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Kompetenz beweisen im eigenen Blog

Inhaltlich bildet ein Blog eine Mischung aus Informationen und persönlicher Meinung des Autors, des Bloggers.
Elke Fleing | 30.11.2011

Dieser Fachartikel erschien im Leitfaden Online-Marketing Band 2:
http://TopOnlineExperten.de



Das Weblog („Web“ und „Log“ (-buch)), wird heute in der Regel verkürzt „Blog“ genannt und ist ein interaktives Onlinejournal. Die veröffentlichten Texte erscheinen darin in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, die jeweils aktuellsten also ganz oben auf der Webseite. Darüber hinaus kann man zur besseren Auffindbarkeit für den Leser die Beiträge auch über Kategorien und Tags (Schlagwörter) thematisch rubrizieren.

Inhaltlich bildet ein Blog eine Mischung aus Informationen und persönlicher Meinung des Autors, des Bloggers. Stilistisch reicht das Spektrum in den Blogs von ausgezeichnetem journalistischen über hingehuschtem Telegrammstil bis zu orthografisch, grammatikalisch und stilistisch unterirdischem Geschwätz.

Von einem reinen Nachrichtenmedium unterscheidet sich das Blog zum einen dadurch, dass die Texte subjektiv gefärbt sein dürfen, ja sollen. Blog-Texte dürfen Meinungen des Bloggers enthalten. Im Gegensatz zu Nachrichtentexten leben Blogs gerade davon, dass die Ansichten des Bloggers durchschimmern oder explizit geäußert werden.

Der zweite wesentliche Unterschied zu reinen News-Medien besteht in der Kommentierbarkeit der Beiträge. Zwar hat der Blogger die Themenhoheit bei den Artikelthemen, das heißt, er bestimmt, worüber er schreibt und wozu also die Leser Kommentare schreiben können. Das ist übrigens der Hauptunterschied von Blogs zu Foren, in denen jeder User Themen seiner Wahl anbringen kann, nicht nur der Forenmoderator/-inhaber.

Aber wie die Leser dann kommentieren, steht nicht mehr in der Macht des Bloggers. In einem guten Blog gibt es also immer den Dialog mit den Lesern. Die Leser stellen im Kommentarbereich der Artikel Fragen, geben weiterführende Hinweise, bewerten den Artikel oder schreiben ihrerseits ihre Meinung zum Artikelthema. Wobei die Lesermeinungen durchaus nicht immer deckungsgleich mit der des Autors sind. So entstehen teilweise richtige Diskussionen in den Kommentaren eines Blogbeitrags. Haben Sie keine Angst vor Kommentaren! So lange Sie authentisch und glaubwürdig schreiben, werden Sie auch immer Wege finden, konstruktiv mit Kritik umzugehen.

Kritische Kommentare einfach zu löschen, ist übrigens ein absolutes No Go! In Blogs. Außer natürlich, es handelt sich um Pöbeleien und absolut unsachliche Meckereien unter der Gürtellinie. Ansonsten sollten Sie sich Kritik offen in Kommentar-Antworten an die Kritiker stellen. Transparenz und Glaubwürdigkeit sind beim Bloggen das A und O!

Bei der Analyse der Breitenwirkung eines Blogs sollte keinesfalls nur von der Anzahl der Leser des eigenen Blogs direkt ausgegangen werden. Durch die starke Vernetzung der Blogs im Social Web kann eine Nachricht unglaublich schnell und weltweit unendlich viele Leser erreichen. Weil die Verbreitung im Schneeballsystem funktioniert, können mit einem Blog viel mehr Leser erreicht werden als nur die des Ursprungs-Blogs.


Nutzen eines Blogs

Zwar sind Aufzucht und Pflege eines Blogs sehr zeitintensiv, dafür bietet dieses Marketinginstrument aber auch vielfältigen Nutzen, um Ihrem Unternehmen Zugkraft zu verleihen.

Sie können

ohne großen technischen Aufwand und ohne Programmierkenntnisse selbst aktuelle Inhalte online stellen.

sich als Experte im Internet positionieren, also Ihre (potenziellen) Kunden und andere Stakeholder durch gute Blog-Inhalte von Ihrer Kompetenz überzeugen und dadurch Vertrauen schaffen.

sich phantastisch im Social Web vernetzen und der Bekanntheit Ihres Unternehmens dadurch eine größere Reichweite verschaffen. durch Ihr Blog besser in Suchmaschinen gefunden werden: Da Blogs oft aktualisiert werden, werden sie in den Google-Platzierungen meistens sehr weit oben geführt. Außerdem hat jeder Ihrer Blog-Artikel eine eigene URL, so dass Artikel Ihres Blogs mittels vieler verschiedener Suchanfragen gefunden werden.

