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Webseitenrelaunch – so wird´s richtig gemacht

Den eigenen Internetauftritt neu zu konzipieren, stellt in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Auch aus der Sicht der Suchmaschinenoptimierung kann man dabei einiges falsch machen.
Marco Mayer | 01.07.2011

Die Aufgabe bei einem Relaunch ist, die bestehenden Positionen in den Suchmaschinen nicht zu gefährden und mit der neu gestalteten Internetseite im Ranking nicht abzurutschen. Auf die zwei wichtigsten Aspekte, die es bei einem Relaunch zu beachten gilt, möchte ich im Folgenden näher eingehen und aufzeigen, welche Vorsichtsmaßnahmen bei der Umstellung getroffen werden sollten.
Downtime
Im Zuge eines Relaunch ist eine Downtime oft unvermeidbar. Als Downtime bezeichnet man in diesem Fall die Zeit, in der weder der alte noch der neue Webauftritt erreichbar sind. Sollte in dieser Zeit ein Crawler der Suchmaschinen diesen Teil des Internets untersuchen, findet er keine Inhalte, die er indexieren kann. Daraus liest die Suchmaschine, dass die Website nicht mehr existiert und demnach nicht mehr in die Suchergebnisse aufgenommen werden sollte.
Daher ist es wichtig, den Moment des Umzugs zuvor genau festzulegen. In den Log-Dateien des Servers oder auch mit Tools wie Google Analytics lässt sich nachvollziehen, zu welchen Uhrzeiten die Searchbots der Suchmaschinen und natürlich auch die Nutzer am häufigsten auf die Webseite zugreifen. Die hochfrequentierten Tageszeiten sollten grundsätzlich vermieden werden. In der Nacht werden aller Voraussicht nach weder die Nutzer noch die Suchmaschinen häufig auf die Webseite zugreifen.
Platzierungen erhalten
Mühsam erarbeitete Platzierungen bei Google und anderen wichtigen Suchmaschinen sollten bei einem Relaunch möglichst nicht verloren gehen. Wenn eine Seite neu aufgesetzt wird, ändert sich jedoch oft auch die URL-Struktur, und spätestens dann ist es schwer, die Platzierungen beizubehalten. Wichtig ist es in diesem Fall, Vorsorge zu treffen und den Suchmaschinen so gut wie möglich zu helfen, die Neuaufsetzung nachzuvollziehen.
Stellt man die URL-Struktur bei einem Relaunch um, so würde beispielsweise Google beim Besuch einer der gelisteten URLs unter Umständen einen 404-Fehler finden. Im Falle eines 404-Fehlers geht die Suchmaschine zunächst davon aus, dass die Seite nicht mehr existiert. So wird die URL häufig aus dem Index herausgenommen, was einen Verlust der Platzierung zur Folge hat.
Zum Beispiel:
Der Suchbegriff “Katzenfutter” ist bei Google mit der URL http://domain.tld/cat22/katzenfutter.php gelistet.
Nach dem Relaunch lautet die URL zur Kategorie “Katzenfutter” jedoch http://domain.tld/katzenfutter/.
Google findet unter der gelisteten URL http://domain.tld/cat22/katzenfutter.php keine Inhalte mehr (404-Fehler) und die Platzierung ist - zumindest vorläufig - weg.
Ein Hinweis für die Crawler kann in solchen Fällen weiterhelfen. Um eine Fehlermeldung zu vermeiden, ist es möglich, die alte URL per 301-Weiterleitung auf die neue URL weiterzuleiten. Google erkennt dann: Die alte URL existiert nicht mehr, wurde jedoch durch eine neue ersetzt, auf die permanent weitergeleitet wird. Die Suchmaschine besucht und bewertet stattdessen die neue URL. Dieser Vorgang ist auch notwendig, um die Linkstärke der eingehenden Backlinks gezielt weiterzuleiten und ist umso wichtiger, wenn sich bei dem Relaunch statt der URL auch die TLD bzw. der Domainname ändert.
Um oben genanntes Beispiel weiterzuführen:
Vor dem Relaunch (diese Seite ist von Google indexiert):
http://domain.tld/cat22/katzenfutter.php
Nach dem Relaunch (diese Seite soll indexiert werden):
http://domain.tld/katzenfutter/
301-Weiterleitung (in diesem Fall per .htaccess):
Redirect permanent /cat22/katzenfutter.php http://domain.tld/katzenfutter

In jedem Fall ist es wichtig, vor dem Relaunch die optimale Strategie zu planen, da die Anforderungen sehr individuell sind. Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: http://www.modrewrite.de/htaccess/.
Im Endeffekt spielt es für die Suchmaschine keine Rolle, wie die Weiterleitung hergestellt wird. Wichtig ist jedoch, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Inhalte an anderer Stelle weiterhin existieren.
Google Webmaster-Tools
Die Google Webmaster-Tools sind ein praktisches Hilfswerkzeug für Webseitenbesitzer, um die Indexierung der eigenen Seite zu überwachen. Dort empfiehlt es sich, nach dem Relaunch eine aktuelle XML-Sitemap zu hinterlegen. So wird Google mitgeteilt, dass es eine oder mehrere neue URLs gibt, die gecrawlt werden sollen.
Zudem können über die Option “URL entfernen” (unter “Website-Konfiguration”, “Crawler-Zugriff”) einzelne URLs aus dem Google-Index entfernen werden. Dies empfiehlt sich, wenn – aus welchem Grund auch immer – für eine URL keine 301-Weiterleitung eingerichtet werden kann.
Geduld
Zu guter Letzt braucht man bei einem Relaunch manchmal auch etwas Geduld. Generell gibt es keine Patentlösung für den Erhalt der Positionierung in den Suchmaschinen. Google lässt sich nicht vorschreiben, wann welche URLs besucht werden und wann welche URLs aus dem Index entfernt werden sollen. Sofern man aber die Weiterleitungen korrekt eingerichtet hat, wird Google die neuen Seiten indexieren und die Platzierungen werden zügig wiederhergestellt.