print logo

6 Entwicklungen, die Sie nicht verpassen sollten

Um die wandelnden Bedürfnisse der Konsument:innen erfüllen zu können, bedarf es neuer Ansätze und Lösungen. Sechs wichtige Marketingtrends in 2022.
Julian Wicht | 17.01.2022
Marketingtrends 2022: Die sechs wichtigsten Entwicklungen © freepik / diloka107
 

Im vergangenen Jahr haben Videomarketing und Social Shopping die Marketingwelt dominiert. Diversität und Innovation sind Kernelemente des digital Marketings, mit denen sich Unternehmen auch 2022 aufgrund veränderter Gesetze und Entwicklungen auseinandersetzen müssen. Um die wandelnden Bedürfnisse der Konsument:innen erfüllen zu können, bedarf es neuer Ansätze und Lösungen. Hier finden Sie sechs Marketingtrends, die die Kommunikation in diesem Jahr beeinflussen und prägen werden.

1. Corporate Purpose: Nutzen kreieren und Haltung einnehmen

Die Corporate Identity ist der Kern jeder Marke und somit auch das wichtigste Element für Marketingverantwortliche. Längst interessiert die Kund:innen nicht mehr nur das reine Produkt, sondern wer und vor allem was dahinter steht. Unternehmen müssen dementsprechend herausarbeiten, was sie definiert und wer sie sind. Insbesondere in den vergangenen beiden Jahren kam noch eine weitere Komponente hinzu: Haltung einnehmen. Verbraucher:innen erwarten heute verstärkt, dass Unternehmen für bestimmte Themen einstehen, beispielsweise in Form von Statements, umfassenden CSR-Maßnahmen oder Nachhaltigkeitsinitiativen. Eine Entwicklung, die die Marketingwelt langfristig begleiten wird. Zahlreiche Firmen beschäftigen sich deshalb mehr denn je mit ihren Unternehmenswerten und definieren, wofür sie stehen und was sie über ihre Produkte hinaus beitragen können.

2. Neue Strategien zur Erhebung von Opt-Ins

Maßgeschneiderte Dialogkommunikation erfordert relevantes Wissen über die Konsument:innen. Um mehr über die Interessen und Vorlieben der Kunden:innen zu erfahren, haben zahlreiche Unternehmen in den vergangenen Jahren auf den Einsatz von Cookies gesetzt. Hier wird nun ein Umdenken notwendig, da bis Mitte 2023 die Nutzungsmöglichkeiten von Third Party Cookies wegfallen. Um weiterhin zielgruppenspezifisches Marketing betreiben zu können, müssen sich Werbetreibende mit „Owned data“ und strategischen Kooperationen in diesem Bereich auseinandersetzen. Für Unternehmen gilt es Lösungen zu entwickeln und beispielsweise Partner mit den entsprechenden Reichweiten zu finden, über die sie das Opt-In bestehender und idealerweise auch potenziell neuer Kund:innen nutzen können. Denn Konsument:innen sind sich dem Wert ihrer Einwilligung bewusst und verteilen diese nicht leichtfertig. Deshalb werden auch 2022 kreative Ansätze, promotionale Strategien, zielgruppenrelevante Incentivierungen sowie spürbare Mehrwerte für die Verbraucher:innen von Bedeutung sein, um Opt-Ins einholen und nutzen zu können.

3. Videomarketing

Das Segment Videomarketing hat sich seit dem ersten Corona-Lockdown dynamisch weiterentwickelt. Tendenz: Weiter steigend! Bewegtbildhinhalte können Konsument:innen unterhalten, Emotionen wecken, begeistern und eine Verbindung schaffen, die im Gedächtnis bleibt. Doch damit diese Inhalte die volle Wirkung enthalten können, müssen sie kurzweilig und authentisch sein. Werden diese Voraussetzungen erfüllt und beispielsweise mit Live-Streams kombiniert, sind Bewegtbildhinhalte äußerst wirkungsvolle Elementen in der Kommunikation, die sogar noch weiter an Bedeutung gewinnen werden.