über Ihr Blog Besucher auf Ihre Unternehmenswebsite locken. Sie können vom Weblog aus einen prominent platzierten Link zur Firmensite setzen und umgekehrt. Oder Sie kombinieren tatsächlich Blog und Website unter einer Domain.

mit den Lesern Ihres Blogs über die Kommentarfunktion in Dialog treten und so wertvolles Feedback erhalten.

für Empfehlungen sorgen, indem Sie geschickt und nicht zu werblich auch über Ihre Leistungen und Produkte bloggen. Diese Anregungen und Ideen werden bestenfalls von anderen aufgegriffen und andernorts im Internet empfohlen.

Um die eigene Expertise auf Ihrer Unternehmens-Website zu belegen, können Sie natürlich auch Whitepapers online stellen, statt einen Blog zu führen. Dann haben Sie allerdings nicht die Möglichkeit, direkt mit Ihren Lesern in Dialog zu treten. Daher ist das Blog als Onlineinstrument zur Expertenpositionierung tatsächlich das Tool der Wahl.


Themenbereiche für Ihr Blog finden

Wenn Sie Ihr Blog zur Positionierung als Experte in Ihrem Kerngeschäft nutzen wollen, sollten die Themenbereiche natürlich dazu angetan sein, dies auch zu unterstützen. Es macht also wenig Sinn, ein Blog mit ganz tollen Backrezepten und -tipps zu schreiben, wenn Sie sich als Experte im Bereich Gartenplanung positionieren wollen. Es sei denn, Sie backen lauter Bäumchen und Gartenhäuschen.

Drei Voraussetzungen sollte Ihr Blog erfüllen, um Ihre Positionierung als Experte zu fördern:

1. Die Themen sollten zumindest indirekt alle mit Ihrem Business zu tun haben. Ein Garten- und Landschaftsbauer kann über Gartenplanung, Gartenteiche, Pflanzenarten, Gartenpflege, Rasensorten, Gartengeräte, Gartenmöbel… schreiben. Aber auch Artikel über Feng Shui, Work-Live-Balance, berühmte Pflanzenzüchter oder -sammler, berühmte Gärten, berühmte Gartenarchitekten, die Geschichte des Gartendesigns, rechtliche Fragen zur Gartengestaltung, Messen rund um Gärten, biologisches Gärtnern… passen noch in den Katalog.

2. Die Themen sollten auf Interesse bei Ihren Zielgruppen stoßen. Wenn sich besagter Garten- und Landschaftsbauer auf die Besitzer privater kleinerer Gärten spezialisiert hat, sollte er auch Themen auswählen, die speziell diese Zielgruppe interessieren. Seine Leser – und damit potentielle Kunden − finden neue Rechtsprechungen bezüglich der Bepflanzung vor öffentlichen Krankenhäusern wohl nicht so spannend.

3. Sprache und Stil Ihres Schreibens sollte auf Ihre Zielgruppen zugeschnitten sein. Die Zielgruppe ‚Besitzer privater, kleinerer Gärten‘ dürfte in der Regel kein botanisches Studium absolviert haben. Unser GaLa-Bauer sollte also beim Schreiben darauf achten, seine Leser nicht mit hochwissenschaftlichem Stil zu überfordern. Fachtermini werden – wenn überhaupt verwendet – gut verständlich erklärt, die Sätze sind relativ kurz und von ihrer Konstruktion her leicht lesbar.

Erstellen Sie also, bevor Sie Ihr Blog beginnen, einen Katalog mit Themen und Unterthemen, über die Sie schreiben wollen. Machen Sie das ruhig mit einer Mindmap, dann fließen die Ideen besser.

Und nein, dieser Katalog muss nicht vollständig oder auf ewig festgezurrt sein. Ein Blog ist etwas sehr Lebendiges und entwickelt mit der Zeit auch eine gewisse Eigendynamik, so dass sich Ihr Themenkatalog immer wieder verändern wird.

Hier noch eine Themenfindungshilfe: „22 Tipps um regelmäßig neue Artikel-Ideen zu finden” [1] ist ein Artikel von Peer Wandiger, der Ihnen auch noch eine Menge Anregungen bietet, um Themen zu finden. Das Blog ‚Blogprojekt‘ ist übrigens insgesamt sehr empfehlenswert, wenn Sie sich fürs Bloggen interessieren.


