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Handel braucht Unterstützung der Vermieter

Ladenschließungen in der Coronavirus-Krise
Handel braucht Unterstützung der Vermieter © Pixabay / Gerd Altmann
 

Der Handelsverband Deutschland (HDE) appelliert an die
Vermieter von Ladenlokalen, Mieten auszusetzen und
Mietstundungen zu ermöglichen. Andernfalls könnten viele
Geschäfte in Deutschland den Zeitraum der Ladenschließungen
in der Coronavirus-Krise nicht überstehen.

„Von den Schließungen betroffene Händler haben kurz- und langfristig
erhebliche Liquiditätsprobleme. Ohne Einnahmemöglichkeiten sind die
laufenden Kosten nicht zu stemmen. Die Mietkosten machen dabei
einen Großteil aus“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die
vielerorts ohnehin schon hohen Mieten drohten nun zu einer
kompletten, finanziellen Überforderung vieler Händler zu führen.

Der HDE richtet deshalb einen eindringlichen Appell an alle Vermieter
von Ladenlokalen, deren Mieter betroffen sind, die Mieten für die Zeit
der Schließungen auszusetzen und die Miete auf die laufenden
Betriebskosten zu reduzieren. Außerdem sollte den Handelsmietern
zusätzlich die Stundung dieser Kosten ermöglicht werden. „Stabile
Mieter sind auch im Interesse der Immobilieneigentümer. Der Handel
braucht jetzt dringend Hilfe“, so Genth weiter. Schon seit jeher sei der
Handel die Wirtschaftsbranche, die in der Lage ist, jeweils die höchsten
Mieten am Standort zu zahlen. Ohne den stationären Handel werden
diese hohen Mietzahlungen in Zukunft ausfallen.

Der Erhalt des stationären Handelsnetzes sichert nicht nur eine
leistungsfähige Versorgung der Bevölkerung. „Eine Ausdünnung des
stationären Handelsnetzes durch die Coronavirus-Krise würde
bedeuten, dass der stationäre Handel seine Rolle als wichtiger sozialer
Treffpunkt nicht weiter erfüllen kann. Das umfasst auch das
weitreichende gesellschaftliche Engagement des Handels, sei es durch
ehrenamtliche Tätigkeiten, die Unterstützung von Festen oder das
Trikotsponsoring des lokalen Jugendsports“, so Genth weiter. Das
gesellschaftliche Engagement des Handels liegt derzeit jährlich bei rund
einer Milliarde Euro. Genth: „Die Vermieter müssen jetzt mit den
Händlern Hand in Hand daran arbeiten, den hohen Wert des Handels
vor Ort zu erhalten.“