4. Augmented Reality (AR)

Mittels Augmented Reality können Nutzer:innen via Smartphone oder Tablet ein Produkt oder Dienstleistung aktiv erleben. Marketer haben dadurch die Möglichkeit, sofort Teil der Realität der Konsument:innen zu sein. In dieser können sie ein Produkt vorstellen oder auch spielerisch eine Dienstleistung in den Vordergrund stellen. AR wird deshalb auch in diesem Jahr ein starkes Marketinginstrument sein, durch das man sich nicht nur von der Konkurrenz abheben, sondern auch eine Echtzeitbindung zu den Konsument:innen aufbauen kann. Und das sowohl im digitalen Umfeld als auch im stationären Handel.

5. Digital Responsibility

Unternehmen müssen verantwortungsvoll handeln. Keine innovative Erkenntnis aber ein Thema, das 2022 durch die fortschreitende Digitalisierung weiter an Bedeutung gewinnt. Und das in den verschiedensten Themenfeldern. So erwarten Kund:innen heute mehr denn je einen absolut sicheren und vertrauenswürdigen Umgang mit Daten. Nur wenn sie wissen, dass Unternehmen in diesem sensiblen Bereich äußerst verantwortungsvoll agieren und sie dadurch Mehrwerte erleben, sind sie bereit, ihre Informationen preiszugeben. Das Thema Verantwortung spiegelt sich aber auch in anderen Themen. So stehen 2022 nachhaltiges und ökologisches Handel ebenfalls weit oben auf der Agenda – sowohl bei Verbraucher:innen als auch bei werbetreibenden Unternehmen. Firmen werden sich zum Beispiel noch mehr mit ihrer CO2-Bilanz beschäftigen und Maßnahmen ableiten, um den eigenen Fußabdruck schrittweise zu verbessern. Da der Nachhaltigkeitsgedanke für Konsument:innen von großer Bedeutung ist, wird dieses Thema in der Marketingkommunikation mehr und mehr Raum erhalten. Ganz besonders wichtig sind in diesem Kontext: Faktentreue und Glaubwürdigkeit! Denn ein Imageverlust durch sogenanntes „Greenwashing“ wäre gravierend und nur schwer wieder aufzuholen. Unternehmen müssen sich deshalb echte Veränderungen umsetzen, wenn sie die Anforderungen der Verbraucher:innen erfüllen und diese Themenfelder in ihrer Kommunikation nutzen wollen.

6. Optimierter KI-Kundenservice

So wie sich das Einkaufsverhalten der Kund:innen in den vergangenen Jahren verändert hat, so sind auch die Anforderungen an einen guten Kundenservice gestiegen. Um beispielsweise die Reaktionszeiten zu optimieren, kommt in diesem Segment verstärkt künstliche Intelligenz (KI) unter anderem in Form von Chatbots zum Einsatz. Und das mit Erfolg. Insbesondere standardisierte Anfragen können so gut und kostengünstig abgedeckt werden. Doch Kosteneffizienz ist nicht alles. Denn Konsument:innen wollen auch im Service als Individuum erkannt und als solches behandelt werden. Daher sollten Bots stetig optimiert und weiterentwickelt werden. Für Unternehmen gilt es zudem abzuwägen, bei welchen Anfragen KI bestmöglich eingesetzt werden kann. Denn Service-Mitarbeiter:innen sind auch künftig enorm wichtig. Sie müssen durch Bots von Standard-Anfragen entlastet werden, damit sie ihre Zeit besser auf Anfragen konzentrieren können, die von der Norm abweichen und diese optimal bearbeiten können. So können die Vorteile aus beiden Welten optimal genutzt und der Kundenservice auf das nächste Level gehoben werden.

Img of Julian Wicht
Über Julian Wicht

Julian Wicht ist Bereichsleiter Marketing bei der DeutschlandCard GmbH und Experte für die Themen digitales Marketing und e-Commerce.

Kommentare