Aktueller Content lockt neue und wiederkehrende Leser an

Ein guter Blog liefert seinen Lesern ständig aktuelle Inhalte, die sie interessieren. Machen Sie sich einfach mal klar, wonach Menschen hauptsächlich im Internet suchen: Nach Informationen. Über achzig Prozent aller Nutzer suchen Informationen im Netz, nicht bestimmte Verkäufer oder Hersteller von Produkten oder Dienstleister.

Wenn Sie ein gutes Blog schreiben, landen viele dieser Informationssucher bei Ihnen, in Ihrem Blog und finden dort genau die Infos und Tipps, nach denen sie gesucht haben.

Und dann finden die Sucher nicht nur Ihre Blogartikel dort sondern auch gleichzeitig Ihre Unternehmenspräsentation, also die Seiten, die Sie sonst eben auf Ihrer Firmenwebsite bereit stellen. Wie prima ist das denn!

Außerdem suchen Menschen oft genau in den Bereichen nach Informationen, in denen sie gerade akut Beratungs-, Leistungs- oder Produktbedarf haben. Und – zack – haben die Sucher bei ihrer Informationsrecherche auf Ihrer Website den passenden kompetenten Händler, Hersteller oder Dienstleister gleich mit gefunden. Mit allen Kontaktdaten, Referenzen, mit seinem Team, seinem Angebot und seiner Unternehmensphilosophie.

Besser geht‘s doch eigentlich nicht, um die Website eines Unternehmens zugkräftig für die Zielgruppe der Wunschkunden zu machen. Bieten Sie einfach ständig aktuellen und hochinteressanten Content im Blog, der möglichst genau die Wunschkunden interessiert− und liefern Sie diesen Lesern die Präsentation Ihres Unternehmens gleich mit.

Klar können Sie Blog und Website auch auf zwei Domains führen. Aber dann stolpern die Blogleser eben nicht zufällig und en passent gleich auch über Ihre Unternehmenspräsentation. Sie müssen diese stattdessen separat suchen oder zumindest Ihrem Link folgen, den Sie vom Blog auf die Website setzen. Und das tun nur sehr wenige Informationssucher. Die Hemmschwelle, eine neue Website aufzusuchen, ist sehr viel höher, als nur einen weiteren Reiter auf derselben Site anzuklicken.

Das ist der wichtigste Grund, warum ich empfehle, Website und Blog unter einem Dach zu kombinieren.

Ein Blog fördert das Ranking in Suchmaschinen

Ein weiterer Grund heißt Suchmaschinen-Ranking. Ganz wichtig, um bei Google und Co. möglichst weit nach vorn und oben zu rutschen, ist, dass möglichst viele Links von relevanten anderen Webseiten auf eine Website zeigen. Und Links von anderen zu generieren, ist natürlich mit einem Blog voller spannender Artikel viel einfacher als mit einer statischen Unternehmenspräsentation. Warum sollte – träumen darf man ja mal – Spiegel-online auf Ihre Unternehmenspräsentation verlinken? Ganz anders sieht das aus, wenn Sie einen hochinformativen oder hochprovokanten Blogartikel zu einem brisanten aktuellen Thema auf Ihrer Site (= in Ihrem Blog) haben. Da kann das schon viel eher mal passieren.

Und in Ihrem Blog braten Sie ja auch nicht nur im eigenen Saft. Sie selbst verlinken auf andere Medien, in denen Sie spannende Infos/Produkte gefunden haben, auf die Sie sich in ihren Artikeln beziehen. In der Regel erfahren die zitierten Quellen über automatische Trackbacks [2]. (Bei Trackbacks.de wird sehr anschaulich erklärt, was Trackbacks, Pingbacks et cetera sind.) sofort von Ihrem Artikel und nicht wenige (auch größere Medien) prüfen nach, was denn zitiert wurde und wie es ergänzt wurde. Und schon wieder haben Sie neue Leser. Vielleicht nicht gleich neue Kunden, aber eventuelle Multiplikatoren, die Ihr Unternehmen so überhaupt erst kennenlernen. Und vielleicht öfter vorbeischauen. Und vielleicht dann eines Tages aus einem Ihrer Artikel zitieren oder als Tipp auf ihn verlinken. Womit wir wieder bei den eingehenden Links und dem Suchmaschinen-Ranking wären.

Und eins ist doch klar: Mit einem guten Blog werden Sie viel mehr neue Besucher und Wiederkommer anziehen als mit der weltallerschicksten reinen Website. Gute Blogartikel werden auch im Social Web viel öfter weiterempfohlen und verlinkt als Ihre Eigenwerbung. Logisch, oder?

