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Nachhaltige Kraftstoffe für die Logistik

Deutsche Post DHL Group sieht Massenmarktpotenzial für synthetische Kraftstoffe in 5 bis 10 Jahren.
Deutsche Post DHL | 17.10.2019
Nachhaltige Kraftstoffe für die Logistik © Deutsche Post DHL
 
Das physische Logistiknetzwerk ist unverzichtbar. Um dennoch die Energiewende zu erreichen, leistet die Elektrifizierung im Nahverkehr bereits heute einen wichtigen Beitrag. Auf der Langstrecke und im Schwerlastbereich ist eine kommerzielle Nutzung des Elektroantriebs jedoch noch nicht greifbar. Nachhaltige Kraftstoffe spielen hier eine entscheidende Rolle. Nur mit ihnen können die Auswirkungen vom Transport auf das Klima verringert werden.

Mit der heute veröffentlichten Studie „Nachhaltige Kraftstoffe für die Logistik“ zeigt Deutsche Post DHL Group den aktuellen Stand der Entwicklung auf. Zudem stellt der Konzern die Vor- und Nachteile der einzelnen Antriebe gegenüber, bewertet sie und teilt Praxiserfahrungen. Außerdem geben Fachexperten aus Wissenschaft, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Einblicke zu Einsatzmöglichkeiten und noch bestehenden Grenzen von nachhaltigen Kraftstoffen. Erst Anfang Oktober hat Deutsche Post DHL Group die Relevanz von Nachhaltigkeit bei der Veröffentlichung seiner Strategie 2025 unterstrichen.

„Wir wollen Menschen verbinden und ihr Leben verbessern. Dazu gehört für uns seit langem auch Umwelt- und Klimaschutz. Unser Ziel ist eine Null-Emissionen-Logistik bis 2050. Dieses Ziel lässt sich nicht allein mit Effizienzmaßnahmen und einer modernen Flotte erreichen. Wir werden auch den Übergang von fossilen Brennstoffen zu sauberen Kraftstoffalternativen forcieren müssen. Entscheidend ist hier eine länder- und sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft“, so Frank Appel, Vorstandsvorsitzender bei Deutsche Post DHL Group.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie:


- E-Mobilität ist die bevorzugte Wahl im Transportsektor. Jedoch ist der Einsatzbereich noch auf Kurzstrecken beschränkt.
- Drop-in-Kraftstoffe sind kompatibel zur bestehenden Technik und können fossile Kraftstoffe ersetzen.
- Non-drop-in-Kraftstoffe benötigen modifizierte Motoren oder neue Technik.
- Biokraftstoffe der zweiten Generation sowie E-Fuels beginnen sich zu etablieren.
- Biokraftstoffe sowie Strom müssen aus erneuerbaren Quellen stammen.
- Die Herstellung von pflanzenbasierten Biokraftstoffen darf nicht zu Monokulturen und zur Vernichtung von Anbauflächen für Nahrungsmittel oder von Urwäldern führen.
- Fortschritt kann nur durch Dialog und koordiniertes Handeln beschleunigt werden.
- Eine internationale Wissensbasis ist die Voraussetzung für die Entwicklung eines einheitlichen Standards.
- Wirtschaftliche Anreize können Hürden bei Unternehmen abbauen.

Viele von den bereits heute verfügbaren alternativen Kraftstoffen können mit kleinen oder geringen Modifikationen an Motoren und Infrastrukturen zu einer spürbaren Emissionsreduktion beitragen. Die Besorgnis über die Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen führt zu einem wachsenden Interesse an sogenannten "E-Fuels". Diese synthetischen Kraftstoffe können aus erneuerbaren Energien und Kohlendioxid (CO2) hergestellt werden. „Es spricht einiges für E-Fuels. Sie können in die bestehenden Fahrzeuge und Infrastruktur nahtlos integriert werden. Derzeit sind sie allerdings wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig. Hinzu kommt, wie bei der E-Mobilität, die noch nicht ausreichende Verfügbarkeit von Ökostrom, um sie tatsächlich klimaneutral herzustellen“, so Dr. Thomas Ogilvie, Arbeitsdirektor und Vorstand für Personal und Corporate Incubations bei Deutsche Post DHL Group, der heute auf der „aireg - Konferenz für nachhaltigen Flugtreibstoff 2019“ das Arbeitsergebnis vorgestellt hat. „Wir glauben, dass synthetische Kraftstoffe in fünf bis zehn Jahren massenmarkttauglich sind. Entscheidend hierfür ist unserer Ansicht nach eine länder- und sektorübergreifende Herangehensweise sowie die Entwicklung von globalen Standards, um die Produktion und die Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe international voranzubringen,“ so Thomas Ogilvie.

Das White Paper „Nachhaltige Kraftstoffe für die Logistik“ kann als PDF kostenlos unter www.dpdhl.de/nachhaltige-kraftstoffe heruntergeladen werden.