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Hallo – Tschau – Tschüss – Baba

Diese saloppen Grußformeln haben bei Höhergestellten, sowie bei Kunden und Kundinnen nichts verloren.
Elisabeth Motsch | 13.01.2014
Hallo – Tschau – Tschüss – Baba © Pixabay / StockSnap
 
Es ist ein Gruß unter Freunden oder Kollegen und gilt nicht als allgemeiner Gruß im Unternehmen, oder möchten Sie als Kunde „Hallo Herr Berger" angesprochen werden?

Hallo


Früher sagte man: „Der Hallo ist schon gestorben“. Es galt als unhöflich, nicht vertraute Menschen mit „Hallo“ zu grüßen. Heute wird das „Hallo“ viel zu oft verwendet, ohne zu wissen, dass es zu vertraut ist.
Kunden werden nicht mit „Hallo“ gegrüßt. Das „Hallo“ wird als Mittelding zwischen „Guten Tag/Grüß Gott“ und dem sehr vertrauten „Grüß Dich“ verwendet. Als Regel gilt, dass in Österreich das „Hallo“ im geschäftlichen Bereich nicht verwendet wird, in Deutschland ist es üblicher, aber deshalb ist es nicht besser. Ist man sich sehr vertraut, ist es sicher kein Problem. Werden Sie mit „Hallo“ angesprochen oder im Mail angeschrieben, haben Sie das Recht, genauso zurück zu sprechen oder zurück zu schreiben. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie in der üblichen Art und Weise des Hauses antworten.


Ciao oder Tschau


In Deutschland ist statt des italienischen „Ciao“ auch die Schreibweise „Tschau“ üblich. Die Italiener sagen „Ciao“ zur Begrüßung und Verabschiedung, aber sie mögen es nicht, wenn sie im Ausland von Nicht-Italienern damit begrüßt oder verabschiedet werden.

Tschüss ...


... versteht man in Deutschland als Abschiedsgruß, es wird auch zu Fremden gesagt.
In Österreich ist diese Art der Verabschiedung nur bei Freunden erwünscht. Wundern Sie sich nicht, wenn deutsche Kunden Sie mit „Tschüss“ verabschieden, auch wenn der Kontakt nicht freundschaftlich war.

Servus


„Servus“ wird in manchen Regionen zur Begrüßung wie auch zur Verabschiedung verwendet. Laut Wikipedia betrifft das vor allem das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Franken, das Vogtland und Österreich. In Nord- deutschland wird jeder „Servus“ verstehen, aber es ist nicht allgemein gebräuchlich. In Österreich ist „Servas“ unter Freunden verbreitet.

Baba ...


... ist in Österreich der Abschiedsgruß an Kleinkinder und befreundete oder verwandte Personen.

„Mahlzeit“ ist kein Mittagsgruß


Früher wünschte man sich eine „gesegnete Mahlzeit“. Das war die Schrumpfform des Tischgebets. Das „Mahlzeit“ hat sich als Ritual in Unternehmen eingebürgert. Mit „Mahlzeit“ um die Mittagszeit zu grüßen ist eine österreichische Unart und eigentlich keine offizielle Grußformel. Von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr Nachmittags hören Sie dieses Wort durch die Gänge schallen, sogar auf der Toilette begegnet man sich mit „Mahlzeit“ und da sollte man es am allerwenigsten gebrauchen. Besser Sie begegnen einander mit „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“ oder „Grüß dich“, wenn Sie per Du sind. Wenn „Mahlzeit“ die Grußformel in Ihrem Unternehmen ist, können Sie mitmachen oder auch nicht. Sie können stattdessen die üblichen Grußformeln verwenden. Das steht Ihnen frei. Bei Tisch wünschen Sie sich „Guten Appetit“ oder „Gesegnete Mahlzeit“, jedoch nicht Mahlzeit.


Bis wann gilt „Guten Morgen“ und ab wann „Guten Abend“?


Das Zeitempfinden von Menschen kann sehr unterschiedlich sein. Jemand, der spät aufsteht, wird um 11 Uhr noch „Guten Morgen“ sagen. Jemand, der schon seit dem frühen Morgen unterwegs ist, wird ab 10 Uhr vielleicht schon „Guten Tag/Grüß Gott“ sagen. Der Abend beginnt ca. um 18 Uhr. Obwohl es hier keine festen Richtlinien gibt, kann man sich an folgende Grundregel halten:

• Von 6.00 bis 11.00 Uhr sagt man „Guten Morgen“.
• Von 11.00 bis 18.00 Uhr sagt man „Guten Tag/Grüß Gott“.
• Nach 18.00 Uhr sagt man „Guten Abend“.

Achtung – andere Länder andere Sitten:

In Italien sagt man je nach Region schon ab 16 Uhr „Guten Abend“.