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Mit dem Technoseum auf Werbe-Zeitreise

Ob Milka-Kuh, Coco-Cola-Weihnachtsmann oder Lurchi-Sammelfiguren - bei der Werbung zeigen sich die gesellschaftlichen und industriellen Veränderungen.
marketing-BÖRSE | 07.11.2019
Sonderausstellung „Die Sammlung 3: Werben und Verkaufen“ im Technoseum Mannheim © marketing-BÖRSE
 

Von der Redaktion der marketing-BÖRSE

 

Sonderausstellung „Die Sammlung 3: Werben und Verkaufen“ im Technoseum über Marketing und Merchandising vom 7. November 2019 bis zum 1. Juni 2020 in Mannheim.

 

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Da weiß man, was man hat. Auf diese Steine können Sie bauen! Es gibt Werbesprüche, die jeder kennt – und die eindrücklich zeigen, wie stark Werbung unseren Alltag prägt. Den meisten, die diese Werbesprüche hören oder lesen, kommen diese nicht nur bekannt vor, sondern sie verbinden sie auch unbewusst direkt mit dem dazugehörigen Produkt oder der Marke. Die Werbeslogans verankern sich so stark im Gedächtnis, dass ohne die Nennung des eigentlichen Produkts eine Verbindung zu diesem hergestellt werden kann und ein bestimmtes Gefühl hervorgerufen wird.

 

Doch nicht nur Werbeslogans nehmen Einfluss auf das Kaufverhalten, sondern auch andere Werbeaktionen. Eigens dafür entwickelte Werbegesichter sind dabei besonders beliebt. Wer denkt nicht direkt an die weiß-lila Kuh, sobald er eine Tafel Milka-Schokolade in den Händen hält? Natürlich stellen wir nicht nur eine Verbindung zwischen Slogan und Produkt und Werbegesicht und Produkt her, denn auch die Farbwahl oder ein typischer Schriftzug verankert sich in den Köpfen der Kunden. So assoziiert man mit den Farben weiß-blau oft die Marke Nivea.

 

Das Thema Werbung und Werbemittel fasziniert ebenfalls das Technoseum in Mannheim. Aus diesem Grund präsentiert es ab dem 7. November 2019 seine neue Sammlung „Die Sammlung 3: Werben und Kaufen“. Bis zum 1. Juni 2020 können täglich von 9:00 Uhr bis 17.00 Uhr eine Vielzahl an Werbemitteln und Werbeträgern bestaunt und in Erinnerungen geschwelgt werden. Milka-Kühe aus Plüsch, mannshohe Verkaufsständer in Form eines Haribo-Bären, Leuchtreklame von Habereckl-Bier oder kultige Lurchi-Sammelfiguren, das Technoseum präsentiert eine große Bandbreite.

 

2011 hat es bereits seine Bestände zur Medien- und Rundfunktechnik gezeigt, 2014 folgte eine Schau zu elektrischen Haushaltsgeräten. Mit der dritten Sammlung knüpfen sie somit an ein bereits bewährtes Konzept an.

 

Der Fokus liegt dabei nicht darin, die Strategien der Werbetreibenden, die Funktion der einzelnen Teile oder Effektivität des Werbemittels zu analysieren und zu dokumentieren. Das Technoseum geht der eigentlichen Funktion des Museums nach: dem Sammeln. Ziel ist es vielmehr, den Besuchern die Facetten und die Variabilität der Werbung vor Augen zu führen und mit ihnen eine kleine Zeitreise zu durchleben.

 

Um dies zu erreichen, werden auf 800 Quadratmetern über 2.500 Objekte präsentiert, welche aus den eigenen Sammlungsbeständen des Technoseums stammen. Die aus der Zeit um 1900 bis heute stammenden Stücke lassen die meisten Besucher nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern zeigen ebenfalls den industriellen Fortschritt der letzten Jahrzehnte. Leuchtreklame ist nicht möglich ohne Strom, Fernsehspots gibt es nicht ohne Fernseher, Radiospots nicht ohne Radio und die kleinen bunten Werbeträger wären ohne die Erfindung des Kunststoffs nicht in Ihren Händen gelandet. Auch die Werbung profitiert von neuen Innovationen.

 

Aufgrund der großen Vielfalt hat jeder Besucher die Möglichkeit, sich mit den Werbeträgern verschiedener Zeiten zu identifizieren. Während das Enkelkind begeistert von der Eiskönigin erzählt, steht die Oma vor der Vitrine gefüllt mit Lurchifiguren, vertieft in den Erinnerungen ihrer Kindheit.

 

Nicht nur der industrielle Fortschritt wird einem bei der Betrachtung der Sammlungsbestände vor Augen geführt, sondern auch die deutliche Veränderung der Gesellschaft in den letzten Jahren. Reklame für Reinigungsmittel aus der Nachkriegszeit vermitteln ein bestimmtes Frauenbild, verschiedene Werbesprüche würde man heute als unpassend oder gar rassistisch ansehen, aber auch leicht bekleidete Frauen haben auf den Werbeträgern der heutigen Zeit nichts mehr zu suchen.

 

Die Sammlung 3 mit Plakaten und Waschmittelbehälter 

 

Neben der eigentlichen Ausstellung gibt es eine Vielzahl an Aktionen. An verschiedenen Mitmach-Stationen können die Besucher Werbe-Jingles und Marken-Logos erraten. Die Scannerkasse verrät Näheres zu einzelnen Werbeprodukten und der Entstehung des Strichcodes. Im Rahmen eines Gewinnspiels kann auf die Suche des Werbehunds Schnuppi gegangen werden und im Kino wartet eine Reihe vergangener Werbespots auf die Besucher.

 

Die Wirkung der Werbung ist das Thema spezieller Führungen und Workshops für Schulklassen; außerdem bietet das Technoseum für Kinder und Jugendliche Ferienaktionen und eine App-gestützte Rallye durch die Ausstellung an.

 

An Sonn- und Feiertagen werden jeweils um 12:30 und 13:30 Uhr halbstündige Kurz-Führungen durch die Schau angeboten, die im regulären Eintrittspreis mit inbegriffen sind. Nicht zuletzt lädt das Museum zu einem Kabarett -Abend mit Philipp Weber, einem Kinoevent mit den schrägsten Werbe-Filmen aus der Nachkriegszeit, zu einem Vortrag über Werbepsychologie und einem Pub-Quiz rund um die bekanntesten Slogans und Jingles aus der Werbewelt ein.