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Regionale Unterschiede beim Einkommen der Haushalte ebnen sich ein

Bei den durchschnittlichen verfügbaren Einkommen der Haushalte gehen die Unterschiede zwischen den Kreisen in Deutschland zurück.
Regionale Unterschiede beim Einkommen der Haushalte ebnen sich ein © Pixabay / Robert-Owen-Wahl
 
Bei den durchschnittlichen verfügbaren Einkommen der Haushalte gehen die Unterschiede zwischen den Kreisen in Deutschland zurück. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des ifo Instituts, die jetzt im ifo Schnelldienst veröffentlicht wurde. Die demografische Entwicklung hingegen entwickelt sich weiter auseinander.

„Anders als viele Menschen denken, verringert sich bei den Einkommen das Stadt-Land-Gefälle und das Gefälle zwischen West und Ost. Die Schere schließt sich, sie öffnet sich nicht“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest, einer der Autoren der Studie. „Dieser Prozess wurde vor allem getrieben durch den Aufholprozess des Ostens gegenüber dem Westen.“ Untersucht wurde der Zeitraum von 1994 bis 2016. Im Jahr 1994 war beispielsweise das durchschnittliche Einkommen in den 10 Prozent der wohlhabendsten Kreise um 57 Prozent höher als in den 10 Prozent der Kreise mit den niedrigsten Einkommen. Im Jahr 2016 lag diese Einkommensdifferenz nur noch bei etwa 45 Prozent.

Fuest ergänzt: „Die Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land haben in westdeutschen Regionen und Städten zugenommen, innerhalb Ostdeutschlands sogar deutlich.“ Steigende Wohnkosten in Ballungsräumen sind in der Studie jedoch nicht berücksichtigt. „Die höheren Wohnkosten in den Städten verringern de facto das Stadt-Land-Gefälle bei den Realeinkommen. Dieser Faktor dürfte seit 2016 weiter an Bedeutung gewonnen haben. Das gilt auch für Ostdeutschland“, erläutert Fuest.

Fuest fügt hinzu: „Bei der demografischen Entwicklung hingegen nehmen die Unterschiede zu. Vor allem auf dem Land im Osten schrumpft und altert die Bevölkerung deutlich schneller als in den Städten. Regionalpolitische Ansätze zur Förderung der ländlichen Räume sollten also vor allem die Demografie in den Blick nehmen.“ Die Bevölkerungsdichte in ländlichen Regionen in Ostdeutschland ist zwischen 1994 und 2016 um mehr als ein Drittel gesunken. Das Medianalter, bei dem jeweils 50 Prozent der Bevölkerung älter bzw. jünger sind, ist auf dem Land im Osten zwischen 1994 und 2016 von 38 auf 50 Jahre gestiegen. In den ostdeutschen Städten ist das Medianalter nur von 39 auf 43 Jahre gestiegen. In Westdeutschland gibt es ebenfalls ein demographisches Stadt-Land-Gefälle, es ist aber weniger ausgeprägt.