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Konjunktur in Euroland trotzt den politischen Risiken

Politische Risiken belasten Konjunktur bisher wenig, echter Befreiungsschlag in diesem Umfeld aber schwierig.
KfW Bankengruppe | 08.03.2017

Die Wirtschaft im Euroraum ist mit großem Elan in dieses Jahr gestartet: Industrieproduktion und Auftragslage befinden sich auf Höchstständen seit 2008, die Kapazitätsauslastung liegt über ihrem langfristigen Mittel und Stimmungsindikatoren zeigen derzeit ein Sechsjahreshoch. KfW Research rechnet daher mit einem wirtschaftlich erfolgreichen ersten Quartal für die Eurozone (+0,6% gegenüber dem Vorquartal) und hebt seine Konjunkturprognose für 2017 auf 1,6% leicht an (Vorprognose +1,5%). Im kommenden Jahr dürfte das Wachstumstempo der Wirtschaft gleich bleiben: KfW Research geht auch für 2018 von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum in Höhe von 1,6% aus.

Wirtschaft und Finanzmärkte haben auf die politischen Ereignisse in Europa und den USA in den vergangenen Monaten maßvoll reagiert, wenn auch die gestiegene Unsicherheit Investitionen zurückgehalten hat. Das laufende Jahr wird ebenfalls von politischen Headlines geprägt sein: Säbelrasseln begleitet die Brexit-Verhandlungen, die handelspolitische Ausrichtung der USA ist unklar und auch die anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und – spätestens im Frühjahr 2018 – in Italien dürften weiterhin für Abwarten auf Seiten der Wirtschaft sorgen.

„Die Eurozone befindet sich mittlerweile in ihrem vierten Aufschwungsjahr in Folge. Doch ein echter konjunktureller Befreiungsschlag ist aufgrund der politischen Unwägbarkeiten nicht drin. Die Unternehmen werden im aktuellen Umfeld bei den Investitionen weiter mit angezogener Handbremse fahren“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Entscheidend sei nun, dass die Europäer ein tragfähiges Zukunftsszenario entwickelten und die Zuversicht in die politische Stabilität der Eurozone stärkten. „Mit dem Weißbuch der Europäischen Kommission liegen nun Optionen für eine Weiterentwicklung der Europäischen Union auf dem Tisch. Zumindest für die Eurozone ist der Weg in engere Zusammenarbeit und zunehmende Konvergenz weiterhin ökonomisch unerlässlich und politisch richtig.“