglich und sinnvoll ist, welche Trends es gibt und was bestimmte Zielgruppen anspricht.

3. Planung ist wichtig – Spontanität auch

Ist ein Social-Media-Profil erst einmal aufgesetzt, ist es wichtig, dass dieses regelmäßig gepflegt und kontinuierlich mit neuem Input versorgt wird. Um sicherzustellen, dass einem nicht plötzlich der Content ausgeht oder vorproduzierte Inhalte nicht ausreichend und zeitnah genutzt werden, sollten Unternehmen einen Redaktionskalender führen. In diesem können Themen, Posts und Vermerke über zusätzlich benötigtes Bild-, Grafik- oder Videomaterial mit einer Deadline gepflegt werden, um alle Inhalte rechtzeitig vor der geplanten Veröffentlichung zusammenzuhaben.

Trotzdem sollten Firmen einen solchen Plan nicht zu stoisch abarbeiten: Oft sind es gerade spontane, schöne oder witzige Gelegenheiten, die zu authentischen, spannenden Posts führen –  diese sollten sich auch kleine Unternehmen nicht entgehen lassen und entsprechend flexibel in ihrer Planung bleiben

4. Paid-Möglichkeiten nutzen

Gerade kleinere Unternehmen können auf Social Media auch ohne großes Budget viel erreichen. Wenn die Follower-Zahl noch klein ist, ist die prozentuale organische Reichweite von Posts tendenziell höher, als bei den riesigen Accounts großer Unternehmen, deren organischer Reichweite ab einer bestimmten Follower-Zahl zumeist verringert wird.

Trotzdem können besonders kleine, wenig bekannte Firmen, die ihren Follower-Kreis gezielt erhöhen wollen, von gesponserten, also bezahlten, Inhalten profitieren: So bekommen auch Menschen die Posts zu sehen, die bislang noch wenig oder keinen Kontakt mit dem Unternehmen hatten – und können so ggf. als Follower gewonnen werden.

5. Nicht einfach so dahinplätschern lassen: Monitoring und Audits machen

Nicht nachlassen: Oft starten gerade kleine Unternehmen hoch motiviert mit einem neuen Kanal – und nach einigen Wochen oder Monaten schläft das Ganze ein, die Frequenz der Posts wird geringer, Budgets werden gekürzt oder die Anzahl der ursprünglich geplanten Follower aus den Augen verloren. Deshalb ist es immer hilfreich, sich selbst klare Ziele zu setzen – und diese kontinuierlich zu messen.

Durch ein regelmäßiges Monitoring bzw. Audits wird reflektiert und frühzeitig erkannt, ob das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist. Ist das nicht der Fall, können Unternehmen rechtzeitig nachsteuern.

6. Terminbuchung, Social Commerce und Co. Die richtigen Features integrieren

Social Media für Unternehmen ist heutzutage weit mehr als schöne Bilder und ansprechende Sprüche: Gerade neue Features bieten ein großes Potenzial. Besonders hilfreich für kleinere Dienstleister, wie beispielsweise Friseure und Beauty-Studios, sind u. a. direkte Terminbuchungsfunktionen – so können aus Followern schnell Kund:innen werden. Wichtig für kleine Händler sind Social-Commerce-Funktionen, wie Tags auf Produkte und schnelle Weiterleitungen zum Shop. Solche Funktionen zeigen anschaulich: Social Media ist kein Nice-to-Have, sondern vielmehr ein wirksames Werkzeug auch für kleine Unternehmen, um z.B. ihre Bekanntheit zu erhöhen, neue Zielgruppen anzusprechen sowie Kund:innen zu gewinnen und zu halten. Gerade nach den harten Zeiten in der Pandemie, in denen die Lockdowns gerade viele kleine Unternehmen hart getroffen haben, sollten Firmen diese Chance nutzen, um erfolgreich ins nächste Jahr zu starten.

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Über Nikbin Rohany

Nikbin Rohany ist Geschäftsführer des Münchner Software-Start-ups Shore.

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