Und so entsteht ein Schneeballsystem. Multiplikatoren empfehlen bestimmte Artikel – oder gar das ganze Blog – ihren Kontakten im Social Web weiter. Diese schauen vielleicht mal bei Ihnen vorbei, finden‘s gut, empfehlen es ihrerseits weiter und so fort. Und alle, alle landen automatisch auch auf Ihrer Unternehmenspräsentation.

Sie müssen zugeben, dass rein von der Wahrscheinlichkeit her so deutlich mehr Kunden Ihre Unternehmenswebsite finden als ohne integriertes Blog.

Der einzige Grund für jedes Unternehmen, der dafür sprechen könnte, Website und Blog auf zwei URLs zu führen, ist, dass man eben Traffic und Links für beide Domains bekommt. Damit verdoppelt man die Möglichkeit, über die Suchmaschinen gefunden zu werden. Aber das nützt nur dann etwas, wenn die Unternehmen bekannt genug sind, dass Leute auch ihre eher statische Website tatsächlich aufsuchen. Was sie bei nicht ganz großen Unternehmen und Marken mit sehr großer Reichweite kaum tun werden, weil sie das Unternehmen, die Marke gar nicht kennen.


WordPress als CMS

Wenn Sie ohne Programmierkenntnisse Website-Inhalte selbst ändern oder ergänzen wollen, werden Sie sich für ein Content-Management-System (CMS) entscheiden. Und dann stehen Sie vor der Qual der Wahl: Welches CMS soll‘s denn sein? Meine Empfehlung: WordPress, da es eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen CMS hat. WordPress

ist gratis, weil OpenSource. Gratis sind andere gute CMS wie Drupal oder Joomla aber auch.

wird technisch und unter Sicherheitsaspekten von einer weltweiten riesengroßen, hochprofessionellen Community ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Die Upgrades sind ebenfalls gratis und in der Regel auch vom Anwender selbst durchzuführen, der keine Programmierkenntnisse hat.

hat einen Pool unendlich vieler Themes (= Designvorlagen) im Netz, die ebenfalls gratis oder für sehr kleines Geld zur Verfügung stehen und von jedem genutzt werden dürfen.

verfügt über unzählige Ressourcen an Plug-ins und Add Ons für die unterschiedlichsten Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten, die ebenfalls fast alle gratis zur Verfügung stehen.

ist unter den CMS das Bekannteste und Beliebteste, weswegen alle Social Media sehr einfache Anbindungen für WordPress bieten. Twitter und Facebook in Ihren Social Media Newsroom zu integrieren, ist mittels Plug-ins ein Klacks. Auch für fast-nicht-Programmierer.

wird von den Suchmaschinen wegen seiner sehr sauberen Trennung von Layout und Content geliebt. Nicht umsonst heißt das Motto der WordPress-Entwickler „Code is Poetry“ – Programmcode ist Poesie. Das bedeutet, dass die Programmierer sich bei der Weiterentwicklung von WordPress immer auch um einen schönen, schlanken, sauberen Code bemühen. Und Google honoriert das – eben, weil im Verhältnis zu den Codes anderer Websites prozentual mehr inhaltlicher Content in den Dateien enthalten ist. Viele haben mir schon erzählt, dass sie sehr viel mehr Leser und ein besseres Ranking bei Google haben, seit sie von statischen Seiten oder einem anderen CMS auf WordPress umgestellt haben

ist im Internet extrem gut dokumentiert. Unzählige Blogs, Sites und Foren bieten Hilfe für so ziemlich jedes Problem.

ist unglaublich flexibel in den Gestaltungsmöglichkeiten einer Site. Es gibt optisch oder von den Funktionen her fast nichts, was nicht möglich ist.

ist für den Anwender, einmal vom Profi aufgesetzt und in Optik und Funktionalität angepasst, für den Anwender so leicht zu bedienen wie ein Textverarbeitungsprogramm. Das ist aus Anwendersicht ein sehr angenehmer Unterschied zu Joomla, Drupal oder Typo 3. Bei ihnen liegt der Einarbeitungsaufwand für den Anwender, der nur Inhalte oder gar Navigationspunkte ändern will, erheblich höher.

Experten gibt es wirklich viele und auch diverse gute, so dass Sie eine große Auswahl haben, um ‚Ihren‘ Webworker zu finden.


Literatur

[1] http://www.blogprojekt.de/2009/03/24/schreiben/22-tipps-um-regelmaessig-neueartikel-ideen-zu-finden/
[2] http://www.trackbacks.de