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Social Media: Jamaika-Aus großes Thema

Das Thema Koalitionsgespräche wird auf allen Kanälen diskutiert. In einer Studie befürworten knapp 60 Prozent der User eine Minderheitsregierung.
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Die Jamaika-Koalition ist geplatzt und Deutschlands politische Zukunft ungewiss. Das Thema wird auf allen Kanälen diskutiert, doch was denken eigentlich die Nutzer im Netz darüber? Um diese Frage zu beantworten, hat VICO Research & Consulting, Experte im Bereich Social Media-Monitoring und -Analysen, knapp 225.000 Social Web-Beiträge ausgewertet. Die Ergebnisse: Eine Minderheitsregierung wird als besonders positiv bewertet, während Neuwahlen und eine große Koalition kontrovers diskutiert werden. Auch Christian Lindner polarisiert, Merkel hingegen wird überwiegend negativ wahrgenommen.

In fast der Hälfte aller von VICO Research & Consulting analysierten Beiträge thematisieren die Social Web-Nutzer mögliche Neuwahlen. 43 Prozent davon empfinden eine erneute Stimmabgabe als negativ, 48 Prozent als positiv und neun Prozent äußern sich neutral zu dem Thema. Insbesondere Merkel-Kritiker befürworten mögliche Neuwahlen, da sie hoffen, dass die Union in diesem Szenario deutlich an Stimmen verliert. Neuwahl-Gegner hingegen kritisieren vor allem die hohen Kosten einer möglichen Neuwahl und erwarten keine Änderung der Mehrheitsverhältnisse.

Minderheitsregierung: 60 Prozent finden die Option gut

Einer erneuten großen Koalition stehen nur 35 Prozent wohlwollend gegenüber, während 50 Prozent der Nutzer diese negativ beurteilen. Sie begründen ihre Meinung häufig damit, dass das Volk die große Koalition mit ihrer Wahlentscheidung zuletzt abwählte. Besonders positiv hingegen sehen die Nutzer im Netz eine mögliche Minderheitsregierung. Vielen gefällt der Gedanke, dass die Opposition dann in Entscheidungen direkt miteinbezogen werden müsse. Fast 60 Prozent bewerten eine potentielle Minderheitsregierung positiv, nur 7 Prozent negativ und knapp 33 Prozent neutral.

Die Bundeskanzlerin ist bei der Mehrzahl der Nutzer nicht sehr beliebt. Fast 70 Prozent bewerten ihre Person negativ und nur 24 Prozent positiv. Viele Nutzer fordern Merkel auf, von ihrem Amt zurückzutreten oder prophezeien ihr und ihrer Partei einen Absturz bei möglichen Neuwahlen. Überraschend ist, dass sich in knapp 43.000 der von VICO Research & Consulting analysierten Beiträge ein Bezug zur Kanzlerin findet, während Christian Lindners Person etwa 10.000 Mal weniger diskutiert wurde, obwohl dieser die Sondierungsgespräche abbrach.

Christian Linder polarisiert mit seiner Entscheidung

Der Vorsitzende der FDP polarisiert seitdem im Netz. Knapp 43 Prozent der Nutzer bewerten ihn negativ, ebenso viele stehen ihm jedoch wohlgesonnen gegenüber. Einerseits wird Lindner ein großes Ego vorgeworfen und der Zeitpunkt des Verhandlungsabbruchs kritisiert, andererseits schätzen viele, dass er seine Ideale einer Regierungsbeteiligung vorzieht. Auch viele AfD-Anhänger loben Lindners Entscheidung, da sie sich von potentiellen Neuwahlen eine Stärkung ihrer Partei erhoffen.

Während sich die Meinungen zu Lindners Partei, der FDP, mit denen zu seiner Person nahezu decken, wird die CDU als Partei positiver wahrgenommen als Angela Merkel. Jeweils knapp 45 Prozent bewerten die Christlichen Demokraten als positiv oder negativ. Während sich die einen einen Absturz der Partei bei möglichen Neuwahlen erhoffen, trauen viele der CDU gemeinsam mit ihrer Schwesterpartei, der CSU, auch eine führende Rolle in einer Minderheitsregierung oder einer großen Koalition zu.

Die Grünen werden am negativsten bewertet

Die Grünen werden von den drei Parteien, die bis zuletzt über eine Koalition verhandelten, am negativsten wahrgenommen. In 54 Prozent der Beiträge der Social Web-Nutzer wird die Partei als negativ eingestuft, während sie nur in 32 Prozent der Beiträge positiv bewertet wird. Viele werfen den Grünen vor, mit allen Mitteln an die Macht kommen zu wollen.


Methodik: Um die Netz-Stimmen über das Ende der Sondierungsgespräche zu analysieren, hat VICO Research & Consulting nach Bekanntgabe des Verhandlungsabbruchs knapp 225.000 öffentliche Beiträge aus Twitter, sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+, Blogs, Foren, sowie News-, Q&A-, Video- und Bild-Portalen analysiert.