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FMCG-Konsum in Deutschland stagniert

Der Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs ist im 4. Quartal 2018 in Europa um 2,3 Prozent angestiegen, in Deutschland um 0,0 Prozent.
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Der europäische Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, „Fast Moving Consumer Goods“ wie Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel) ist im vierten Quartal 2018 um +2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen – allerdings ist das Wachstum deutlich geringer als noch in Q3 2018 (+3,8%). Dies zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen zum Lebensmitteleinzelhandel in 28 europäischen Ländern.

ENTWICKLUNGEN IM VIERTEN QUARTAL​


Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaft in den großen europäischen Ländern - vor allem im vierten Quartal 2018 - verlangsamt, was zu einem nominalen FMCG-Wachstum 2018 von +3,1% führte, welches exakt den Wachstumsraten des Jahres 2017 entspricht. Das Absatzwachstum im vierten Quartal 2018 ist mit -0,4% das niedrigste seit Q1 2017.

„Die Gesamtausgaben in Europa wurden durch die Verlangsamung in großen Volkswirtschaften wie Deutschland und Italien sowie durch den geringeren Konsum der Verbraucher in Ländern wie Großbritannien beeinträchtigt", sagt Fred Hogen, Director Retailer Services bei Nielsen in Deutschland. „Während das Vorquartal eine positive Belebung der Wachstumszahlen zeigte, hat es sich im vierten Quartal reduziert. Laut den Nielsen-Zahlen verlangsamte sich auch das Wachstum der Discounter in Westeuropa auf +2% und entspricht nun dem von Supermärkten oder Verbrauchermärkten. Der FMCG-Umsatz wird durch weniger Trade Promotions von Discountern sowie eine Verringerung der Umsätze aus Convenience Stores beeinflusst, die als Wachstumstreiber im FMCG gelten."

Insgesamt ist in diesem Jahr trotz einiger Aufwärtstendenzen des nominalen Wachstumswertes im ersten und dritten Quartal 2018 (+3,9% bzw. +3,8%) festzustellen, dass das Gesamtwachstum für das Jahr (+3,1%) durch die Wachstumszahlen des vierten Quartals gedämpft wurde - aufgrund der Zurückhaltung der Verbraucher beim Kauf von FMCG-Produkten. Sie kauften insgesamt 0,4% weniger Artikel und geben dafür 2,7% mehr pro Artikel aus als im gleichen Quartal des Vorjahres.

VERSCHIEDENE LÄNDER IM VERGLEICH


Die Türkei weist inflationsbedingt weiterhin das höchste Wachstum der Einnahmen an den Kassen im Jahresvergleich auf (+24,2%), jedoch ist das Volumenwachstum rückläufig, das im vierten Quartal 2018 auf einem negativen Wachstumsniveau von -2,7% liegt. Weitere Länder mit hohen Wachstumsraten sind Ungarn, Polen, Norwegen und Schweden (+5,5%, +4,3%, +2,7%, +2,5% bzw. +2,2%). Dagegen verzeichnete die Schweiz (-0,4%) das geringste Wachstum.

Spanien liegt unter den fünf großen westeuropäischen Märkten auf Platz eins mit der höchsten Wachstumsrate von +2,2%, gefolgt von Italien und dem Vereinigten Königreich (1,4% bzw. 0,8%), während Deutschland ein Nullwachstum verzeichnete.

DIE LAGE IN DEUTSCHLAND


Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt zeigt Deutschland im vierten Quartal eine Gesamtwachstumsrate von 0,0 Prozent, die auf Preiserhöhungen von +1,2% und einen Absatzrückgang von -1,2% zurückzuführen ist.



ANMERKUNGEN
• Preiseffekt = Die Veränderung des Preises, die ein Konsument für einen Artikel zahlt, aufgrund der Preisinflation, und/oder der Kauf eines Ersatzproduktes mit Wertdifferenz.
• Nominales Umsatzwachstum = Umsatzveränderung des Artikels plus Absatzveränderung