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Bitkom zu Lockerungen der Corona-Regeln

Digitalisierung der Schulen vorantreiben. Potenzial digitaler Technologien im Kampf gegen das Virus nutzen.

Zu den Diskussionen über eine schrittweise Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen und eine Öffnung der Bildungseinrichtungen erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen des öffentlichen Lebens bedeuten für uns alle große Herausforderungen und Entbehrungen. In der Debatte über mögliche Lockerungen muss stärker deutlich werden, dass es kein einfaches Zurück geben darf. In den vergangenen Wochen sind die Chancen spürbar geworden, die digitale Technologien für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft bieten. Die Digitalisierung ist es, die unser gesellschaftliches Leben in diesen Tagen am Laufen hält, vom Online-Shopping übers digitale Bürgeramt bis zum virtuellen Klassenzimmer.

Wenn für Schulen jetzt ein Weg aufgezeigt wird, wie der Unterricht stufenweise und unter Berücksichtigung der besonderen Umstände wiederaufgenommen wird, ist das grundsätzlich positiv. Der Bildungsauftrag sollte von pädagogischen Fachkräften wahrgenommen und nicht etwa auf Eltern abgewälzt werden in all den Fällen, in denen die Schulen keinen digitalen Unterricht organisieren können. Auch werden insbesondere soziale Kompetenzen am besten vor Ort vermittelt. Zugleich aber muss unser Ziel sein, dass Schülerinnen und Schüler, die vorübergehend weiterhin zuhause bleiben müssen, nicht benachteiligt werden dürfen. Sie müssen mindestens ebenso gut und aufmerksam unterrichtet werden wie jene, die eher wieder in die Schule dürfen. Überall sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, dem Unterricht folgen zu können, auch ohne in der Schule präsent zu sein.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass das deutsche Bildungssystem insgesamt nicht ausreichend auf digitalen Unterricht vorbereitet ist. Diese Situation muss ein Anstoß sein, Digitalkompetenzen sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch von Lehrkräften intensiv zu fördern. Die Schulen haben gerade einen Crash-Kurs in Sachen digitaler Unterricht hinter sich. Darauf kann und muss jetzt aufgebaut werden. Bundesländer sind gerade jetzt gefordert, Lehrerinnen und Lehrer entsprechend weiterzubilden. In der Krise eingeführte Systeme wie Schulclouds und Lernplattformen müssen ganz regulär Bestandteil des Unterrichtsalltags werden. Sofern dafür Lizenzkosten anfallen, müssen diese von den Ländern übernommen werden. Auch bei der digitalen Ausstattung der Schulen ist der große Nachholbedarf deutlich geworden. Die bislang kaum abgerufenen Mittel aus dem DigitalPakt Schule müssen nun zügig fließen und bei den Schulen ankommen. Dazu gehört auch, dass Schülerinnen und Schülern, die zuhause lernen und nicht entsprechend ausgestattet sind, digitale Arbeitsgeräte zur Verfügung gestellt werden.“

Für die Schulen wie für alle anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens gilt, dass das Rad der Digitalisierung nicht zurückgedreht werden darf. Wir müssen digitale Technologien nutzen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Ein wichtiger Baustein für den erfolgreichen und sicheren Restart unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ist die Unterbrechung von Infektionsketten durch eine möglichst frühzeitige Information von Betroffenen. Bitkom unterstützt die Entwicklung von Apps, die mittels Bluetooth-Technologie pseudonymisiert und datensicher Nutzer informieren, die sich für einen bestimmten Zeitraum in unmittelbarer Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten haben. Diese Apps zur Kontaktnachverfolgung sollten miteinander kompatibel sein und grenzübergreifend zum Einsatz kommen. Ihre Nutzung muss freiwillig sein und mit Anreizen verbunden werden, zum Beispiel einem erleichterten Zugang zu Tests oder zusätzlicher Bewegungsfreiheit.“